(Un-)Sichtbar - Kinder von Inhaftierten

Fachkonferenz Wenn über Straffälligkeit, Verurteilung und Inhaftierung gesprochen wird, steht die straffällig gewordene Person im Mittelpunkt. Weniger sichtbar sind die Opfer aber auch die Menschen im Umfeld der verurteilten Person - insbesondere die Kinder. Dabei kann die Inhaftierung eines Elternteils tief in das Familienleben eingreifen - in Bindungen, Alltagsstrukturen, finanzielle Sicherheit und das emotionale Erleben der Kinder.
Datum
20.11.2026 | 08:45 bis 16:00
Veranstaltungsort
Onlineveranstaltung
Veranstalter
ASH Forum
Kosten

60,- Euro Normaltarif

30,- Euro ermäßigter Tarif. Wir bitten um Kontaktaufnahme für eine Vereinbarung unter office@ash-forum.at

Medienvertreter:innen ersuchen wir um Kontaktaufnahme zur Akkreditierung unter office@ash-forum.at

Allein in Deutschland sind schätzungsweise rund 100.000 Kinder von der Inhaftierung eines Elternteils betroffen. Dennoch bleiben ihre Perspektiven in Forschung, Praxis und öffentlicher Wahrnehmung häufig unterrepräsentiert.

Die Fachkonferenz für den deutschsprachigen Raum rückt diese Kinder in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen ihre Lebenslagen, Belastungen, Bewältigungsstrategien und Unterstützungsbedarfe. Gemeinsam mit Fachkräften aus Wissenschaft und Praxis sowie Menschen mit Lebenserfahrungen werden Möglichkeiten und Notwendigkeiten aufgezeigt, wie Kinder inhaftierter Eltern besser wahrgenommen, geschützt und begleitet werden können.

Zielgruppe: 

Die Fachtagung richtet sich an Fachpersonal aus dem Bereich Justiz, Kinder- und Jugendhilfe, Psychiatrie, Pädagogik. Adressiert sind Menschen, die sich hauptamtlich oder ehrenamtlich in der Seelsorge oder anderen Angeboten engagieren. Relevant ist die Tagung für Vertreter:innen aus der Politik sowie für Menschen mit Lebenserfahrung und Angehörige von verurteilten Personen. 

 

Konferenzprogramm

8:45 - 9:00

Ankommen, Check-In

9:00 - 9:15

Begrüßung

09:15 -10:00

Mitgefangen - Menschen mit Lebenserfahrung geben Einblicke

- Beitrag eines betroffenen Vaters
- Loki, Thorsten und Naomi im Gespräch

10:00 - 10:15

Pause

10:15 - 10:45

Unschuldig! Kinder Inhaftierter: „dein Vater ist kriminell wir dürfen mit dir nicht spielen.“ (Einführungsvortrag)

Selin Arikoglu, Kaholische Hochschule für Sozialwesen, Berlin

10:45 -11:25

Rechtliche Grundlagen (Vorträge)

Deutschland - Jochen Goerdeler, Bundesministerium für Justiz, Deutschland
Österreich - Markus Drechsler, Zentrum für Familienrecht sowie Menschen & Rechte, Österreich

11:25 - 11:30

Pause

11:30 - 12:15

Elternschaft in Haft - zum Wohl der Kinder Verantwortung ermöglichen.
Projekte und Maßnahmen in der JVA Dresden (Vortrag)

Katrin Schaefer, Verein MitGefangen e.V., Dresden

12:15 - 13:00

Mittagspause

13:00 - 13:30

Verletzte Bindungen, schwierige Wege – Traumabiographien verstehen.

Wie elterliche Inhaftierung Bindung, Entwicklung und psychische Gesundheit von Kindern prägt – und was ihnen bei der Bewältigung hilft. (Vortrag)

Sven Steffes Holländer, Ärztlicher Direktor, Heiligenfeld Kliniken

13:30 - 13:40

Pause

13:40 - 15:00

Best Practice Workshops

WS 1: KidMobil: Gelingende Mutter-Kind-Beziehung zwischen JVA, Sozialer Arbeit und Ehrenamt
Leitung: Neria Heil, Sozialarbeiterin, Beratungsstelle Tamar, Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Berlin

WS 2: Bei der Wahrheit bleiben. Wie sage ich es meinem Kind? Bücher zur Unterstützung
Leitung: Christine Hubka, Gefängnisseelsorgerin, ev. Pfarrerin im Ruhstand

WS3: What children with a parent in prison need: the power of meaningful contact
Leitung: Annelyn Smit, expert with life experience, owner of notmycrime.nl 
Note: Workshop will be held in English!

WS4: Was Familien insbesondere Kinder von Gefangenen brauchen - und was sie schaffen! Seelsorgerliche Angebote für Angehörige im Strafvollzug 
Leitung: Matthias Geist, Evangelische Kirche A.B. / Gefängnisseelsorge Wien, Österreich

WS5: Kinder von Inhaftierten im Blick: Welche Bedeutung haben Restorative Justice-Kreisdialoge im Strafvollzug für Elternschaft und Verantwortung?
Leitung: Daniela Hirt, Restorative Justice Praktikerin und Fortbildnerin

WS 6: Ehrenamt macht den Unterschied? Familienpat*innen im Einsatz - wie können von Haft betroffene Kinder profitieren?
Leitung: Julie Ganschow, Projektkoordinatorin vom Familienpatenschaftsprojekt "EhrenHaft" des FREIE HILFE Berlin e.V.

WS 7: Aufsuchend und niederschwellig: Der infoBUS als Praxisbeispiel für die Unterstützung von Angehörigen und Kindern Inhaftierter.
Leitung: Ivana Mehr, www.extramural.ch, Anlauf- und Beratungsstelle für Angehörige von Inhaftierten, Zürich

15:15 - 16:00

Abschlussplenum mit Insights aus den Workshops

15:00 - 15:15

Pause

16:00 - 17:00
Optional

 Offene Chatrooms mit den Gastredner:innen des Tages und Möglichkeit zu direktem Austausch

Planungsteam: 

Selin Arikoglu, Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin, Deutschland
Markus Drechsler, Zentrum für Familienrecht sowie Menschen & Rechte, Österreich
Markus Fellinger, Evangelische Gefängnisseelsorge, Österreich
Christine Hubka, Menschen & Rechte, Österreich
Monika Mokre, Union für die Rechte von Gefangenen, Österreich
Angelika Neuner, ASH Forum der Zivilgesellschaft, Österreich
Katrin Schaefer, MitGefangen e.V., Deutschland
Karl Wolfram, Menschen & Rechte, Österreich

Weitere: Tamara Höfer, Verein Richtungswechsel, Österreich