10.06.2009

Diakonieprojekt als erfolgreicher Beitrag in der Gesundheitsversorgung in Tirol

Ankyra feiert sein fünfjähriges Bestehen

„Jährlich steigt die Zahl der Männer, Frauen und Kinder, die bei Ankyra Hilfe suchen. Im letzten Jahr konnten wir rund 230 nach Österreich geflüchtete Menschen unterstützen. Im Eröffnungsjahr 2004, besuchten uns knapp 60 Personen, die wir psychotherapeutisch, psychologisch und medizinisch begleitet haben. Die starke Nachfrage an Unterstützung durch Ankyra zeigt, dass es einen hohen Bedarf an kultursensibler, dolmetschunterstützter Psychotherapie gibt und dass es uns mit Ankyra gelungen ist, eine wichtige Lücke der Gesundheitsversorgung in Tirol zu schließen“, erklärt Verena Schlichtmeier, Leiterin des Zentrums für Interkulturelle Psychotherapie „Ankyra“.
„Wir konnten in den vergangenen fünf Jahren gute Behandlungserfolge erzielen. Für einen nachhaltigen Erfolg brauchen wir aber auch Rahmenbedingungen wie Aufenthaltssicherheit unserer Klientinnen und Klienten sowie die Ermöglichung von Arbeit. Immer wieder erfahren wir in den Psychotherapien Rückschläge durch negative Asylbescheide oder drohende Abschiebungen.“

Die Einrichtung “Ankyra – Zentrum für interkulturelle Psychotherapie“ des Diakonie-Flüchtlingsdienstes bietet seit Sommer 2004 Flüchtlingen und MigrantInnen in Tirol kultur- und geschlechtssensible, traumaspezifische, dolmetschunterstützte Psychotherapie und Beratung an. ("Ankyra" ist Altgriechisch und bedeutet Anker)
In Form von Einzel- und Gruppentherapien, begleitender psychiatrischer und medizinischer Beratung werden Frauen, Männer und Kinder unterstützt. Dies wird derzeit mit einem Team von 15 PsychotherapeutInnen, DolmetscherInnen für 14 Sprachen, einer Allgemeinmedizinerin und einem Psychiater geleistet. In Kunsttherapiegruppen, Psychodramagruppen, Empowermentgruppen, zuletzt einer Reittherapiegruppe werden schwerpunktmäßig Flüchtlingskinder und Flüchtlingsfrauen unterstützt.
 
„Aus rund 40 Herkunftsländern kommen die Klientinnen und Klienten von Ankyra. Die stärksten Regionen sind nach wie vor Tschetschenien, Afghanistan, Kosovo und die Türkei. Die meisten sind vor Krieg, Gewalt, Verfolgung bis hin zu Folter geflohen, um in Österreich Schutz zu suchen. Dieser Personengruppe Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Flucht, ihrer traumatischen Erfahrungen und ihrer aktuellen Lebenssituation zukommen zu lassen, sehen wir als wichtige Aufgabe des Flüchtlingsschutzes“, betont Christoph Riedl, Leiter des Diakonie Flüchtlingsdienstes.

Fünf Jahre im Zeichen der Integration
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen kann Ankyra in den vergangenen fünf Jahren auf gute Behandlungserfolge zurück blicken. Die Menschen, die das Angebot in Anspruch nehmen, finden bei Ankyra ein Stück Sicherheit und Konstanz in einer bewegten, unsicheren Lebenszeit. KlientInnen lernen so, wieder Vertrauen zu fassen, neuen Lebensmut zu schöpfen, ihren Selbstwert wieder aufzubauen und Kraft für die Bewältigung ihrer Vergangenheit und ihres Lebens in Österreich zu finden.
 
Anlässlich des Ankyra-Jubiläums findet am Donnerstag, 18. Juni 2009 im Haus der Begegnung in Innsbruck ein Fest mit MitarbeiterInnen, KlientInnen, VernetzungspartnerInnen sowie Gästen aus Politik und Zivilgesellschaft statt. Gerhard Reheis/Landesrat für Soziales und Integration, Mag. Barbara Hutter/Frauenbeauftragte der Stadt Innsbruck sowie Mag. Luise Müller/Superintendentin u.a. werden Worte an die Festgäste richten. Das Programm bezieht Elemente aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten ein, die jeweils schon transformiert und im Sinne kultureller Diversität zu einem Neuen zusammengefügt sind.

Link zur Einladung