Der Adventkranz - eine Erfindung der Diakonie
Wussten Sie, wer den Adventkranz erfunden hat?
Es war die Diakonie, vor über 170 Jahren! Um Kindern aus ärmsten Verhältnissen im Advent die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, entzündete man im ersten Haus der Diakonie jeden Abend eine Kerze an einem großen Wagenrad. Aus dieser Idee entstand der uns heute bekannte Adventkranz.
Die Diakonie kümmerte sich vor über 170 Jahren um verwahrloste Straßenkinder. Sie sorgte für Essen, Unterkunft und - eine gute Schulbildung!
Bis heute unterstützt die Diakonie mit zahlreichen inklusiven Bildungs-Angeboten besonders sozial benachteiligte Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder mit Behinderungen.
Der Adventkranz – eine „Erfindung“ der Diakonie
Jeder kennt ihn: Den Kranz mit vier Kerzen, der uns in der hektischen Adventzeit daran erinnert, kurz einmal innezuhalten. Entstanden ist der Adventkranz vor über 150 Jahren, und sein Original sah völlig anders aus, als wir ihn heute kennen.
Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Hinrich Wichern sah die Not der Arbeiterfamilien in den Vorstädten Hamburgs. Besonders das Schicksal der verwahrlosten Kinder ließ ihn nicht mehr los. So sammelte er Spenden bei wohlhabenden BürgerInnen und gründete eine „Rettungsanstalt“ für jene Kinder, die, zerlumpt und hungrig, mit den „denkbar schlechtesten Betragensnoten“, auf dem
besten Weg waren, eine kriminelle Laufbahn einzuschlagen.
Rettungsanstalt im Rauhen Haus
Sein pädagogisches Konzept war auch für heutige Maßstäbe modern: Nicht Zucht und Ordnung waren die obersten Prinzipien, sondern Wertschätzung und Ausbildung. In kleinen Häusern inmitten von Gärten und Freiflächen sollten Kinder so geborgen wie in einer Familie heranwachsen. Hier sollte gemeinsam gelebt, gelernt und gearbeitet werden. Im November 1833 war es dann endlich soweit.
Im sogenannten „Rauhen Haus“, einem kleinen Bauernhaus, das für diesen Zweck gestiftet worden war, zog Wichern mit seiner Mutter und den ersten zwölf Burschen ein. Er schrieb damals über das Haus als eines, „in dem Christi Wort und Liebe regieren“.
Das „Rauhe Haus“ wuchs schnell und erhielt weitere Gebäude. Jede Gruppe wurde von einem Erzieher geleitet, der den Kindern „wie ein großer Bruder“ zur Seite stand. Ende 1835 zog die erste Mädchengruppe in das Rauhe Haus ein. Amanda Wichern übernahm die Verantwortung für diese Mädchen, nachdem sie Johann Hinrich geheiratet hatte. Gemeinsam sollte das Paar noch neun eigene Kinder bekommen!
Vom Wagenrad zum Adventkranz
Im Jahr 1839 verfügte das Gelände bereits über einen eigenen Betsaal. Und hier entstand auch die Idee zum ersten Adventkranz. Da die Kinder im Advent ständig fragten, wie lange es denn noch bis Weihnachten sei, stellte Wichern bei den abendlichen Versammlungen ein großes Wagenrad auf und
bestückte es mit Kerzen. Jeden Abend entzündete er beim Geschichtenerzählen eine weitere Kerze.
Im Laufe der Zeit gab es für Adventsonntage vier dickere Kerzen und das Rad wurde mit Tannenreisig geschmückt. Im Laufe der Zeit übernahmen Pfarrgemeinden und Familien diesen Brauch, und so hat sich der Adventkranz zu der uns heute bekannten Form entwickelt.
Wichern verändert die Kirche
Wichern hat mit seiner Arbeit die evangelische Kirche verändert (und es ist anzunehmen, dass ihn seine Frau Amanda dabei tatkräftig unterstützt hat). Auf seine Initiative hin wurde die „Innere Mission“ – Vorläuferin der heutigen Diakonie – als soziale Arbeit der evangelischen Kirchen gegründet.
Die Diakonie ist heute in Österreich eine der größten Hilfsorganisationen. Mit über 200 Einrichtungen, rund 6.000 MitarbeiterInnen und vielen ehrenamtlich engagierten Menschen. Auch das „Rauhe Haus“ in Hamburg gibt es noch. Es hat sich zu einer wichtigen sozialen Institution entwickelt, wo Menschen mit Behinderungen, pflegebedürftige und kranke Menschen betreut werden.
Hoffnungsträger Diakonie
Zerlumpte Proletarierkinder prägen nicht mehr das Straßenbild unserer Städte. Trotzdem hat die Diakonie genug zu tun. So sind in Österreich 30.000 Kinder auf Unterstützung der Jugendwohlfahrt angewiesen, und viele überforderte Familien benötigen Unterstützung bei der Erziehung.
10.000 Jugendliche verlassen jährlich die Schule ohne einen Abschluss. Oft sind es Kinder mit Behinderungen oder Lernschwächen, Kinder mit Migrationshintergrund und Kinder aus sozial schwachen Familien, die besondere Unterstützung brauchen.
2.200 Kinder und Jugendliche werden zur Zeit von der Diakonie betreut und erhalten Hilfe beim Lernen, Unterstützung bei Problemen mit den Eltern oder Unterkunft, wenn ein Leben in der eigenen Familie nicht möglich ist, oder sich Kinder allein auf der Flucht aus ihrem Heimatland befinden.
Der Adventkranz wurde für die aktuelle Kampagne der Diakonie neu interpretiert – Träger der Kerzen ist ein Rettungsring – als Hoffnungsträger für benachteiligte Kinder und Jugendliche, für die sich die Diakonie, damals wie heute, einsetzt.
Lesen Sie mehr über den Adventkranz der Diakonie:
Rauhes Haus
Die Diakonie stellt sich vor
- Diakonie_Adventkranz_Basisinformation (PDF, 146 Kb)
Info
Adventkranz-Wettbewerb der Diakonie
Die Diakonie Österreich schreibt erstmals einen Adventkranz-Wettbewerb für Kindergartengruppen, Schulklassen und Jungschargruppen aus.
Bis 15. Dezember 2011 können Gemeinschaftswerke, wie Bilder und Bastelarbeiten, Theaterstücke, Geschichten u.ä. eingereicht werden.
Einsendungen an:
service@diakonie.at
Diakonie Österreich
zHd. Petra Jens
Schwarzspanierstraße 13
1090 Wien
Lesen Sie mehr über den Adventkranz der Diakonie:
Rauhes Haus
-
Diakonie_Adventkranz_Basisinformation
(PDF, 146 Kb)
