Demenz kann auch bedeuten, dass jemand das Sprechen „verlernt“

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22. September 2026
Wie Kommunikation ohne viele Worte funktionieren kann

Sprache und Demenz

Wenn sich Menschen wenig an Gesprächen beteiligen, ist es trotzdem gut möglich mehr mit ihnen in Kontakt zu treten. 
Wie dabei auch technische Hilfsmittel helfen können, zeigt ein neues Projekt in Wien. 

Brit Bernhart, Mitarbeiterin von LIFEtool Wien, war bisher vor allem in der Beratung von Menschen mit Behinderungen und deren Angehörigen zum Thema Kommunikation und Kommunikations-Hilfsmittel tätig. Seit März kommt Brit zweimal pro Woche in die Hausgemeinschaften für Senior:innen in Wien/Erdbergstraße.

Musik und Bilder auf dem Ipad lassen Erinnerungen erwachen

Sowohl in Einzelsettings als auch in der Kleingruppe setzt UK-Expertin Brit Bernhart verschiedene Anreize, um mit den Senior:innen in Kontakt zu treten und die Kommunikation – besonders auch unter den Bewohner:innen – zu fördern. 

Musik und Bilder können Erinnerungen wachrufen

Gemeinsam werden zB auf iPads je individuelle Oberflächen erarbeitet, wo die betreffende Person ohne besondere feinmotorische Fähigkeiten einen Sprachtaster betätigen oder Wünsche äußern kann. Und sie können zB. Musik, Bilder und Videos aus der Jugendzeit abspielen. Das weckt Emotionen und Erlebnisse von früher. 

„Plötzlich kommen die Bewohner:innen miteinander ins Gespräch und nehmen bewusst die Gesellschaft der anderen wahr. Mit Hilfe von UK konnte ein Bewohner, der seit einem Unfall vor vielen Jahren nicht mehr spricht, seiner Mutter eine persönliche Grußbotschaft „sagen“. Solche Momente sind unheimlich schön mitzuerleben und motivieren mich zusätzlich in meiner Arbeit“, erzählt Brit Bernhart. 

Auch die Demenz-Katze Sissi fördert Kommunikation

Regelmäßig bringt die Beraterin auch die „Demenz-Katze“ mit. Sissi, wie die Katze von den Bewohner:innen liebevoll genannt wird, schnurrt, miaut und bewegt den Kopf, wenn sie gestreichelt wird. Die Katze am Schoß bringt bei vielen Senior:innen lang verschüttete Erinnerungen hervor – wie beiläufig entsteht so eine Kaffeekränzchen-Atmosphäre mit Interaktion, die sich sehr positiv auf die Hausgemeinschaft auswirkt.  

Wenn jemand im Umfeld an Demenz erkrankt, kommen viele Fragen auf. Hier finden Sie umfassende Informationen zu den verschiedenen Aspekten der Erkrankung:  

Onlineratgeber Demenz

Was bedeutet UK?

UK ist die Abkürzung für „Unterstützte Kommunikation“ und kommt aus dem Bereich der Behindertenarbeit. UK ermöglicht es, dass Menschen ohne Lautsprache oder mit eingeschränkter Sprachfähigkeit mittels analogen und digitalen Hilfsmitteln mit ihrer Umwelt kommunizieren können. Je nach den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kund:innen steht eine ganze Palette an Hilfsmitteln zur Verfügung.

Diese reicht von ausgedruckten Symbolen und Buchstaben bis hin zu hochdigitalen Anwendungen wie augengesteuerten Computerprogrammen.

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Ihre Ansprechperson zu dieser Story

Dr.in Roberta Rastl-Kircher
Pressesprecherin & Medienarbeit