Organisation, Finanzierung, Strukturen – häufig gestellte Fragen und Antworten rund um die Diakonie in Österreich. 

Die Diakonie ist ein Netzwerk 30 größerer und kleinerer Sozialorganisationen und regional unterschiedlich vertreten – und nicht wie z.B. Caritas oder Rotes Kreuz in Landesverbänden organisiert. Manche diakonischen Trägerorganisationen sind in mehreren Bundesländern tätig, andere in einem Bundesland, wieder andere an einem oder zwei Standorten. Manche Organisationen beackern mehrere Felder der Sozialen Arbeit, andere konzentrieren sich auf einen oder zwei Bereiche. 

Die größten diakonischen Träger sind

  • Diakoniewerk: Das Diakoniewerk bietet Dienstleistungen in den Bereichen Alter und Pflege, Behinderungen und Inklusion, Bildung für Kinder und Jugendliche, Bildung für Erwachsene, Gesundheit und Medizin, Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familie, Nachbarschaft und Lebensräume in den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Niederösterreich, Wien und der Steiermark. 
  • Diakonie de La Tour: Die Diakonie de La Tour bietet Dienstleistungen in der Bereichen Alter und Pflege, Hospiz- und Trauerbegleitung, Behinderung und Inklusion, Flucht und Integration, Bildung für Kinder und Jugendliche, Bildung für Erwachsene, Gesundheit und Medizin, Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familie, Nachbarschaft und Lebensräume in Kärnten und der Steiermark.
  • Diakonie Eine Welt: Die Diakonie Eine Welt bietet Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Beratung und Begleitung für Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografie und Menschen, die von Einsamkeit oder Wohnungslosigkeit betroffen sind und ist in den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Salzburg, Tirol, Burgenland und Kärnten tätig. 
  • Diakonie Zentrum Spattstraße: Die „Spatti“ ist da für Kinder und Jugendliche in Oberösterreich und bietet Dienstleistungen im Bereich der Sozial- und Heilpädagogik sowie im Bereich der medizinisch-therapeutischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Not und Krisensituationen.

Alle diakonischen Träger haben sich in der Diakonie Österreich als Dachverband zusammengeschlossen.  

Überblick über alle diakonischen Trägerorganisationen in Österreich

Im Jahr 2020 hat die Diakonie insgesamt rund 480 Millionen Euro eingesetzt, um Menschen zu unterstützen und Dienstleistungen bereitzustellen. Die Mittel stammen zum größten Teil von der öffentlichen Hand, aber auch von der Kirche, aus Spenden und aus privaten Kostenbeiträgen. 

Zum Jahresbericht

Die Diakonie versteht sich als Soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Die Diakonie arbeitet für und mit allen Menschen, unabhängig von ihrer Kirchenzugehörigkeit oder religiösen Haltung. Evangelisch zu sein ist keine Voraussetzung, um in der vielfältigen Gemeinschaft der Diakonie arbeiten zu können. 

Die evangelischen Kirchen teilen mit anderen Kirchen die Überzeugung, dass Nächstenliebe und soziale Verantwortung zum Glauben dazu gehören. Die Diakonie ist der Caritas als Hilfs- und Sozialorganisation der katholischen Kirche im ökumenischen Geist der versöhnten Verschiedenheit verbunden.

Das Wort Diakonie kommt aus dem Altgriechischen: „diakonia“ heißt Dienst. Bei Diakonie geht es um den Dienst am Menschen auf Basis christlicher Nächstenliebe. 

Bereits im Urchristentum war die Versorgung aller in einer Gemeinschaft, in der sich alle gegenseitig unterstützen, zentral. In der Apostelgeschichte in der Bibel (Apg 6, 1-7) wird erzählt, dass in der Gemeinde in Jerusalem sieben Männer berufen werden, die sich um die Versorgung der griechischen Witwen kümmern sollen. Diese sieben gelten als die ersten Diakone. 

Die Sorge um Arme und Kranke zieht sich durch die ganze Kirchengeschichte. Ihre konkrete Form hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert und weiterentwickelt. Die moderne Diakonie in Österreich begann mit Initiativen, Einrichtungen und Angeboten im 19. Jahrhundert, besonders geprägt durch das Engagement der Diakonissen. Heute leistet die Diakonie Dienst am Menschen auf Basis der Standards professioneller Sozialer Arbeit und arbeitet als Teil der freien Wohlfahrt in Kooperation mit der öffentlichen Hand sowie partnerschaftlich mit Initiativen und Menschen vor Ort im Sozialraum.

Das Kronenkreuz ist das Logo der Diakonie. Es wurde 1925 von Richard Boeland, Professor an der Kunstschule Berlin, entworfen. Damals hieß die Diakonie „Innere Mission“. Boeland verband die Anfangsbuchstaben I und M zu einem künstlerischen Signet, das in den 1970iger und 1980iger Jahren zum Logo in seiner heutigen Form grafisch weiterentwickelt wurde und die Bezeichnung Kronenkreuz erhielt. 

Das Kreuz steht für menschliche Verletzlichkeit, Not und Leid, die Krone steht für Hoffnung und Auferstehung. Damit bringt das Kronenkreuz das Motto der Diakonie „Hoffnung braucht ein JA“ zum Ausdruck: Hoffnung heißt nicht, dass alles gut wird – sondern Hoffnung heißt, die Zukunft nicht der Verzweiflung zu überlassen und zuversichtlich auch in schwierigen Lebenssituationen nach Wegen zu suchen.