49. Martinstift-Symposion

"Kein ALTER Hut" Menschen mit Behinderung auf dem Weg ins Alter
Datum
14.10.2022 | 09:00 bis 14:00
Veranstaltungsort
Linz, Brucknerhaus
Veranstalter
Diakoniewerk

Das Martinstift-Symposion beschäftigt sich heuer mit den Altersbildern von Menschen mit Behinderung. Was heißt Teilhabe im Alter? Wie kann positive Beziehung in dieser Lebensphase gelingen und welchen Beitrag leistet dies zur Arbeitszufriedenheit der Begleiter:innen? Welche Unterstützungsangebote im Sozialraum braucht es dazu?  

Programm

9.00 Uhr

Begrüßung und Eröffnung

9.15 Uhr

Dagmar Wagner, M.A.,
"Altersbilder auf dem Prüfstand: Warum eine Gesellschaft des hohen Alters nur mit einer positiven Einstellung zum Alter(n) gelingt!  "

10.10 Uhr

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann
"Teilhabe kennt kein Alter!"

11.00 Uhr

Pause

12.00 Uhr

Dipl.-Theol., BPhil. Christian Müller-Hergl 
"Eine Pädagogik des Wohlfühlens"

12.50 Uhr

Ruth Oberhuber, Alfred Rauch
"Individuelle Altersbilder"

13.10 Uhr

Podiumsgespräch

14.00 Uhr

Ende

Das Martinstift-Symposion ist im Sinne der Fortbildungsverpflichtung im Rahmen des Sozialbetreuungsberufegesetzes und als Fortbildung im Rahmen der Fortbildungsverpflichtung gemäß 5 63 GuKG anrechenbar.

Referent:innen

Dagmar Wagner, MA
älterwerden.net, Referentin zum Thema Älterwerden, Biografin, Dokumentarfilmerin, Bloggerin
Altersbilder auf dem Prüfstand: Warum eine Gesellschaft des hohen Alters nur mit einer positiven Einstellung zum Alter(n) gelingt!

Wir werden immer älter und mehr davon. Doch eine Gesellschaft des hohen Alters kann nur erfolgreich sein, wenn sich die besonders im Alter entwickelnden Stärken auch in unseren Altersbildern widerspiegeln, denn: Älterwerden und alt sein ist nicht nur ein Verlustgeschäft! 

Zur Person:

Dagmar Wagner (Jg. 1960) lebt in München und bei Frankfurt/Main. 

Ausbildung:
Magister Artium (LMU München) in Kommunikationswissenschaft mit Psychologie;
Absolventin Hochschule für Fernsehen und Film, München, (Dokumentarfilm);
Cand. M.Sc. Gerontologie FAU Erlangen-Nürnberg seit 2020.

Auszeichnungen (Auswahl): Bayerischer Filmpreis, 6. Deutscher Biografiepreis

Regisseurin des hochgelobten Kinodokumentarfilms Ü100 (2017). Ü100 wurde daraufhin der offizielle Beitrag des Bayerischen Fernsehens zum 100jährigen Jubiläum des Freistaat Bayerns in 2018.

Dagmar Wagner begann1981 ihre berufliche Laufbahn als Journalistin und Autorin für Drehbücher, wechselte 1987 in die Dokumentarfilmregie für Kino und Fernsehen. Seit 2010 arbeitet sie als Biografin. Der intensive Kontakt mit älteren Menschen führte sie zum Thema Älterwerden. Ihre seitdem langjährigen autodidaktischen Studien inspirierten sie zum Kinodokumentarfilm Ü100 (2017) und schließlich zum Masterstudium der Gerontologie. Seite 2010 schreibt sie in einem eigenen BLOG zu Themen rund ums Älterwerden.
Heute arbeitet sie als Beraterin zum Thema Älterwerden und ist eine vielgefragte Referentin an Hochschulen, Volkshochschulen, Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche, auf Kongressen, bei Bildungsforen, Landratsämtern, Kultureinrichtungen, Bildungsinstitutionen, Stiftungen etc.
Sie führt Mitarbeiterschulungen in namhaften Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche durch und unterrichtet an Berufsfachschulen für Pflege.
Ihre bundesweite online-Bildungsreihe Film & Älterwerden für das Curatorium Altern gestalten wurde gefördert durch das Bundesfamilienministerium. Sie realisierte ebenfalls Projekte für das Bayerische Staatsministerium für Familie.

www.aelterwerden.net

 https://aelterwerden.net/blog

dagmarwagner@aelterwerden.net


 

Prof. Dr. Friedrich Dieckmann
Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Münster Leiter des Instituts für Teilhabeforschung
Teilhabe kennt kein Alter!

