Diakonie ist organisierte Nächstenliebe und Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Als Dachverband 30 großer und kleiner gemeinnütziger Sozialorganisationen gehört sie zu den fünf großen Sozialverbänden in Österreich.

Wer ist die Diakonie und was ist ihr Auftrag?

Die Diakonie versteht sich als Verband der Hilfs- und Sozialorganisationen der evangelischen Kirchen. Seit bald 150 Jahren begleitet, berät und betreut die Diakonie Menschen in schwierigen Lebenssituationen.  

Von Anfang an haben christliche Gemeinden Freude und Leid, Hoffnung und Angst geteilt und sich um Menschen in Not gekümmert. In der Gemeindediakonie tun das evangelische Pfarrgemeinden auch heute. 

„Von entscheidender Bedeutung ist die Intention der Diakonie, mit und nicht für Menschen zu arbeiten, um zu stärken und zu verändern.“ (Erklärung der Konferenz Europäischer Kirchen zur Diakonie, Bratislava 1994) Deshalb nimmt die Diakonie auch Stellung zu sozialpolitischen Fragen und bezieht Position, wenn es um die Rechte und den Schutz von Menschen in Notlagen geht. Und deshalb arbeitet die Diakonie gemeinsam mit Pfarrgemeinden und vielen anderen vor Ort im Sozialraum zusammen. 

Wir wollen allen Menschen ein Leben in Fülle ermöglichen, indem wir sie dabei begleiten, ihre Gaben wachsen zu lassen, und uns für Rahmenbedingungen stark machen, diese Gaben auch einsetzen zu können.

Mission-Statement der Diakonie

Wie hilft die Diakonie den Menschen? 

Die Hauptaufgabe der Diakonie ist da sein für und mit Menschen: 

  • Kinder und Jugendliche, die gute Bildung bekommen sollen, Therapie brauchen oder nicht bei ihren Familien leben können 
  • Familien, die soziale Krisen bewältigen müssen 
  • Menschen im Alter, die Betreuung und Pflege brauchen 
  • Menschen auf der Flucht, die in Sicherheit leben wollen 
  • Menschen mit Behinderung, die Unterstützung brauchen, damit sie selbstständig leben und teilhaben können 
  • Menschen, die einsam sind oder sich nach guter Nachbarschaft sehnen 
  • kranke Menschen, die eine e-Card haben, und kranke Menschen, die keine e-Card haben 
  • Menschen mit Armutserfahrungen, die Beratung, eine warme Mahlzeit oder ein Dach über dem Kopf brauchen 
  • Menschen in anderen Ländern, die mit Armut oder Katastrophen zurechtkommen müssen. 

Diakonie in Zahlen

im Jahr 2020

0
Menschen begleitet, betreut und beraten
0
Standorte
0
Mitarbeiter:innen
0
Freiwillige
0
Zivildiener und Freiwilliges Sozialjahr

Das Menschenbild der Diakonie 

Diakonie achtet Menschen in schwierigen Lebenssituationen als Person mit Namen, mit Biografie und Persönlichkeit, Fähigkeiten und Kraftquellen, Bedürfnissen und Rechten. Diakonie unterstützt Menschen, die sich als belastet, fremdbestimmt oder ausgeschlossen erfahren, dabei, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, für sich selbst zu sprechen und an der Gesellschaft teilzuhaben. 

Menschen mit sozialen Problemen sind mehr und etwas anderes als ihr Problem. Sie sind einmalige Personen mit Würde und Menschenrechten. Sie haben Wünsche und Träume, sie denken und handeln, sie ringen mit den Umständen, unter denen sie leben, sie leiden und machen Fehler, sie erleben Schönes und freuen sich. Wie jeder Mensch. 

Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser

Haltung und Werte der Diakonie

Im Mittelpunkt diakonischen Handelns steht der Mensch in seiner unantastbaren Würde, die nicht in menschlichem Verfügen, sondern in Gott gründet: der Mensch mit seinen Gaben und Fähigkeiten, mit seinen Bedürfnissen und Rechten, in seiner Verletzlichkeit und Endlichkeit, mit seiner Herkunft und Kultur. 

Im Mittelpunkt diakonischen Handelns steht die einzelne Person, denn jede:r hat seine:ihre besonderen Begabungen und ganz persönlichen Bedürfnisse. Und im Mittelpunkt diakonischen Handelns stehen alle Menschen, denn wir alle haben Dinge, die wir gut können, sind verletzlich und haben Bedürfnisse. Diakonie ist da für alle Menschen – egal welcher Religion, Herkunft, welchen Geschlechts oder Alters. 

Die Werte, die uns leiten, sind Hoffnung, Nähe, Selbstbestimmung/Empowerment und Teilhabe. Diese Werte gründen in einer gelebten Spiritualität, die in der evangelischen Tradition verankert ist und alle einlädt.

