50 Jahre Wohnen Emmaus

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22. Juni 2026
Mit einem Jubiläumsfest feierte das Wohnhaus Emmaus am Linzerberg sein 50-jähriges Bestehen. Seit 1976 begleitet die Einrichtung des Diakoniewerks Menschen mit Behinderungen auf ihrem Weg zu einem möglichst selbstbestimmten Leben und gesellschaftlicher Teilhabe.

Ein Meilenstein der Behindertenarbeit

Was heute selbstverständlich erscheint, war Mitte der 1970er-Jahre noch keineswegs üblich. Mit Emmaus setzte das Diakoniewerk einen wichtigen Schritt hin zu Wohn- und Lebensformen, die sich an den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen orientieren. Die Eröffnung der Einrichtung war ein Meilenstein in der Behindertenarbeit in Oberösterreich. Ermöglicht wurde das Projekt durch das gemeinsame Engagement des Diakoniewerks und des Landes Oberösterreich. Gemeinsam mit Werkstätte, Kindergarten, Sonderschule und Therapiestation entstand am Linzerberg ein Zentrum, das Menschen mit Behinderungen vielfältige Bildungs-, Beschäftigungs- und Wohnmöglichkeiten bot. Einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Behindertenarbeit leistete zudem der damals neu geschaffene und staatlich anerkannte Lehrgang für Behindertenhilfe. Als Vorreiter in diesem Bereich trug das Diakoniewerk dazu bei, qualifizierte Fachkräfte auszubilden und stabile Teams in den Einrichtungen aufzubauen.

Selbstbestimmt leben am Linzerberg

Heute leben 26 Menschen mit Behinderungen in vier Wohngemeinschaften im Wohnhaus Emmaus. Die Bewohner:innen gestalten ihren Alltag entsprechend ihrer Interessen und Möglichkeiten. Die naturnahe Lage am Linzerberg, die gute Vernetzung mit anderen Angeboten sowie die Nähe zum Therapiezentrum schaffen dafür optimale Voraussetzungen. Ergänzt wird das Angebot durch eine Seniorentagesbegleitung für Menschen mit Behinderungen im Alter.

Entwicklung mit Blick auf die Menschen

„Der Name Emmaus geht auf die biblische Geschichte vom Weg nach Emmaus zurück. Sie erinnert daran, dass Menschen nicht allein unterwegs sind, auch wenn sie das in manchen Momenten nicht erkennen. Wir freuen uns, dass sich Emmaus in den vergangenen fünf Jahrzehnten immer wieder weiterentwickelt hat – immer mit dem Ziel, die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern“, so Martin Hauzenberger und Bettina Rödhammer, duale Leitung im Wohnhaus Emmaus.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sich die Rahmenbedingungen und Angebote für Menschen mit Behinderungen wesentlich verändert. Das Grundanliegen ist jedoch geblieben: Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben möglichst selbstbestimmt zu gestalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Als das Wohnhaus “Emmaus” vor 50 Jahren eröffnet wurde, war die Vorstellung, dass Menschen mit Behinderungen ihr Leben selbstbestimmt gestalten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben, noch keineswegs selbstverständlich. Emmaus steht deshalb nicht nur für ein Wohnhaus, sondern für einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der Begleitung von Menschen mit Behinderungen in Oberösterreich.

Dr.in Daniela Palk, Vorständin des Diakoniewerks
Rückblick auf fünf Jahrzehnte Emmaus

Rund 200 Gäste nahmen an der Jubiläumsfeier teil und blickten gemeinsam auf die Entwicklung der Behindertenarbeit in den vergangenen fünf Jahrzehnten zurück.

Nationalrat Mag. Michael Hammer überbrachte in Vertretung von Landesrat Dr. Christian Dörfel die Grußworte des Landes Oberösterreich. „Das Wohnhaus Emmaus und viele weitere Einrichtungen des Diakoniewerks leisten seit vielen Jahren wichtige Arbeit für Menschen mit Behinderungen und sind Vorbilder für gelebte Teilhabe. Das Land Oberösterreich wird auch künftig im Rahmen der Chancengleichheit bedarfsgerechte Wohn- und Beschäftigungsangebote für Menschen mit Behinderungen sicherstellen“, betonte Hammer.

Die Förderung von Selbstbestimmung, Teilhabe und individuellen Lebensperspektiven bleibt auch künftig zentraler Auftrag der Einrichtung.

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