Die Lebenslagen von alten Menschen mit einer lebensbegleitenden Behinderung und von Menschen, die eine Behinderung erst im Alter erworben haben, unterscheiden sich deutlich.
Das Alter lässt sich als gesellschaftlich konstruierte Lebensphase begreifen, die mit bestimmten Entwicklungsaufgaben verbunden ist. Zugleich sind biologische Aspekte des Alterns und die Wirkung defizitärer Altersbilder auf Menschen mit Behinderung zu beachten.
Die Teilhabeforschung und die Gerontologie können voneinander profitieren und dazu beitragen, die strikte Segmentierung unterstützender Strukturen für Menschen mit Behinderung und Menschen im Alter zu überwinden zu Gunsten der Gestaltung inklusiver Gemeinwesen, Gesundheitswesen und Unterstützungsangebote.

Zur Person:

PROF. DR. FRIEDRICH DIECKMANN

AUSBILDUNG

1984 - 1988    Studium der Psychologie (Diplom) an der Eberhard Karls Universität Tübingen
1986 - 1990    Stipendiat des Cusanuswerks
1988 - 1989    Studium im PhD-Programm "Environment & Behavior Studies" an der Fakultät für Architektur und Stadtplanung der University of Wisconsin-Milwaukee
1989 - 1993    Abschluss des Diplomstudiums an der Uni Tübingen
2002                Promotion zum Dr. rer.soc. an der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Uni Tübingen mit dem Thema „Wohnalltag und Kontaktchancen schwer geistig behinderter Erwachsener - ein Vergleich unterschiedlich zusammengesetzter Wohngruppen“
    
BERUFLICHE TÄTIGKEIT

1992 - 1994    Wissenschaftlicher Angestellter an der Eberhard Karls Universität Tübingen
1994   1999    Hauptamtlicher Dozent für Psychologie, Soziologie und Psychiatrie an der Fachschule für Sozialpädagogik des Diakonischen Instituts für soziale Berufe Reutlingen
1999 - 2003    Sozialplaner in der Behindertenhilfe beim Landeswohlfahrts-                 verband Württemberg-Hohenzollern in Stuttgart
2001 - 2003    Lehrbeauftragter für Psychologie in der Sozialen Arbeit an der Ev. Fachhochschule Ludwigsburg
2003 - 2012    Professur für Psychologie an der Kath. Hochschule Nordrhein-Westfalen, Abteilung Münster
seit 2010        Leiter des Instituts  für Teilhabeforschung, früher Forschungsschwerpunkt
seit  2012       Professur für Heilpädagogische Psychologie, KatHO NRW 
2017-2020     Forschungsprofessur des Landes NRW

Mitglied im Promotionskolleg Nordrhein-Westfalen
seit 2010    stellvertr. Vorsitzender der Deutschen Heilpädagogischen Gesellschaft (DHG)
seit 2020    Sprecher des bundesweiten Aktionsbündnisses Teilhabeforschung
                    Mitglied des Beirats zur Wirkungsprognose des BTHG beim BMAS
                    Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesvereinigung Lebenshilfe 

                    Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGP), der International Association of the Scientific Study of Intellectual and Developmental Disabilities (IASSIDD)

Christian Müller-Hergl
Fakultät für Gesundheit (Department für Pflegewissenschaft) Dialog und Transferzentrum DemenzUniversität Witten/Herdecke
Eine Pädagogik des Wohlfühlens

