52. Martinstift-Symposion in Linz: Autismus-Spektrum besser verstehen

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14. Oktober 2026
Knapp 600 Besucher:innen kamen am 9. Oktober 2026 zum 52. Martinstift-Symposion in die Tabakfabrik Linz. Unter dem Titel „Herausfordernd vielfältig – Autismus-Spektrum: Wege zum gemeinsamen Verstehen“ standen unterschiedliche Wahrnehmungen und Wege einer gelingenden Begleitung von Menschen im Autismus-Spektrum im Zentrum. Das Symposion versteht sich als Weiterbildungs- und Vernetzungsformat für Mitarbeitende des Diakoniewerks und Vertreter:innen unterschiedlichster Sozialorganisationen.

Autismus verstehen: unterschiedliche Wahrnehmungen berücksichtigen

Prim. Priv.-Doz. Dr. Johannes Hofer beleuchtete Neurodiversität und Zugehörigkeit. Dabei ging er auch auf die Lebensrealitäten von Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf oder ohne Lautsprache ein. Das Bild der „Königin der Nacht“ veranschaulichte einen Perspektivwechsel: weg von reinen Defizitbeschreibungen, hin zu Umgebungsbedingungen, die den individuellen Bedürfnissen autistischer Menschen entsprechen und ihre Entfaltung ermöglichen.

Gee Vero gab persönliche Einblicke in ihre Wahrnehmung als Autistin. Angehörige ergänzten diese Perspektiven um Erfahrungen aus dem Familienalltag.

Herausforderndes Verhalten verstehen und neue Wege finden

Wie Fachkräfte mit herausforderndem Verhalten umgehen können, zeigte Andreas Münch von der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie. Er thematisierte Grenzen und Strategien, die eine gelingende Begleitung unterstützen.

Unter dem Titel „Wir haben ein Tipi in der Glaswerkstatt“ berichteten Mitarbeiter:innen aus Wohnen und Werkstätte Bad Wimsbach über Erfahrungen aus ihrer täglichen Arbeit. Florian Henetmayr und Rainer Likar stellten Deeskalationsmanagement und den Schutz von Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt.

Verstehen braucht die Bereitschaft, genauer hinzusehen: Was teilt ein Mensch durch sein Verhalten mit? Welche Belastungen stehen dahinter? Und was können wir an unserer Begleitung und der Umgebung verändern?

Jede Handlung - auch herausforderndes Verhalten - ist Kommunikation. Wir müssen uns bemühen, einander zu verstehen.

Ein Gedanke, der das Anliegen des 52. Martinstift-Symposion auf den Punkt bringt

Teilhabe beginnt mit gegenseitigem Verstehen

Die Impulse des Martinstift-Symposions reichen über die professionelle Begleitung hinaus. Auch als Gesellschaft sind wir gefordert, unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse anzuerkennen und unsere Lebensräume entsprechend zu gestalten.

Teilhabe gelingt, wenn wir bereit sind, uns auf unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse einzustellen. Dafür müssen die Erfahrungen autistischer Menschen und ihrer Angehörigen mitbestimmen, wie wir Zusammenleben gestalten.

Das Martinstift-Symposion des Diakoniewerks bietet Raum für fachlichen Austausch, persönliche Einblicke und neue Perspektiven auf die Begleitung von Menschen im Autismus-Spektrum.

Fotos: Alexa Püschel / Soulspacestudios

Bildunterschrift: v. l. n. r.: Prof. Dr. Johannes Hofer, Dr. Lesemann (Vorstand Diakoniewerk), MMag. König (Geschäftsführung Diakoniewerk I Steiermark, Salzburg, Tirol), Dr.in Palk (Vorständin Diakoniewerk), Mag.a Dorfbauer (Geschäftsführung Diakoniewerk I Oberösterreich), Mag. (FH) Marchewa (Geschäftsführung Diakoniewerk I Wien, Niederösterreich), Landesrat Dr. Dörfel.

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Ihre Ansprechperson zu dieser News

Mag.a Andrea Obermühlner
Leitung Kommunikation & PR, Gesamtunternehmen