27.05.2009

Europa braucht auch einen sozialen Flügel

Gemeinsame Stellungnahme von Evangelischer Kirche und Diakonie zu den EU-Wahlen

Im Interesse des sozialen Friedens in Europa solle niemand von Lebensqualität und Wohlstand ausgeschlossen werden, war die zentrale Botschaft. Es brauche gemeinsame Vorgehensweisen in Europa, um Pflegedienstleistungen sicher zu stellen, Armut zu bekämpfen und Menschen auf der Flucht Schutz und Hilfe zu gewähren.
Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche in Österreich appellierte an die WählerInnen, sich kritisch mit den wahlwerbenden Parteien auseinander zu setzen, und durch ihre Wahlbeteiligung ein Zeichen für ein solidarisches, gemeinsames Europa zu setzen.

„Kein Vogel fliegt weit mit nur einem Flügel“ war das Statement von Diakonie Direktor Michael Chalupka zur anstehenden Richtungsentscheidung im Europäischen Parlament. „Deshalb braucht es neben dem wirtschaftlichen auch einen sozialen Flügel in der Europäischen Politik. Es darf auf europäischer Ebene nicht auf jene vergessen werden, die am Rand der Gesellschaft stehen: Das sind pflegebedürftige Menschen, Menschen in Armut und Menschen auf der Flucht.“

Soziale Sicherheit könne nur durch Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen am vorhandenen Wohlstand gewährleistet werden. Chalupka weiter: „Deshalb fordern wir von den zukünftigen österreichischen EU-ParlamentarierInnen, sich mit all ihrer Kraft dafür einzusetzen, dass

  • der „soziale Zusammenhalt“ als weitere Säule in die Post-Lissabon Strategie aufgenommen und eine EU-weite Mindestsicherung für alle Menschen eingeführt wird, dass
  • die besten vorhandenen sozialen Standards von anderen EU-Staaten übernommen werden und ein EU-Konjunkturpaket für den Pflegesektor geschnürt wird und dass
  • es zu fairen Asylverfahren in ganz Europa sowie zu einer solidarischen Aufteilung der Verantwortung zwischen den Mitgliedstaaten kommt. Dazu gehört, dass menschenrechtswidrige FRONTEX-Einsätze unverzüglich eingestellt werden.“  

Diese gemeinsame Stellungnahme von Evangelischer Kirche und Diakonie ist Teil einer EU-weiten Kampagne rund um die Wahlen zum Europäischen Parlament. Initiiert wurde diese durch die europäischen Organisationen Eurodiaconia und GEKE (Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa).

Eurodiaconia ist ein Verbund von Kirchen, freien Wohlfahrtsträgern und Nichtregierungs-Organisationen aus 21 europäischen Ländern. Ihr Ziel ist es, die Lebensqualität für alle Menschen in einem sozialen Europa zu sichern.
GEKE ist die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und vertritt 105 Kirchen aus 29 Ländern.

PK EU Wahl

Info

Diakonie-Kampagne zur EU-Wahl