Diakonie: Kindergesundheit – Lücken schließen durch mehr Prävention
Gute Startchancen ins Leben durch "frühe Hilfen"
„Die Betreuung rund um die so bedeutende Zeit von Geburt, Wochenbett und die erste Zeit danach weist in Österreich deutliche Lücken auf“, weist Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie Österreich, auf notwendige Schritte zur Verbesserung der Kindergesundheit hin. „Besonders für Familien mit weniger Einkommen ist eine gute Begleitung oft nicht leistbar. Österreich hat enormen Aufholbedarf was gute und leistbare Hilfen für Mutter/Vater und Kind in den ersten Jahren betrifft“.
„Aus der Forschung wissen wir, wie wichtig für die Entwicklung des Kindes die Frühphase des Lebens ist.“, so Schenk, selbst Psychologe, weiter. „Die frühen Hilfen, sog. <early preventions>, haben großen Nutzen für das Kind und Nutzen für die Gesellschaft. Ziel ist es dabei, Eltern so früh wie möglich umfassend bei der Aufgabe zu unterstützen, ihre Kinder gut und verlässlich zu versorgen, und eine sichere wie liebevolle Bindung zu ihnen aufzubauen. Eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind legt den Grundstein für ein gutes Aufwachsen. Der Mensch wird am Du zum Ich. Wir brauchen – gerade am Anfang den/ die andere um zu uns selbst zu kommen. Kinder mit sicherer Bindung sind selbstbewusster, weniger aggressiv/depressiv und haben größeres Einfühlungsvermögen“.
Die heutige Präsentation des 3. Kindergesundheitsberichtes zeige laut Diakonie zudem auf, dass Prävention in Österreich noch immer einen nachgeordneten Stellenwert hat, denn nur etwa 2% des Gesundheitsbudgets werden für Gesundheitsförderung und Prävention ausgegeben. Dies ist im internationalen Durchschnitt eher gering. Gesundheitsförderndes Verhalten braucht gesundheitsfördernde Verhältnisse. Armut, Arbeitslosigkeit und eine wachsende soziale Ungleichheiten sind schädlich für die Prävention.
„Investitionen im frühkindlichen Bereich haben den höchsten „Return on Investment“, zahlen
sich am meisten aus. Ein investierter Dollar entspricht einer Rendite von 8 Dollar, hat
Nobelpreisträger James Heckmann für die USA errechnet. Bei benachteiligten Kindern
beträgt sie sogar 16 Dollar, also eine Hebelwirkung von 1 zu 16.2 Nie wieder wird man
Zukunftsgeld so sinnvoll einsetzen können wie zu diesem Zeitpunkt.“, so Diakonie-Sozialexperte Schenk abschließend.
