Wenn ein Baby als Frühchen zur Welt kommt
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Die wichtigsten Tipps von Familienbegleiterin Daniela Rebhan von den Frühen Hilfen der Diakonie in OÖ / Innviertel. Am Ende des Beitrags sind die Tipps auch das Video verfügbar.
Der Start ins Leben mit einem zu früh geborenen Säugling, einem sogenannten „Frühchen“, ist nicht einfach. Schon eine Frühgeburt kommt für Eltern sehr unerwartet, und kann deshalb traumatisch sein.
Die Früh-Geburt war traumatisch, worauf müssen wir jetzt als Erstes achten?
Eine traumatische Geburts-Erfahrung zu verarbeiten, ist ohne Unterstützung oft recht schwierig. Deshalb unterstützt die Familienbegleitung (der „Frühen Hilfen“ der Diakonie in Oberösterreich) auch Familien mit Frühchen gleich nach der Geburt.
Wenn Familien mit ihrem Frühchen aus dem Krankenhaus nach Hause kommen, sind die frisch gebackenen Eltern oft überfordert.
Sie haben meist viele medizinische Hinweise von Ärzt:innen mitbekommen, welche Therapien die Eltern mit dem Kind in Anspruch nehmen sollen. Manchmal müssen die Familien auch noch Überwachungsmonitore mit nach Hause nehmen.
Dazu kommen einige Unsicherheitsfaktoren in Bezug auf die Versorgung des Kindes. Familien-Begleiter:innen können dabei helfen, die Prioritäten zu sortieren:
- Was ist jetzt das Wichtigste?
- Welche Therapie sollte man vorrangig angehen?
- Wie funktioniert das mit dem Überwachungs-Monitor?
- Wo bekomme ich verschiedenste Hilfsmittel her?
- Wo bekomme ich diese ganz kleinen Windeln...?
Die Familienbegleiterinnen helfen auch dabei, ein gutes Umfeld für die neue Familienkonstellation sicherzustellen, und achten auch besonders auf die Versorgung, die Therapien und die Pflege des Frühchens.
Wichtig ist, dass die Eltern zur Ruhe kommen können
Die frisch gebackenen Eltern eines zu früh geborenen Säuglings sind oft so sehr mit Therapie, Versorgung und Pflege beschäftigt, dass sie als Eltern gar nicht zur Ruhe kommen können, und das Eltern-Sein das Mama-Sein, das Papa-Sein auch richtig genießen können. Das ist aber ganz wichtig für die sichere Bindung des Kindes. Deshalb sorgt die Familienbegleiterin dafür, dass der Druck auch einmal abfallen darf. Nur so können diese Ängste abnehmen.
Mein Frühchen nimmt kaum Nahrung zu sich. Bekommt es genug zu essen?
Bei Frühchen ist es auch oft so, dass das Thema Nahrungsaufnahme / Essen eine große Herausforderung sein kann. Das kommt einerseits daher, dass viele Frühchen am Anfang im Krankenhaus intubiert werden müssen, oder mit Sonden versorgt werden. Deshalb sind sie oft vor allem im Mundraum sehr empfindlich. Dadurch kann das Essen schwierig sein.
Dazu kommt, dass Frühchen mit sehr wenig Gewicht zur Welt kommen und Eltern natürlich immer die Sorge haben: Das Kind muss zunehmen. Deshalb sind die Fragen zum Stillen, und wie und wann man mit der Beikost beginnen kann, sehr vordergründig.
Wenn die Familie keine Begleitung hat, ist oft viel Druck auf dem Thema Essen. Und das kann zu einer Abwärtsspirale führen.
Es ist also wichtig, den Eltern diesen Druck zu nehmen, und sie dabei zu unterstützen, dass sie mit einem realistischen Blick auf die ganze Situation schauen können.
Anfangs-Schwierigkeiten und Ängste bewältigen
Das Wichtigste bei der Familienbegleitung ist aber, dass sich Eltern unterstützt fühlen, und so diese großen Anfangs-Schwierigkeiten und Ängste, die bei der Geburt ihres Kindes entstanden sind, gut verarbeiten können. Und dass sie jemanden haben, mit dem sie drüber reden können.
Und wenn über diese Entlastungsgespräche hinaus notwendig ist, weil die Belastungen besonders groß sind oder waren, vermitteln wir natürlich auch weiter in Richtung psychologische Begleitung oder Psychotherapie.
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