23.01.2012

s'Häferl

von Pfr. Michael Chalupka

Seit 2005 hat sich der Umsatz fast verdoppelt. Statt 7.753 Mahlzeiten wurden 14.067 Menüs ausgegeben. Der Laden brummt und ist immer voll. Was sich wie eine Erfolgsgeschichte eines In-Restaurants liest, ist die Bilanz des „s’Häferl“, eines Treffpunkts in der Evangelischen Kirche in Wien Gumpendorf für Menschen, die sich keinen Restaurantbesuch leisten können.

„Im vergangenen Jahr 2011 wurden 436 kg Zwiebel geschält (oder 7 l Tränen vergossen), 994 kg Kartoffel, 456 kg Teigwaren verkocht, ebenso 218 kg Reis, 440 kg Fleisch, 114 kg Wurst, 78 kg Fisolen, 178 kg Bohnen, 313 kg Tomaten. Wir haben 1.282 l Suppe gekocht, und 560 Eier, 128 kg Mehl und 232 l Milch wurden zu 2.800 Palatschinken verarbeitet. 308 l Öl haben wir verbraucht, 70 kg Kaffee und manches mehr. – Heuer wird’s nicht weniger werden“, berichtet der Chefkoch Norbert Karvanek, der auch die vielen Ehrenamtlichen koordiniert, die vier Mal in der Woche mitkochen. „Wir sind keine Ausspeisung, wir servieren unseren Gästen das Essen, der Unterschied ist uns wichtig! Es geht um die Würde der Menschen", sagt er.

S’Häferl bietet eine temporäres zu Hause. Obwohl jeder der Besucher lieber regelmäßig zu Hause kochen würde, oder gar mal in ein richtiges Gasthaus gehen, oder Gäste zu sich einladen möchte, wenn denn das Geld dazu langen würde. Die Erfolgsbilanz vom s’Häferl ist ein Spiegel der wachsenden Armut – ein unbestechlicher, der ein klareres Bild zeigt als jede Statistik.

Armut Grafitti

Info

Lesen Sie mehr über s'Häferl

Spenden