ART BRUT RUND UM DIE WELT

aus der Sammlung Hannah Rieger

Mit "Art Brut rund um die Welt aus der Sammlung Hannah Rieger" zeigt die Galerie in ihren drei historischen Gewölbe-Räumen erstmals eine Privatsammlung. Hannah Rieger, die im Weinviertel und in Wien lebt, sammelt seit 1991 Art Brut. Ihre Sammlung zählt mit rund 500 Werken zu den größeren spezialisierten Art-Brut-Privatsammlungen. Neben bekannten österreichischen Künstler:innen versammelt die Ausstellung Positionen aus 5 Kontinenten und 12 Ländern. Da die Sammlerin zudem ihr Augenmerk auf Art Brut-Künstlerinnen richtet, findet sich ein guter Querschnitt davon in der Art Brut-Schau in der Galerie de La Tour.

Laila Bachtiar | Beverly Baker | Julius Bockelt | Frédéric Bruly Bouabré | Ida Buchmann | Ousmane Diop
Leonhard Fink | Johann Fischer | Johann Garber | Martha Grunenwaldt | Josef Hofer |  Davood  Koochaki
Julia Krause-Harder | Pradeep Kumar | Loïc  Lucas | Michel Nedjar | Latefa Noorzai | Masao Obata
Marilena Pelosi | Karoline Rosskopf | Oswald Tschirtner | Karl Vondal

Mit "Art Brut rund um die Welt aus der Sammlung Hannah Rieger" zeigt die Galerie in ihren drei historischen Gewölbe-Räumen erstmals eine Privatsammlung. Ursprünglich für 2020, dem Jubiläumsjahr des Ateliers de La Tour, geplant, musste jedoch die Ausstellung Pandemie-bedingt um zwei Jahre verschoben werden.

Hannah Rieger, die im Weinviertel und in Wien lebt, sammelt seit 1991 Art Brut. Ihre Sammlung zählt mit rund 500 Werken zu den größeren spezialisierten Art-Brut-Privatsammlungen. Das Ausstellungsthema "Art Brut rund um die Welt" begründet die Auswahl der rund 50 Werke und ermöglicht eine verdichtete Perspektive nach der Herkunft der Künstler:innen. Der Ausstellungs-bogen beginnt in Österreich mit den Gugginger Künstler:innen und Josef Hofer und reicht bis zu internationalen Positionen aus 12 Ländern und fünf Kontinenten. Sammeln ist mit Reisen und einem Unterwegssein im Kontext von Art Brut verbunden. Oft wurden die Werke in einem ganz anderen Land entdeckt oder käuflich erworben als die Künstler:innen leb(t)en bzw. arbeite(te)n.

Der französische Künstler und Weinhändler Jean Dubuffet (1901 bis 1985) fand nach dem 2. Weltkrieg für jene rohe und unverfälschte Kunst den Begriff "Art Brut", der von Roger Cardinal 1972 mit "Outsider Art"  ("Außenseiterkunst") übersetzt wurde. Die Schöpfer:innen von Art Brut sind Autodidakten. Art Brut ist weder den Zwängen des Kunst- und Kultur-Mainstream, noch dem akademischen Positionierungswettbewerb verpflichtet. Gerade dadurch unterscheidet sich dieses Genre von der akademischen Hochkunst, die durch den Geschmack zeitgenössischer Trends und den damit verbundenen globalen Diskurs, wie er auch an Kunstuniversitäten vermittelt wird, beeinflusst ist. Art Brut ist nur in ihrer extremen Individualisierung zu verstehen. Jeder Künstler und jede Künstlerin folgt einem schöpferischen inneren Drang, einer Mission, oft einer Obsession und hat eine eigene Formensprache. Der Fokus ist bei Art Brut auf die Qualität des künstlerischen Ausdrucks gerichtet, und nicht auf den sozialen Status oder den psychischen, körperlichen oder geistigen Zustand der Künstler:innen.

Das österreichische Art-Brut-Modell Gugging ist ein Schwerpunkt der Sammlung von Hannah Rieger. 1981 initiierte der Psychiater und Primar Leo Navratil das Haus der Künstler als Männerabteilung in einem leer stehenden Pavillon auf dem Klinikgelände in Maria Gugging nahe von Wien. Diese Künstlerwohngemeinschaft wurde 2007 aus der Psychiatrie ausgegliedert und in eine Sozialhilfeeinrichtung umgewandelt. Der Psychiater und Künstler Johann Feilacher, Nachfolger Leo Navratils, hat Gugging zeitgerecht zu einem heute weltweit einzigartigen Art-Brut-Center mit Kunstproduktion (Haus der Künstler und Atelier), einer Galerie und einem 2006 eröffneten Museum weiterentwickelt. Gugging hatte bereits in den 1960er Jahren von Jean Dubuffet die Bestätigung erhalten, dass dort Art Brut in seinem Verständnis geschaffen wird. In Klagenfurt werden 24 Arbeiten aus Gugging gezeigt.  

Intention der Ausstellung ist, Besucher:innen für Art Brut zu begeistern. Die Ausstellung wird vonChristine Stotter, Leitung Atelier und Galerie de La Tour kuratiert: "Es sind unkonventionelle, originelle und ausdrucksstarke Werke. Den Künstler:innen und deren Werken ihren gebührenden Raum zu geben, ist ein Leitziel".

Die 8 Künstlerinnen und 14 Künstler der Ausstellung:

Laila Bachtiar (Österreich), Beverly Baker (USA), Julius Bockelt (Deutschland), Frédéric Bruly Bouabré(Elfenbeinküste), Ida Buchmann (Schweiz), Ousmane Diop (Senegal), Leonhard Fink (Österreich), Johann Fischer (Österreich), Johann Garber(Österreich), Martha Grunenwaldt (Belgien), Josef Hofer (Österreich), Davood Koochaki (Iran), Julia Krause-Harder (Deutschland), Pradeep Kumar (Indien),  Loïc Lucas(Frankreich), Michel Nedjar (Frankreich), Latefa Noorzai  (Afghanistan/USA), Masao Obata (Japan),  Marilena Pelosi (Brasilien/Frankreich),  Karoline Rosskopf (Österreich), Oswald Tschirtner (Österreich) und Karl Vondal (Österreich).

 

Ausstellungsdauer: 22. April bis 13. Juni 2022
Öffnungszeiten: Mo–Fr von 9–17 Uhr; Sa 9–13 Uhr.

Soft Opening am Freitag, dem 22. April 2022 vom 15:00 bis 18:00 Uhr
Die Künstlerin Leila Bachtiar aus Gugging, die Sammlerin Hannah Rieger und Kuratorin Christine Stotter sind anwesend.

Galerie de La Tour

Lidmanskygasse 8
9020 Klagenfurt am Wörthersee

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Ansprechpartnerin

Mag.a Christine Stotter
Leitung Atelier und Galerie de La Tour