Hoffnung braucht ein JA. Das ist das Motto der Diakonie. Die Diakonie ist Hoffnungsträgerin für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Und Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind Hoffnungsträger:innen für andere. „Ein Optimist“, hat Karl Valentin gesagt, „ist ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt.“ Ein:e Hoffnungsträger:in nimmt die Dinge durchaus so tragisch, wie sie sind – und überlässt trotzdem die Zukunft nicht der Verzweiflung.  

Hoffnung braucht ein JA. Gott sagt JA zu uns Menschen – auch und gerade in unserer Verletzlichkeit. Deshalb sagen auch wir als Diakonie JA zu Menschen in Leid und Not. Dieser Zuspruch hilft Klient:innen und Mitarbeiter:innen, in schwierigen Situationen selbst JA zu sagen und Zuversicht zu schöpfen.

Hoffnung heißt, dass man trotz der nicht positiven Dinge zuversichtlich ist und dass man sich nicht entmutigen lässt.

Elisabeth, lebt im barrierefreien Wohnen der Diakonie.

Wir Menschen sind Beziehungswesen. Einsamkeit verletzt die Seele. Soziale Isolation schwächt und macht krank. Beziehungen sind heilsam. Soziale Kontakte stimulieren, Nähe schenkt Sicherheit und Geborgenheit. 

Deswegen versteht die Diakonie Soziale Arbeit als Beziehungsarbeit, lebt professionelle Nähe und arbeitet mit bindungsgeleiteten, personenzentrierten Ansätzen. Personsein wird in Beziehungen aktualisiert, Beziehungen ermöglichen es Menschen, sich als Person mit Würde zu erfahren. „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ (Martin Buber) Deswegen unterstützen wir unsere Mitarbeiter:innen dabei, beziehungsorientiert zu arbeiten und so Sinn in ihrer Arbeit zu finden. 

Wärme braucht der Mensch. Drum ist es so wichtig, dass Sie für uns da sind.

Frau S., lebt mit Demenz, besucht ein Tageszentrum der Diakonie.

„Was willst du, dass ich für dich tun soll?“ fragt Jesus den blinden Bettler Bartimäus (Mk 10, 46-52). Das ist die entscheidende Frage – auch für die Diakonie. Diakonisches Handeln heißt nicht, zu wissen, was für Menschen in Not gut ist, sondern sie zu fragen, wie sie leben wollen und welche Unterstützung sie dafür brauchen.  

Autonomie ist zentral für die Diakonie. Autonomie bedeutet, das Leben leben zu können, das ich leben möchte – und die dafür nötige Unterstützung zu bekommen. Autonomie und angewiesen sein auf andere widersprechen sich nicht. Im Gegenteil: beraten, begleiten und betreuen heißt für die Diakonie, für die Selbstbestimmung von Menschen mit Unterstützungsbedarf sorgen. 

Menschen wollen und sollen selbst bestimmen können, wie sie leben. Dazu gehört auch, Hilfe zu brauchen. Das ist keine Schwäche, sondern normal. Und es zeugt von Stärke, sagen zu können, was man braucht. 

Ich bin froh, dass ich jetzt selbstständig lebe. Nach der Arbeit habe ich meine Ruhe, aber alleine bin ich hier nicht.

Irene Friedl, lebt im selbstbestimmten Wohnen der Diakonie.

Menschen in schwierigen Lebenssituationen leiden nicht nur unter der Situation selbst – unter finanziellen Sorgen und armutsbedingten Erkrankungen, unter Einschränkungen durch Behinderungen und Barrieren, die im Weg stehen, unter zunehmender Gebrechlichkeit im Alter oder den Symptomen von Demenz. Sie leiden auch – und oft noch mehr – unter Vorurteilen und Stigmatisierung, Beschämung und sozialem Ausschluss. 

Diakonie setzt sich dafür ein, dass alle Menschen sich zugehörig und wertgeschätzt erleben und an den Chancen und Möglichkeiten, die unsere Gesellschaft bietet, teilhaben können: an materiellen Gütern, Bildung, Menschenrechten und politischen Entscheidungsprozessen. 

Mein Freundeskreis hat sich mit der Zeit aufgelöst. Einfach mal so in die Therme fahren oder andere Aktivitäten sind für mich einfach nicht drin. Auch in meine Wohnung will ich niemand mehr einladen, weil ich mich einfach schäme.

Monika, Armutsbetroffene.
Auf dem Bild sind Schülerin Sabrina und Schüler Liam zu sehen sowie die Aufschrift: Diakonie: Hoffnung braucht ein Ja.
Liam und Sabrina sind Schüler:innen an der inklusiven I-FIT-Schule / © IDENTUM

Hoffnung braucht ein JA!

Hoffnung heißt: Wir überlassen die Zukunft nicht der Verzweiflung. Wir schauen gemeinsam nach vorne. Wir sind füreinander da.

Wir rücken die Geschichten von Menschen ins Licht der Öffentlichkeit, die für uns alle Hoffnungsträger:innen sind.

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