30 Jahre Werkstätte Wartberg: Ein Ort für gelebte Teilhabe

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09. Oktober 2026
Mit einem Jubiläumsfest feierte die Werkstätte Wartberg ihr 30-jähriges Bestehen. Was 1993 mit einem Pachtvertrag zwischen der Gemeinde Wartberg und dem Diakoniewerk begann, hat sich zu einem regional verankerten Beschäftigungsangebot für Menschen mit Behinderungen entwickelt.

Von der ehemaligen Schule zur Werkstätte

Aus dem ehemaligen Schulhaus entstand eine Werkstätte, die heute rund 40 Beschäftigungsplätze bietet und Menschen dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten einzubringen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Ziel war von Beginn an, einen wohnortnahen Arbeits- und Beschäftigungsort für Menschen mit Behinderungen aus dem Mühlviertel zu schaffen. Mit der Eröffnung vor 30 Jahren entstand erstmals eine Werkstätte des Diakoniewerks außerhalb des zentralen Standorts am Linzerberg in Gallneukirchen. Dezentralisierung und die Einbindung in das regionale Umfeld standen dabei im Mittelpunkt.

Zu Beginn standen 20 Beschäftigungsplätze zur Verfügung. Gearbeitet wurde unter anderem in einer Keramikwerkstatt, im textilen Bereich, beim Flechten und bei kleineren Holzarbeiten. Auch ein Webstuhl sowie Sortier- und Verpackungsarbeiten für Unternehmen gehörten zum Angebot. Für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf gab es eine eigene Fördergruppe.

Individuelle Fähigkeiten fördern und Teilhabe ermöglichen

Jeder Mensch bringt eigene Fähigkeiten, Interessen und Talente mit. Dieser Grundgedanke prägt die Arbeit in der Werkstätte Wartberg bis heute. Die begleiteten Mitarbeiter:innen können unterschiedliche Tätigkeiten ausprobieren, ihre Stärken weiterentwickeln und neue Fähigkeiten entdecken.

Neben den Beschäftigungsmöglichkeiten in der Werkstätte bietet die Integrative Beschäftigung seit rund zehn Jahren auch Einsätze in Betrieben und Einrichtungen der Region. Dazu zählen unter anderem BILLA in Pregarten, die Gemeinde, die Pfarre, die Bücherei und die Postpartnerstelle. Als nächster Schritt ist eine Zusammenarbeit mit dem Nahversorger Nah&Frisch in Wartberg geplant.

So entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten mitten im gesellschaftlichen Leben. Die begleiteten Mitarbeiter:innen übernehmen konkrete Aufgaben, begegnen Menschen aus der Region und gestalten ihren Arbeitsalltag auch außerhalb der Werkstätte.

Gemeinsam mit der Region gewachsen

Die enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wartberg und regionalen Partnern prägt die Entwicklung der Werkstätte seit ihren Anfängen. Ein gewachsenes Netzwerk eröffnet vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten und stärkt die Verbindung zur Region.

Dazu gehören die Postpartnerstelle, die das Diakoniewerk im Auftrag der Gemeinde betreibt, die Mitwirkung beim Adventmarkt und die Zusammenarbeit mit regionalen Vereinen. Auch der Behindertensport in Wartberg hat hier seine Wurzeln. Seine Anfänge liegen mittlerweile rund 20 Jahre zurück.

Die Werkstätte Wartberg steht seit 30 Jahren für eine Entwicklung, die weit über einen Beschäftigungsort hinausgeht. Es geht darum, Menschen mit Behinderungen Möglichkeiten zu eröffnen, ihre Fähigkeiten einzubringen, eigene Perspektiven zu entwickeln und selbstverständlich Teil der Gesellschaft zu sein. Dass dies in Wartberg gemeinsam mit der Gemeinde und vielen regionalen Partnern gelingt, ist ein wichtiger Teil dieser Erfolgsgeschichte. Auch in Zukunft wollen wir Angebote weiterentwickeln, die sich an den Menschen und ihren individuellen Möglichkeiten orientieren.

Mag.a Dorothea Dorfbauer, Geschäftsführerin im Diakoniewerk

Jubiläumsfest mit Zeitreise und Begegnungen

Rund 170 Gäste feierten gemeinsam mit begleiteten Mitarbeiter:innen, Angehörigen, Mitarbeitenden und Wegbegleiter:innen das Jubiläum. Bei einer Zeitreise blickten sie auf die Anfänge im ehemaligen Schulhaus und die ersten 20 Beschäftigungsplätze zurück. Persönliche Erinnerungen und große Fotowände machten die Entwicklung der Werkstätte über drei Jahrzehnte sichtbar.

Zum Programm gehörten musikalische Beiträge der Trommelgruppe des Diakoniewerks, ein ökumenischer Segen, eine Fotobox und Führungen durch die Werkstätte. Ein besonderer Programmpunkt war das Sonderpostamt: Die Gäste konnten Dankeskarten schreiben, die von begleiteten Mitarbeiter weitergeleitet wurden. Beim gemeinsamen Essen und Feiern klang das Jubiläum gemütlich aus.

Inklusion entsteht nicht durch Gesetze und Programme. Sie entsteht, wo Menschen einander begegnen, miteinander arbeiten und füreinander Verantwortung übernehmen! Das passiert in der Werkstatt Wartberg seit nunmehr 30 Jahren. Alles Gute weiterhin!

Landtagsabgeordneter Josef Naderer

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