Schulstart: Was Kinder brauchen, damit der Übergang gelingt

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16. September 2025
Der Schulanfang bringt viel Veränderung. Wie wir die Kinder dabei gut begleiten

Alle Fähigkeiten, die Ihr Kind für einen gelungenen Übergang in die Schule benötigt, werden in der Familie und im Kindergarten entwickelt. Als Eltern spielen Sie eine wichtige Rolle. Vor dem Schulstart geht es darum, die Neugierde auf die Schule zu stärken. Und die Vorfreude auf die Veränderung zu wecken 

Maria Köck, SESAM

Wichtig ist zu wissen:

Jedes Kind ist anders. Und für jedes Kind sind auch Momente der Veränderung anders.

Es ist normal, wenn Kinder euphorisch sind, oder auch wenn sie sich vor der Veränderung fürchten. Wenn sie ganz still werden, oder besonders frech!
Dass ein Kind mit 6 Jahren „schulreif wird“ erkennt man oft auch daran, dass das Kind gerne die Grenzen ihrer Eltern austestet. Manche werden jetzt auch ein bisschen „frech“. Lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Das ist ganz normal!

Der Schulstart fällt mit einer hormonellen Veränderung zusammen. Man nennt diese Phase auch „Wackelzahn-Pubertät“. Keine Angst. Das geht vorbei. Und Sie sind nicht allen. Es geht allen Eltern so!

„Es ist wichtig, dass den Familien ein erfolgreicher Schulstart gelingt. Denn dieser prägt das weitere Leben von Kindern und ihren Familien“, sagt Maria Köck, Pädagogin und SESAM Beraterin der Diakonie.

Schulstart

Was Sie tun sollten, damit der Start gut gelingt

1. Ihr Kind braucht ausreichend Schlaf

Vorschulkinder und Volksschulkinder brauchen zwischen 9 und 11 Stunden Schlaf pro Nacht. Sonst sind sie in der Schule müde, und können nicht gut lernen.

2. Am Abend gemeinsam zur Ruhe kommen

Lesen Sie Ihrem Kind eine Geschichte vor. Oder plaudern Sie noch mit Ihrem Kind. Finden Sie ein Ritual, das Ihnen beiden guttut, und behalten Sie dieses bei. Jeden Abend dasselbe Ritual zu machen, hilft, damit Ihr Kind gut zur Ruhe kommt, und sich für den nächsten Tag gut erholt.

3. Vor dem Schlafengehen keine Bildschirme

Bildschirme lösen im Hirn hohe Reize aus, das Kind kommt nicht zur Ruhe und kann nicht gut einschlafen. 

4. Null Stunden Bildschirmzeit

Ja, tatsächlich. Lassen Sie Kinder im Vorschulalter nicht alleine an Laptop, Tablet oder Handy, und auch nicht vor den Fernseher. Begleiten Sie es und begrenzen Sie die Bildschirmzeit auf maximal 30 Minuten pro Tag. 

5. Guter Arbeitsplatz

Ein guter Arbeitsplatz für ein Schulkind ist ruhig und hell. Wo Ihr Kind seine Hausübungen macht, sollte es nicht zu viel Ablenkung durch Dinge geben, die herumstehen. Spielsachen sollen an einem anderen Ort aufbewahrt werden. 

6. Selbständigkeit

Lassen Sie Ihr Kind seine Aufgaben so viel wie möglich selbstständig erledigen. Es wird lernen, dass es etwas selber machen kann. Und es wird lernen, dass das „Selbermachen“ ein gutes Gefühl ist. 

7. Erfolge geben ein gutes Gefühl

Wenn wir etwas schaffen, belohnt uns der Körper mit der Ausschüttung des Hormons Dopamin. Dieses Hormon verursacht ein gutes Gefühl. Gönnen Sie Ihrem Kind dieses gute Gefühl, selbst etwas geschafft zu haben. Dann wird es lernen, selbstverantwortlich seine Hausaufgaben zu machen.

8. Zuhören

Zeigen Sie Interesse an allem, was das Kind erzählt, hören Sie zu, fragen Sie nach. Dann können Sie auch auf Probleme reagieren und das Kind unterstützen, wenn es Sie braucht.

