Mama, Papa... was ist Krieg?

  • Meinung
10. Mai 2022
Wie mit Kindern über Krieg sprechen?

Ein Beitrag von Dagmar Petrovitsch und Nina Stögmüller

Informationen über den Ukraine-Krieg kommen über verschiedene mediale Kanäle bei uns an, auch bei unseren Kindern. Eltern und Pädagog:innen sind gerade jetzt besonders gefordert, mit Kindern und Jugendlichen über den Krieg zu sprechen, aufzuklären - und soweit es geht zu beruhigen.

Wichtig ist es, dass über den Krieg gesprochen wird. Dass es kindgerechte Informationen gibt, die für die Kinder verständlich sind und ihre Angst lindern bzw. nehmen.

Es ist wichtig, Kinder und Jugendliche dort abzuholen, wo sie es altermäßig brauchen.

Kleine Kinder unter acht Jahren

  • Kleine Kinder sollten keinen realen (Fernseh-)Bildern über den Krieg ausgesetzt werden.
  • Emotionale Reaktionen können auftreten, die Kinder fragen sich, wie gefährliche dieser Krieg für die eigene Familie/das eigene Umfeld ist.
  • Vermitteln Sie den Kinder Sicherheit.
  • Gehen Sie auf die Fragen der Kinder ein und beantworten Sie diese so gut und schonend wie möglich.
  • Sie können den Kindern auch vermitteln, dass sie mit ihrer Angst nicht alleine sind, dass diese Angst jedoch in Österreich unbegründet ist.
  • Bieten Sie den Kindern an, dass sie immer wieder über ihre Angst sprechen können, sobald diese auftaucht.
  • Wenn das Thema Verletzte oder Kriegsopfer betrifft, vermitteln Sie, dass den Menschen vor Ort so gut wie möglich geholfen wird, dass sie versorgt werden und dass viele Staaten auf der Welt zusammen helfen, um das Leid und den Schmerz zu mildern.

Kinder von acht bis zwölf Jahren

  • Im Alter von acht bis zwölf Jahren fühlen sich Kinder oft hilflos, wenn sie vom Krieg erfahren und Bilder vom Krieg in der Ukraine sehen. Gespräche sind auch hier besonders wichtig.
  • Schaffen Sie Möglichkeiten, in denen die Kinder offen über ihre Fragen, Gefühle und Ängste reden können.
  • Klären Sie die Kinder auf und beruhigen Sie die Kinder. Greifen Sie die Fragen der Kinder auf. Das können moralische Fragen sein und Gedanken darüber, wer „Schuld“ hat an diesem Krieg. Kommt der Krieg und der Terror auch zu uns?
  • Vermitteln Sie den Kindern das Gefühl, dass sie jederzeit kommen können mit ihren Fragen, Gefühlen und Ängsten.

Jugendliche

  • Jugendliche haben einen breiten Zugang zu Informationen und bekommen täglich sehr viele Eindrücke vom Kriegsgeschehen in der Ukraine auf verschiedenen Wegen mit.
  • Tauschen Sie sich mit den Jugendlichen aus.
  • Wenn Sie Pädagog:in an einer Schule sind, sprechen und diskutieren Sie nach Möglichkeit regelmäßig gesellschaftspolitische Themen mit den Schüler:innen.
  • Viele Jugendliche möchten sich gegen den Krieg engagieren, aktiv werden und selber etwas tun. Besprechen Sie mit den Kindern, was Sinn macht und wie so ein Engagement aussehen könnte.

Mama, Papa... was ist Krieg?

Wenn zwei Menschen verschiedene Meinungen haben, dann kommt es oftmals zu Streit. Zum Streit mit Worten kommt leider manchmal auch noch körperliche Gewalt. Wenn sich zwei Regierungen von Ländern streiten, gibt es auch Meinungsverschiedenheiten, unterschiedliche Interessen und Macht. Kommt Waffengewalt ins Spiel, dann spricht man von Krieg. Auslöser für einen Krieg gibt es leider viele. Meistens geht es darum, dass ein Land ein anderes mit Waffen angreift, weil es sich dadurch wirtschaftliche und/oder politische Vorteile verspricht. Auf beiden Seiten gibt es Soldaten, die gegeneinander kämpfen. Viele sterben. Von kriegerischen Handlungen bleiben auch die Menschen in Städten und Dörfern nicht verschont. Das ist der Grund dafür, warum jetzt so viele Menschen aus der Ukraine flüchten, sie wollen mit ihrer Flucht ihr Leben retten. Manchmal wird ein Waffenstillstand vereinbart, dabei helfen andere Staaten als Vermittler. Das kann ein erster Schritt sein, den Krieg zu beenden. Nach dem Krieg müssen sich die Menschen wieder um den Frieden bemühen. Der letzte Krieg ist in Österreich schon 77 Jahre her. Im Jahr 1945 endete der zweite Weltkrieg und seitdem herrscht Frieden in unserem Land.