Ökologische Nachhaltigkeit bedeutet für uns in der Diakonie Eine Welt Gruppe, verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen und die Auswirkungen unseres Handelns auf Umwelt und Klima so gering wie möglich zu halten. Als soziale Organisation tragen wir nicht nur Verantwortung für die Menschen, die wir begleiten und unterstützen, sondern bekennen uns auch dazu, die Lebensgrundlagen heutiger und künftiger Generationen aktiv zu schützen.  

Soziale und ökologische Nachhaltigkeit gehören für uns als diakonischen Träger zusammen.  Eine lebenswerte Zukunft braucht soziale Sicherheit ebenso wie einen sorgsamen Umgang mit der Umwelt. Wir haben diese Prinzipien eines menschenwürdigen Daseins für Alle sowie der Bewahrung der Schöpfung auch in unserem Leitbild verankert. 

Nachhaltigkeit zeigt sich dabei nicht nur in einzelnen Projekten, sondern im Arbeitsalltag: beim Energieverbrauch unserer Standorte, bei Mobilität, Beschaffung, Abfallvermeidung oder im bewussten Einsatz von Materialien und Lebensmitteln.

 

Klima und Kompensation

Unser Emissionspfad wurde 2013 in der Organisation etabliert, um interne Klimaziele zu stecken, diese mit den tatsächlichen Emissionen zu vergleichen und entsprechende Maßnahmen zu planen. Im Berichtsjahr 2025 haben wir den Pfad überarbeitet, um die Emissionen nach Scope 1, 2 und 3 klarer zu trennen (siehe Grafiken unten). So sehen wir exakter, wo die größten Hebel für Klimaschutz liegen – sei es bei direkten Emissionen aus der Organisation (Scope 1), unserem Energieverbrauch (Scope 2) oder indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3). Relevante Umweltdaten wie Strom- und Heizverbräuchen, Dienstreisen oder Materialeinkäufe werden jährlich erfasst und in CO₂-Äquivalente umgerechnet. So erkennen wir nicht nur Fortschritte, sondern auch Handlungsbedarf. Mit verlässlichen Daten können wir wirksame Maßnahmen ergreifen und sicherstellen, dass unsere Klimastrategie nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Arbeitsalltag gelebt wird. 

Aktivitäten aus dem Berichtsjahr

Seit Herbst 2025 gibt es bei uns ein Nachhaltigkeitsteam – interdisziplinär besetzt und stets offen für neue Mitmachende. Gemeinsam wurde an folgenden Themen gearbeitet:  

  • Digitalisierung: Weniger Papier, mehr digitale Lösungen (z. B. digitale Akten)
  • E-Mobilität: Ausbau der Ladeinfrastruktur und weitere Umstellung der Fahrzeugflotte
  • Gemeinsame Aktionen: Ideenaustausch zu verschiedenen Aktionen 
  • Erfahrungsaustausch: Regelmäßige Treffen, um Ideen zu teilen und voneinander zu lernen

Das österreichische Umweltzeichen für Bildungseinrichtungen zeichnet Schulen und Kindergärten aus, die durch nachhaltiges Handeln in Bereichen wie Umweltbildung, Energieeffizienz, Abfallvermeidung und gesunder Ernährung Vorbild für ökologische Verantwortung sind. 

Zwei unserer Umweltzeichen-Standorte haben die Rezertifizierung erfolgreich abgeschlossen: 

  • Kindergarten Floridsdorf
  • ERG Donaustadt

 

Energieeffizienz: Unsere Maßnahmen für eine nachhaltige Zukunft

Energie ist ein großer Hebel für Klimaschutz. Von uns genutzte Gebäude benötigen Strom, Heizung und Kühlung – oft noch aus fossilen Quellen. Hier setzen wir an: schon seit Jahren nutzen wir Ökostrom und sparen damit Emissionen im Vergleich zum österreichischen Strommix (siehe folgende Grafik).  

Bei Standorten wird geprüft, ob Öl- und Gasheizungen z.B. durch Wärmepumpen oder Fernwärmeanschlüssen ersetzt werden können und PV-Anlagen sinnvoll sind. 

Gleichzeitig wird der Verbrauch durch Informationen und Schulungen sowie durch technische Maßnahmen wie LED-Belichtung oder effizientere Geräte verringert. 

im Jahr 2025 wurde mit dem Kindergarten Landstraße einer der letzten Standorte mit Ölheizung an das Fernwärmenetz angeschlossen, nun ist nur noch in einem gemieteten Bürostandort eine Ölheizung übrig. 

Die PV-Anlage am Dach des ERG Donaustadt war das erste volle Jahr aktiv und hat in 2025 185.500 kWh produziert. Hier werden weiterhin die Möglichkeiten zu Energiegemeinschaften oder Peer-To-Peer-Verträgen geprüft. Außerdem wird quartalsweise ein Solidaritätsbeitrag an Klient:innen der Wohnberatungsstelle im Sinne des Projektes “Energy WITH Spirit” abgeführt.  