9. Kinder stärken und unterstützen

Wenn Ihr Kind etwas nicht gut kann (z.B wenn es wenig Geduld mit sich selbst hat), beobachten Sie es und loben Sie es, wenn es geduldig ist mit sich selbst. Suchen Sie bewusst diese Momente, wo Kinder etwas gut machen. Und verstärken Sie dieses Verhalten positiv. (Das war jetzt toll, wie geduldig du warst, als du das.. gemacht hast!)

10. Wenn Ihr Kind wütend ist

Auf ein wütendes Kind einreden funktioniert nicht. Warten Sie, bis sich das Kind wieder reguliert hat, und sprechen Sie in ruhigem Ton mit dem Kind.

11. Zu viel Zucker verhindert die Konzentration

Achten Sie darauf, überall wo es möglich ist, den Zucker wegzulassen. Bleiben Sie bei Obst und Gemüse. Sie tun Ihrem Kind damit einen Gefallen. 

12. Die Muttersprache der Kinder ist wichtig!

Die Muttersprache ist für jedes Kind die wichtigste Sprache. Sie muss bis zum Schulalter gut entwickelt sein. Sprechen Sie viel mit ihrem Kind. In Ihrer Sprache. 

13. Deutschsprechen im Alltag

Versuchen Sie mit Ihrem Kind auf Deutsch zu spielen, oder z:B beim Kochen oder beim Essen mit dem Kind Deutsch zu sprechen. Sie sind ein Vorbild für Ihr Kind. Wenn Sie auch Deutsch mit ihm sprechen, wird es auch gerne und bald gut deutsch sprechen.

14. Deutsch lernen: Ein weiterer Tipp zur Sprachförderung

Im letzten Kindergartenjahr werden in Wien gezielt Sprachförderangebote gemacht. Nutzen Sie diese Möglichkeit für Ihr Kind. Am besten fragen Sie direkt bei den Pädagog:innen im Kindergarten nach.

Programm

für die Sommerwochen vor Schulbeginn

Wecken Sie Neugier

Erzählen Sie Ihrem Kind, wie es in der Schule ist. Erzählen Sie positive Geschichten aus Ihrer Schulzeit. Wecken Sie Neugier und Freude auf das, was kommt. Bleiben Sie dabei realistisch.  

Stärken Sie die Vorfreude

Stärken Sie die Vorfreude Ihres Kindes, in die Schule zu gehen zu dürfen. Spüren Sie Angst und Unsicherheit, sprechen Sie mit dem Kind darüber. 

Fördern Sie die Selbstständigkeit

Fördern Sie die Selbstständigkeit Ihres Kindes und trauen Sie ihr oder ihm etwas zu. Es ist wichtig, dass Kinder lernen, auch einmal allein zu spielen, sich selbst zu waschen und sich anzuziehen. 

Schule bedeutet Arbeit. Arbeit, die sich lohnt!

Erzählen Sie dem Kind auch, dass in der Schule vielleicht nicht alles auf Anhieb einfach ist. Dass Schule auch Arbeit bedeutet. Arbeit, die sich lohnt.  

Feinmotorik üben

Üben Sie mit Ihrem Kind feinmotorische Fähigkeiten: malen, ausschneiden, aber auch mit einem kindertauglichen Messer einen Apfel teilen, eine Karotte schälen, und ähnliches.

Reden, reden, reden

Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind. Lassen Sie es von seinen Erlebnissen erzählen. Ermuntern Sie es, über das zu sprechen, was es bewegt. 

Viel Bewegung

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind sich viel bewegt, im Freien und mit anderen Kindern spielt.

Den Schulweg "üben"

Gehen Sie mit Ihrem Kind den Schulweg öfter im vorhinein ab. Achten Sie besonders auf gefährliche Kreuzungen, Hauseinfahrten und stark befahrene Straßen. Üben Sie "stehen bleiben - schauen - dann gehen"

Haben Sie Fragen? Schreiben Sie uns!

Sesam

Steinergasse 3/12
1170 Wien

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SESAM Elternabende 

Das SESAM Team der Diakonie macht Elternabende in öffentlichen Volksschulen und Kindergärten in Wien- Sie können bei SESAM angefragt werden.

„Die Elternabende von SESAM sind da, um Kinder zu stärken und Eltern und Schulen zu entlasten. Wir bieten für die Eltern wichtige Informationen, und unterstützen so auch die Kooperation zwischen Eltern und Schule. Sie sind wichtig, weil Eltern Erziehungssicherheit brauchen, um ihre Kinder zu stärken. Den Elternabend zum Schulstart machen wir jetzt gerade in einigen Kindergärten.

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