Abschied von Univ.-Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz

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26. März 2026
Univ.-Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz, der fast 40 Jahre lang für die Diakonie de La Tour tätig war, ist am 25.03.2026 verstorben.

Ab dem Jahr 1983 bis 2010 baute Univ.-Prof. Prim. Dr. Herwig Scholz das Krankenhaus de La Tour in Treffen auf und entwickelte die damit verbundenen Ambulanzen sowie ein wichtiges Nachbetreuungsnetzwerk zur Behandlung von Suchterkrankungen. Zusätzlich war er ab dem Jahr 2006 ärztlicher Leiter und Departmentleiter für Psychosomatik am Krankenhaus Waiern und leitete über viele Jahre hinweg die Ambulanzen der Diakonie de La Tour.
Die interdisziplinäre Verbindung zwischen Psychologie, Psychiatrie, Neurologie und Pflege war ihm in seinen ganzheitlichen Behandlungsansätzen besonders wichtig. Prof. Scholz ist es zu verdanken, dass Sucht nicht mehr als Charakterschwäche, sondern als Krankheit gesehen wird. Dafür entwickelte und implementierte er ganzheitliche Behandlungsansätze, die bis heute im Krankenhaus de La Tour, in der sich im Ausbau befindlichen Diakonie Klinik Waiern sowie in unseren Ambulanzen und Nachbetreuungsnetzwerken ihren praktischen Ausdruck finden.

„Was mit ihm ganz besonders verbunden wird, ist seine wertschätzende Haltung gegenüber all seinen Patientinnen und Patienten – das wird in allen Erinnerungen seiner Wegbegleiter:innen spürbar. Sein Herz schlug für Suchterkrankte. Er hat alle Patient:innen in ihrer Individualität geschätzt, gewürdigt und von ihnen gelernt. Auch diese Begegnungen auf Augenhöhe waren heilsam, berichten seine ehemalige Patient:innen.“

Astrid Körner, Rektorin Diakonie de La Tour

Neben seiner Tätigkeit für die Diakonie de La Tour war er von 1985 bis 2005 ärztlicher Leiter der Abteilung für Neurologie und Psychosomatik am LKH Villach. Seine Konzepte und Methoden gab er durch zahlreiche Lehrtätigkeiten an die nächste Generation von Mediziner:innen und Psycholog:innen weiter.

Auch Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser hebt die Bedeutung von Primarius Scholz für die Kärntner Gesundheits- und Soziallandschaft hervor: „Mit Professor Scholz verliert Kärnten eine herausragende Persönlichkeit, die mit großem Engagement, fachlicher Exzellenz und menschlicher Zugewandtheit unzähligen Menschen geholfen hat. Sein Wirken wird weit über seinen Tod hinaus Bestand haben."

Unermüdlich war sein Engagement nicht nur im medizinischen Bereich, sondern auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Er setzte sich besonders für die Entstigmatisierung von Suchterkrankungen und für Suchtprävention ein und war ein vehementer Mahner gegen die Legalisierung und Ausweitung des Automatenspiels sowie für einen verstärkten Jugendschutz bei Suchtmitteln. Auch in diesem Bereich werden er und seine engagierte Stimme fehlen.
2008 wurde ihm für sein Wirken das Goldene Kronenkreuz der Diakonie verliehen, 2016 ehrte ihn die Stadt Villach mit dem Paracelsusring für sein Lebenswerk. Scholz war auch Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten sowie des Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst.

Prof. Scholz wurde  am 10.8.1940 in in Freiwaldau, Schlesien (heute Jesenik, Tschechische Republik) geboren. Er verstarb am 25.03.2026 in Treffen am Ossiacher See. 

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