Menschen mit geistiger Behinderung entwickeln vergleichsweise früher eine Demenz, die deutlich anders verläuft als Altersdemenzen. Zudem unterscheidet sich die Ausgangslage und der Hintergrund der Personen deutlich von Menschen mit Altersdemenzen. Fronto-temporale Symptome, Apathie, zunehmend pflegerische und körpernahe Arbeitsaufträge stellen zentrale Herausforderungen dar, für deren Bewältigung die pädagogischen Konzepte der klassischen Behindertenarbeit nicht mehr ausreichen. Pflegerisches und gerontopsychiatrisches Wissen gilt es zu integrieren, um ein ‚aging in place‘ auch von Menschen mit geistiger Behinderung und Demenz zu ermöglichen.
Folgende Herausforderungen gilt es zu bedenken: 
Das veränderte Verhalten verstehen: welche Rolle spielen die sich verändernden kognitiven Funktionen, insbesondere der Einbruch in den Exekutivfunktionen? Was sind mögliche Auslöser, Anlässe, Bedürfnisse? Ansätze bilden Ansätze der funktionalen Analyse. 
Wie kann der Person ein Demenzverständnis nahegebracht, sie auf den dementiellen Prozess vorbereitet und bei dessen Gestaltung beteiligt werden?
Passt die Wohnumgebung oder bedarf es einer Anpassung in Bezug auf Lärm, Anzahl der Personen (crowding), Vereinfachung?
Einbrüche im Sprachverstehen erschweren das Zusammenleben mit den anderen Bewohnern: wie kann man hier helfen und die sozialen Konflikte entschärfen?
Eine Weiterbeschäftigung in den Werkstätten ist schwierig: wie kann eine eher wohnungsnahe Tagesstrukturieren aussehen, die zunehmend eng begleitet werden muss? Welche bewährten Konzepte aus der Altenhilfe können übernommen und angepasst werden? (Validation, Reminiszenz, Musik, sensorische Möglichkeiten, wettbewerbsfreie Spiele und Tätigkeiten)
Pflegerische Themen wie Körperpflege, Ernährung, Bewegung und Stürze werden wichtig, um die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. 

Zusammenfassend sehen sich MitarbeiterInnen mit neuen Herausforderungen konfrontiert: es gilt, den Abbau von Fähigkeiten anzunehmen, mittels Vereinfachung stressreduzierend zu arbeiten, körpernahes Arbeiten zu integrieren. Verhaltensveränderungen und affektive Störungen belasten die Beziehungsarbeit und verschärfen Rollenkonflikte. Es gilt, eine Pädagogik des ‚Wohlfühlens‘ zu entwickeln zusammen mit einer positiven Würdigung von Regression und Passivität. 
 

Zur Person:


seit 2003 fortlaufend : Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Freien Universität Witten/Herdecke, Institut für Pflegewissenschaften
• DCM Strategic Lead Germany, Basislehrgang Gerontopsychiatrie, Verantwortlich für das Modul 1 des Multiprofessionellen Masterstudiengangs Demenz
„Demenz als existenzielle Situation des Menschseins“
2003 -2018: Dialog- und Transferzentrum Demenz, hauptverantwortlich für den Forschungsnewsletter

2019-2022: Wiss. Mitarbeiter Hochschule Osnabrück Dialogzentrum Leben im Alter

Brucknerhaus Linz

Untere Donaulände 7
4010 Linz

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Anmeldeformular Martinstift-Symposion 2022

Melden Sie sich bitte hier für die Teilnahme zum Martinstift-Symposion 2022 an. Die gewünschten Eintrittskarten und die Rechnung erhalten Sie zeitgerecht vor der Veranstaltung.

Rechnungsadresse:

Abweichende Lieferadresse für die Eintrittskarten

Kartenbestellung

*für Schüler:innen, Studierende, Wehr-/Zivildiener, Menschen mit Behinderung und Pensionist:innen

Übersetzung in Gebärdensprache

Im Vortragssaal ist eine Induktionsschleife vorhanden. Bei Bedarf werden alle Beiträge in Gebärdensprache übersetzt. Bitte melden Sie Ihren Bedarf bis spätestens 21. September 2022 an!
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Hinweis zur Foto- und Videoaufnahme

Im Rahmen dieser Veranstaltung können Fotografien und/oder Filme erstellt werden. Mit der Anmeldung zur Veranstaltung nehmen Sie zur Kenntnis, dass Fotografien und Videomaterialien, auf denen Sie abgebildet sind, zur Berichterstattung bzw. Öffentlichkeitsarbeit verwendet und in verschiedensten (Sozialen) Medien, Publikationen und auf Webseiten des Diakoniewerks veröffentlicht werden.

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