04.06.2002

Diakonie: Integrationsvertrag verzichtet auf bessere Modelle

Es geht um symbolische Politik und rhetorische Selbstvergewisserung – nicht um gute Modelle.



„Warum ein schlechtes Modell wählen, wenn es bessere gibt?“, fragt Michael Chalupka, Direktor der Diakonie. „Offensichtlich weil es nicht um gute Modelle geht,“ so Chalupka weiter: „Es geht um symbolische Politik und es geht um rhetorische Selbstvergewisserung.
Es geht nicht ums Deutsch lernen. Dann müssten mindestens 600 Stunden angeboten werden.
Es geht nicht um eine Verbesserung der sozialen Situation. Dann müsste der Ausschluss vom Arbeitsmarkt, der Sozialhilfe, der Notstandshilfe, des Familiennachzugs angegangen werden.
Es geht nicht um die Sicht der Betroffenen. Denn dann müsste Mitbestimmung und Wahlrecht ermöglicht werden. Es geht nicht um sozialen Aufstieg. Denn dann müsste Qualifizierung im Mittelpunkt stehen.“

Die Diakonie ist seit mehr als einem Jahrzehnt in den sozialen Brennpunkten wie Schule, Sprachkurse, Arbeitsmarkt und Wohnen tätig. Auf die Vorschläge der Praktiker wurde - seit die politischen Eliten Mitte der 90er Jahre vor den „Ausländer-Kampagnen“ in die Knie gegangen sind- nicht mehr gehört.

Integration ist die Herstellung von Chancengleichheit im sozialen, politischen und gesellschaftlichen Leben. Integration orientiert sich am Grundsatz „Gleiche Pflichten gleiche Rechte“. Integration umfasst den sozialen Aufstieg von MigrantInnen, Gleichberechtigung und den Schutz vor Diskriminierung.

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