Im Bürostandort Steinergasse sind im Berichtsjahr 2025 die Vorbereitungen zum Fernwärmeanschluss angelaufen. Dieses Projekt soll im Jahr 2026 abgeschlossen werden. 

Außerdem in der Planungsphase ist die PV-Anlage am Dach des Evangelischen Gymnasium und Werkschulheim Simmering gemeinsam mit unserer Schwesterorganisation Diakoniewerk Gallneukirchen. Es ist unsere erste Gemeinschaftserzeugungsanlage mit 27 kWp (DEW) und 44 kWp (Diakoniewerk). 

Abgeschlossen wurde die thermische Sanierung einer WG inkl. Wärmepumpeninstallation statt Gasheizung. Das Projekt war durch die Bundesförderung “klimafitte Gebäude für Schutzbedürftige” möglich und hat die WG energieeffizienter gemacht (Heizwärmebedarf lt. Energieausweis von C nun auf B) 

 

Mobilität und Klimaschutz: Unsere Schritte zu einer grüneren Zukunft


Dienstliche Mobilität inklusive Schulausflügen und Klassenfahrten in der DEW verursachen rund 16% der CO₂-Emissionen. Diese stammen vor allem aus den Flügen der Schulklassen. Für die Fahrzeugflotte der DEW wurde 2023 beschlossen, die E-Mobilität auszubauen. Seitdem haben sich die Emissionen der Einrichtungsautos fast halbiert.  

Die Sprachreisen der Schulen verursachen durch Flüge hohe CO₂-Emissionen. Immer wieder wird versucht, hier Alternativen zu finden wie Bahnfahrten (z. B. mit dem Zug nach Großbritannien), doch leider sind diese nicht immer praktikabel – etwa bei großen  Entfernungen oder knappen Zeitplänen. 

Schwerer zu greifen ist die Mitarbeiter:innenmobilität, also wie unsere Kolleg:innen täglich zu ihrer Arbeitsstätte kommen. Im Jahr 2025 haben wir erstmals eine Umfrage durchgeführt, um genau das zu erfassen. Das Ergebnis freut uns besonders: fast zwei Drittel nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen. An zweiter Stelle steht das Fahrrad bzw. das E-Bike. Vergleicht man das mit den Statistiken im Raum Wien zeigt sich, dass die Mitarbeitenden überdurchschnittlich viel Wert auf umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Fortbewegung legen. (siehe Grafik 2) 

Elektromobilität wird bei uns immer wichtiger: Im Jahr 2025 wurden fünf alte Verbrenner gegen E-Autos getauscht. So wurden in den Flottenemissionen 17t CO2 zum Vorjahr eingespart.  Auch Fahrradfahren wird großgeschrieben: Die Bikeline des ERG Donaustadt ist hier jedes Jahr dabei und motiviert Schüler:innen wie Lehrkräfte, das Rad für den Schulweg oder Freizeit zu nutzen. 2025 beschloss unser Nachhaltigkeitsteam die Teilnahme an der bundesweiten Aktion ‚Österreich radelt‘, die Radfahren fördert und CO2-Einsparungen sichtbar macht. Im Frühjahr 2026 ging es los.

 

Einkaufskriterien: Regional und ressourcenschonend

Jede Kaufentscheidung hat Auswirkungen. Unsere Einkaufsrichtlinien helfen dabei, Ressourcen zu schonen, möglichst regional zu beschaffen und gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen – alles unter Berücksichtigung von Sparsamkeit, Effizienz und Zweckmäßigkeit: das sind die Prinzipien unserer DEW-Einkaufsrichtlinien. Die Richtlinien gibt es seit 2013 und wurden 2025 das letzte Mal in Anlehnung an die NaBe-Kriterien (Kriterien Nachhalzige Beschaffung des Bundes) überarbeitet. 

Unsere höchsten Emissionen innerhalb der Beschaffung kommen aus dem Bereich der Verpflegung in Bildungseinrichtungen. Hier arbeiten wir nur mit Lieferant:innen, denen regionale und biologische Beschaffung ihrer Rohstoffe wichtig sind. Wir beauftragen nur Anbieter:innen, die bestrebt sind zumindest 50% regionale, saisonale und biologische Produkte anbieten zu können.  

Auf Wunsch der DEW Leiter:innen-Konferenz und des Nachhaltigkeitsteams der DEW wurde eine interne Tauschbörse ausgebaut. Ob Büromaterial, Möbel oder Technik – was an einem Standort nicht mehr gebraucht wird, findet nun an anderer Stelle eine zweite Chance. Das spart Geld und vermeidet Müll. 

Statt neue Notebooks anzuschaffen, haben wir  im vergangenen Jahr 50 bestehende Geräte mit RAM-Upgrades aufgerüstet. Das verlängert ihre Lebensdauer und spart nicht nur Kosten, sondern auch wertvolle Rohstoffe wie Seltene Erden. Ein einfacher, aber effektiver Weg, um Elektronikschrott zu reduzieren und unsere IT nachhaltiger zu gestalten.