Wiener Sozialorganisationen warnen vor Kürzungen
- News
Sozialer Zusammenhalt in Gefahr
Die Wiener Stadtregierung plant für 2027 Einsparungen im Sozialbereich in dreistelliger Millionenhöhe. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am 7. Oktober warnte das Bündnis Wiener Sozialorganisationen „Wien bleibt anders“, vertreten durch Robert Mittermair (Verein LOK), Dieter Schrattenholzer (SOS Kinderdorf Wien), Martin Wurzenrainer (Integrationshaus) und Andreas Gampert (Diakonie), vor den Folgen für Menschen mit Behinderungen, Kinder und Jugendliche, Geflüchtete sowie wohnungslose Menschen. Für die Wohnungslosenhilfe sprach Andreas Gampert vom Diakonie Eine Welt Sozialdienst. Er beobachtet einen steigenden Unterstützungsbedarf: Immer mehr wohnungslose Menschen sind zusätzlich mit psychischen Erkrankungen, Sucht oder Pflegebedarf konfrontiert. „Komplexere Problemlagen bedeuten auch komplexere Unterstützung“, so Gampert.
Die Wohnungslosenhilfe ist eng mit anderen Bereichen wie Behindertenhilfe, Pflege, Psychiatrie und Suchthilfe verbunden. Fehlende Plätze und lange Wartezeiten in diesen Bereichen können dazu führen, dass Menschen ihre Wohnung verlieren und schließlich in der Wohnungslosenhilfe Unterstützung suchen. Umgekehrt fehlen dort Plätze, wenn passende weiterführende Angebote nicht verfügbar sind.
Kurzfristige Einsparungen - langfristige Folgen
Weitere Kürzungen würden deshalb nicht nur die Angebote der Wohnungslosenhilfe schwächen, sondern den Druck auf das gesamte soziale Netz erhöhen, warnt Gampert. „Soziale Problemlagen lassen sich nicht wegsparen: Sie verschärfen sich und verlagern sich in andere Bereiche – mit höheren menschlichen und finanziellen Folgekosten.“
Das Bündnis fordert daher eine verlässliche Finanzierung entsprechend dem tatsächlichen Bedarf und einen gemeinsamen Reformprozess mit der Stadt. Ziel müsse sein, durch frühzeitige und abgestimmte Unterstützung Wohnungslosigkeit und andere soziale Notlagen möglichst zu verhindern.
Mehr Informationen: www.wienbleibtanders.at