28.06.2010

Anti-Krisenpaket: Jetzt in Kinder und Bildung investieren!

Diakonie für bessere Bildungs-Chancen benachteiligter Kinder

"Wenn die Viertklässler ihre Ferien antreten, ahnen sie nicht, dass sie einer Auslese unterzogen wurden. Höhere Bildung werden nicht jene Kinder erhalten, die am gescheitesten sind, sondern jene, deren Eltern den besten sozialen Status haben. Welche Träume Kinder später verwirklichen können, hängt immer noch vom sozialen Status der Eltern ab.“, bedauert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

Die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Kinder spielt dabei nachgewiesener Maßen eine geringe Rolle. Studien der OECD bestätigen regelmäßig, dass Österreich stark sozial selektiert.
 
Die Diakonie fordert daher dringend auf, das Schulsystem zu einem inklusiven umzugestalten. Damit es allen Kindern Chancen eröffnet, egal ob mit oder ohne Behinderungen, ob hoch- oder wenig begabt, egal aus welchem Elternhaus. So wie sich die Pädagogik ständig weiter entwickelt hat, sollten sich laut Diakonie auch Lehrerausbildung, Schulverwaltung und Schularchitektur den neuesten Erkenntnissen und Anforderungen moderner Bildungssysteme anpassen.
 
Chalupka: „Wir brauchen endlich ein Bildungssystem, das schwache Schüler und Schülerinnen nicht aussortiert, und Talente nicht vergeudet. Wer immer noch behauptet, Österreich könne sich das nicht leisten, möge sich die Folgekosten selektiver Bildung vor Augen halten, die sich dem Staat später durch geringere Steuereinnahmen und höhere Sozialkosten eröffnen. Gerade jetzt, in wirtschaftlich angespannten Zeiten, müssen wir in Zukunftssektoren wie Kinder, Bildung und soziale Dienstleistungen investieren. Damit wir niemanden zurücklassen.“

Dass es sich bei einer gelungenen Bildungsreform um eine langfristige Investition handelt, mit der gesellschaftliche Folgekosten mangelnder Ausbildung vermieden und die Wirtschaft gestärkt werden, hat die Bertelsmann Stiftung in einer Studie errechnet.
Für die Diakonie ist die Investition in ein gerechteres Bildungssystem auch deshalb so wichtig, weil sie direkt zur Armutsbekämpfung beiträgt. Laut Statistik Austria erreichen Kinder armer Eltern einen geringeren Bildungsgrad. Dabei sind Kinder von allein Erziehenden besonders gefährdet: Im Vergleich zu anderen Familien haben sie ein dreimal so hohes Risiko, in Armut zu leben.

Auf die geringen Bildungschancen benachteiligter Kinder weist auch der aktuelle Diakonie-Werbespot im Fernsehen und Radio hin, der am 28. Juni 2010 im ORF startet. Für Diakonie-Projekte und Einrichtungen, die Menschen in Armut unterstützen, bittet die Diakonie um Spenden.

Spendenkonto Diakonie
PSK: 23.96.444 (BLZ 60.000)
Kennwort: Sonderprojekt Armut in Österreich


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