Inklusion in der Schule: Wie Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen können

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01. September 2025
Was Eltern zu Schulbeginn wissen sollten, damit der Schulstart gut funktioniert

Inklusion in der Schule bedeutet, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen – in sogenannten Inklusionsklassen, an manchen Orten auch noch immer Integrationsklassen genannt. 

Viele Studien belegen, dass diese Form des Unterrichts viele Chancen für alle Beteiligten mit sich bringt. Dennoch sind viele Eltern am Schulanfang verunsichert, wenn sie hören, dass ihr Kind – obwohl es keine Behinderung hat – eine Inklusionsklasse besuchen soll.

Dieser Ratgeber klärt auf, zeigt Vorteile von Inklusion, beantwortet häufige Fragen und bietet konkrete Tipps für Eltern und Pädagog:innen für einen guten Schulstart.

Was ist eine Inklusionsklasse?

Eine Inklusionsklasse (auch Integrationsklasse oder I-Klasse genannt) ist eine Schulklasse in einer inklusiven Schule, in der Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden.

Sie unterscheidet sich von:

  • So genannten „Regelklassen“, in denen nur Kinder ohne Behinderung unterrichtet werden, und
  • Förderklassen oder Sonderschulklassen, in denen ausschließlich Kinder mit anerkanntem sonderpädagogischem Förderbedarf lernen.

Ziel der Inklusionsklasse ist es, gemeinsames Lernen in Vielfalt zu ermöglichen –individuell, gerecht und fördernd.

Hier die häufigsten Eltern-Sorgen und Hilfestellungen dazu:

Eltern von Kindern ohne Behinderung fragen sich oft:

  • Wird mein Kind genug lernen?
  • Leidet der Unterricht unter Störungen?
  • Bekommt mein Kind genug Aufmerksamkeit von den Lehrkräften?

Diese Bedenken sind nachvollziehbar – beruhen aber häufig auf Unsicherheiten oder fehlenden Informationen.

Vorteile von Inklusion für alle Kinder

  • Studien und Erfahrungen aus inklusiven Schulen zeigen eindeutig, dass diese Sorgen unbegründet sind. Im Gegenteil – alle Kinder profitieren von der gemeinsamen Lernumgebung.
  • Kein Leistungsnachteil: Kinder ohne Förderbedarf lernen genauso viel wie in Regelklassen – teilweise sogar mehr.
  • Stärkeres Gemeinschaftsgefühl: Inklusionsklassen haben oft einen besseren sozialen Zusammenhalt als „Regelklassen“. 
  • Mehr soziale Kompetenz: Empathie, Rücksichtnahme und Toleranz werden früh gefördert.
  • Bessere Teamfähigkeit: Kinder lernen von Anfang an, miteinander statt nebeneinander zu lernen.
  • Individuellerer Unterricht: Lehrkräfte arbeiten differenzierter, oft kreativer und stärker schülerorientiert.
  • Weniger Mobbing: Vielfalt wird als selbstverständlich erlebt – das schützt vor Ausgrenzung.
  • Inklusion als Werteerziehung: Kinder wachsen mit dem Ideal der Gerechtigkeit und Vielfalt auf.

Was Sie als Eltern tun können

Wenn Sie Bedenken haben, dass Ihr Kind in eine Inklusionsklasse kommt, helfen folgende Schritte:

  • Sprechen Sie vor Schulbeginn offen mit Lehrkräften und Schulleitung: fragen Sie nach dem Konzept der Inklusion an der Schule.
  • Suchen Sie den Kontakt zu anderen Eltern: Elternvereine oder Infoveranstaltungen sind gute Anlaufstellen.
  • Informieren Sie sich aus seriösen Quellen: zum Beispiel bei der Diakonie, beim österreichischen Behindertenrat, oder der UN-Behindertenrechtskonvention
  • Lenken Sie den Blick auf die Chancen: überlegen Sie: Welche Kompetenzen wünsche ich mir für mein Kind – auch abseits von Noten?
  • Vertrauen Sie auf einen Prozess: es ist völlig in Ordnung, anfangs skeptisch zu sein. Vertrauen wächst mit der Erfahrung.

Was Pädagog:innen tun können, wenn Eltern skeptisch sind

Auch Lehrkräfte können viel dazu beitragen, Eltern die Angst vor der Inklusion zu nehmen:

  • Verständnis zeigen für Sorgen und Vorbehalte
  • Aufklären, was Inklusion wirklich bedeutet, Elternbildung leisten
  • Einblicke geben am Elternabend: in Methoden, Differenzierung, Unterstützungsangebote. 
  • Klasseneinblicke ermöglichen (z. B. durch Bilder, Hospitation, Elternabende)
  • Positive Erfahrungsberichte zu Schulbeginn teilen
  • Dialog auf Augenhöhe mit den Eltern ermöglichen
  • Leistungsentwicklung der Kinder transparent machen

Kein Grund zur Sorge – Inklusion ist eine Chance

Sorgen sind normal – vor allem, wenn es um das eigene Kind geht. Aber die Praxis zeigt: Inklusion funktioniert – und sie bringt alle Kinder weiter.
Statt Angst vor dem Neuen zu haben, lohnt sich ein genauerer Blick. Inklusion ist kein Nachteil, sondern ein Gewinn – für Ihr Kind, die Klasse und unsere Gesellschaft.

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