30.08.2010

Das Klima und die Fleischeslust

von Pfr. Michael Chalupka

Das Klima spielt verrückt und kaum einer zweifelt daran, dass wir Menschen einen entscheidenden Beitrag zur Klimaveränderung leisten. Scheinbar unterschätzt wurden bislang die Effekte der Massentierhaltung. Das Washingtoner Worldwatch Institut berechnet, dass über 50 % der Treibhausgasemissionen durch die Viehzucht entstünden. Fleischkonsum sei schlimmer als Autofahren.

Wenn wundert es, dass es da Initiativen gibt, den Fleischkonsum einzuschränken Die Stadt Gent hat den Donnerstag zum „Veggiedag“ erklärt, Sao Paolo empfiehlt seinen Bürgern den Montag. In vielen Städten bieten öffentliche Kantinen und Restaurants an einem Tag der Woche ausschließlich fleischlose Kost an.

"Ein Ansatz mit Pioniergeist", meinen die Stadtoberen im belgischen Gent, "noch nie zuvor hat eine Stadt eine vergleichbare Initiative ergriffen." Sollten alle Bewohner donnerstags fleischlos essen, spare das so viel CO2 wie die jährlichen Abgase von 18.000 Autos.

So richtig ihr Engagement auch ist, die ersten waren sie natürlich nicht. In österreichischen Küchen und Kantinen wird der Freitag als christlicher Fasttag noch ernst genommen. Da gibt es traditionell Fisch oder Mehlspeis. Dass wir dabei auch noch was gegen die Klimakatastrophe tun, darf uns freuen.

Aber eine Frage: Warum muss der Fisch meist paniert sein, zeigt sich da nicht doch des Österreichers Fleischeslust? Denn zumindest optisch erinnert er an das geliebte Schnitzerl.

Rinder auf der Alm