Freiwilliger Kirchenbeitrag
von Pfr. Michael Chalupka
Umberto Eco, der weltberühmte italienische Schriftsteller, hat es getan. Der Regisseur Bernardo Bertolucci hat es getan. Und auch der Literaturnobelpreisträger Dario Fo hat es getan. Sie alle haben freiwillig Kirchenbeitrag gezahlt, obwohl sie nicht gläubig sind und keiner Kirche angehören.
Sie sind damit nicht dem Vorschlag des oberösterreichischen Bauernbundes, der in den letzten Tagen hierzulande für Diskussionen gesorgt hat, gefolgt, sondern ihrem Gewissen. Sie hätten die 0,8%, die laut italienischem Steuerrecht als Kultusabgabe vorgesehen sind, auch dem Staat bezahlen können, der damit die Kultur fördert. Doch sie haben ihr Geld der kleinen evangelischen Kirche der Waldenser gewidmet und in einem in Italien vielbeachteten Aufruf auch andere dazu eingeladen, es ihnen gleichzutun.
Ihre Begründung war einfach: Die Waldenserkirche hätte sich immer an die Menschenrechte gehalten und sie wenn nötig verteidigt. Außerdem veröffentliche sie regelmäßige Berichte über die Verwendung des Geldes und verwende es nicht für ihren eigenen Betrieb, sondern für soziale Hilfe im In- und Ausland. Umberto Eco & Co haben einfach Vertrauen in die Waldenserkirche.
Glaube und Vertrauen sind das wahre Kapital der Kirchen. Deshalb sollten sie sich auch nicht an Diskussionen beteiligen, die mit Zwang neue Geldmittel eintreiben wollen, sondern darauf achten, das Vertrauen in ihre Arbeit zu mehren und nicht aufs Spiel zu setzen.
