Rückblick Fachtagung Demenz: Was Menschen mit Demenz und Mitarbeitende stärkt
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Demenz stellt neue Anforderungen an die Begleitung
Mit einer älter werdenden Bevölkerung steigt auch die Zahl der Menschen, die mit Demenz leben. Das stellt Fachkräfte in Pflege und Betreuung vor neue Aufgaben. Auch die Begleitung von Menschen mit Behinderungen, die mit Demenz leben, bringt besondere Fragen mit sich. Gleichzeitig betrifft das Thema viele Angehörige, die Menschen mit Demenz zu Hause begleiten.
Humor als Ressource im Arbeitsalltag
Matthias Prehm eröffnete den Tag mit seiner Keynote „Pflege deinen Humor“. Der Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie und Inhaber der Seminaragentur HumorPille® zeigte, wie Humor helfen kann, mit herausfordernden Situationen im Arbeitsalltag umzugehen und die eigene Resilienz zu stärken. Beispiele aus seiner beruflichen Praxis machten deutlich, wie Humor als persönliche Ressource eingesetzt werden kann.
Gute Teamarbeit stärkt die Lebensqualität
Christian Müller-Hergl, Pflegeexperte und Autor, widmete sich der Bedeutung von Teamarbeit für die Lebensqualität von Menschen mit Demenz. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Teams ihren Betreuungsalltag gemeinsam reflektieren und weiterentwickeln können.
Müller-Hergl stellte die von ihm entwickelte Methode Feedback Demenz (FeDem) vor. Sie unterstützt Teams dabei, Situationen und Abläufe im Betreuungsalltag gezielt zu analysieren, gemeinsam zu reflektieren und Möglichkeiten für Veränderungen zu entwickeln. Dabei geht es sowohl um das Wohlbefinden der Bewohner:innen als auch um die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden.
Menschen mit Demenz und kognitiver Beeinträchtigung besser verstehen
Mariana Kranich, Psychologin und diplomierte Psychogerontologin, stellte den Ansatz der emotionalen Entwicklung SEED vor. Er hilft dabei, den emotionalen Entwicklungsstand von Menschen mit Demenz und kognitiver Beeinträchtigung besser zu verstehen.
Gerade bei Menschen mit Behinderungen können kognitive und emotionale Entwicklung unterschiedlich ausgeprägt sein. Werden die emotionalen Bedürfnisse im Betreuungsalltag nicht ausreichend berücksichtigt, kann es zu Überforderung kommen. Der SEED-Ansatz unterstützt Fachkräfte dabei, Verhalten besser einzuordnen und die Begleitung entsprechend auszurichten.
Praxisnahe Methoden für die Demenzbegleitung
Am Nachmittag vertieften Karla Kämmer, Diplomierte Sozialwissenschafterin, und Mario Golser vom Team Netzwerk Entwicklung und Wissen im Diakoniewerk die Methode Feedback Demenz anhand konkreter Beispiele.
In Gruppen tauschten sich die Teilnehmenden über Situationen aus ihrem eigenen Betreuungsalltag aus. Dabei ging es unter anderem um die Frage, welche Veränderungen im Verhalten von Bewohner:innen sichtbar werden können, wenn neue Wege in der Begleitung erprobt werden.
Den Abschluss bildete der Beitrag von Pia Achilles, Sozialwissenschafterin und Coachin. Sie gab Impulse für mehr Resilienz im Arbeitsalltag und zeigte, welche Rolle Rituale dabei spielen können, Mitarbeitende in Einrichtungen zu stärken und Überforderung vorzubeugen.
Angehörige im Mittelpunkt
Im Anschluss an die Fachtagung lud die Diakonie Akademie zu einem kostenlosen Angehörigenabend ein. Angehörige konnten Fragen zur Begleitung von Menschen mit Demenz stellen und sich mit Fachkräften des Diakoniewerks, Referent:innen der Fachtagung und einer Neurologin austauschen.
Damit bot der Tag neben der fachlichen Weiterbildung auch Raum für persönliche Fragen und den Austausch zwischen Fachkräften und Angehörigen.
Fachtagung Demenz 2027
Die nächste Fachtagung Demenz der Diakonie Akademie findet am 23. September 2027 statt.