Drei Länder, drei Geschichten: Europäische Freiwillige erzählen von ihrer Zeit im Diakoniewerk

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24. Juni 2026
Neue Menschen kennenlernen, den Sozialbereich erleben und dabei über sich selbst hinauswachsen: Im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) engagieren sich aktuell drei junge Freiwillige aus Europa im Diakoniewerk in Oberösterreich.

Neue Erfahrungen und Perspektiven

Maryia aus Weißrussland, Paola aus Frankreich und Noel aus Italien (am Bild v.l.n.r.) unterstützen Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen im Alltag. Dabei lernen sie nicht nur Österreich und die deutsche Sprache kennen, sondern sammeln auch Erfahrungen, die sie persönlich prägen. Alle drei bringen Offenheit, Neugier und viele unterschiedliche Perspektiven mit. Ihre Geschichten zeigen, wie bereichernd ein Freiwilligendienst für alle Beteiligten sein kann.

Paola: „Diese Zeit hilft mir, mich selbst besser kennenzulernen“

Paola arbeitet als Freiwillige am Hof Altenberg. Nach der Schule wollte sie bewusst eine Auszeit von allem einlegen, etwas Neues ausprobieren und ein Land kennenlernen, das ihr völlig unbekannt war. „Besonders interessiert hat mich die Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und die Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Sozialbereich zu sammeln.“, erzählt sie.

Der Start in Österreich war für sie weniger ein Kulturschock als vielmehr ein langsames Ankommen. Eine der ersten Erfahrungen war, Geduld zu lernen – sowohl mit der Sprache als auch im Alltag.

Wenn sie auf ihren Freiwilligendienst zurückblickt, verbindet sie damit vor allem eines: persönliche Entwicklung. „Es ist auch eine Zeit der Reflexion, man lernt viel über sich selbst!“, sagt sie. Mitnehmen wird sie die Erkenntnis, dass es manchmal besser ist, sich Zeit für eine Sache zu nehmen und diese gut zu machen, statt möglichst viel auf einmal schaffen zu wollen.

Noel: „Die Bewohner:innen sind wie eine zweite Familie für mich geworden“

Noel unterstützt das Team im Haus Abendfrieden. Nach einem Jahr in Deutschland wollte er seine Deutschkenntnisse weiter verbessern und gleichzeitig ein neues Land kennenlernen. 

Besonders schätzt er an Österreich die Ruhe, die Natur und den wertschätzenden Umgang miteinander. Hier habe ihn überrascht, wie aufmerksam und freundlich die Menschen miteinander umgehen. „Jeden Tag fragt jemand: Wie geht’s dir?“, erzählt der Freiwillige.

Dass Begegnungen manchmal auch Zeit brauchen, zeigt Noels Erfahrung zu Beginn seines Freiwilligendienstes: „Ich bin ziemlich groß und dunkelhäutig – am Anfang waren manche Senior:innen unsicher und zurückhaltend. Aber schon nach einer Woche war alles anders. Ich war mittendrin. Seitdem freuen sich alle Bewohner:innen immer sehr, wenn ich komme, und wir haben viel Spaß miteinander.“

Heute sind ihm die Bewohner:innen besonders ans Herz gewachsen. Wenn er an seine Zeit hier denkt, wird er vor allem die „Grannies“, wie er lachend sagt, vermissen. „Ich freue mich jeden Tag darauf, Zeit mit ihnen zu verbringen. Sie sind wie eine zweite Familie für mich geworden“, erzählt er. Besonders gerne verbringt er Zeit mit ihnen beim Spielen, Singen, bei Bewegungseinheiten oder einfach bei guten Gesprächen. Die Zeit im Diakoniewerk hat ihn vor allem darin bestärkt, offen für Neues zu sein und die eigene Komfortzone zu verlassen.

Maryia arbeitet als europäische Freiwillige in der Kunstwerkstatt Macherei in Gallneukirchen.

Maryia interessierte sich schon vor ihrem Freiwilligendienst für soziale Themen und Projektarbeit. Der Wunsch, mehr über Österreich und die Menschen hier zu erfahren, führte sie schließlich ins Diakoniewerk.

Die Freiwillige arbeitet in der Kunstwerkstatt Macherei. Sie begleitet Klient:innen, hilft bei Bestellungen und wirkt bei Veranstaltungen mit. Besonders gerne übernimmt sie kreative Projekte. Unter anderem arbeitete Sie an einem Video über die Werkstätten im Haus Bethanien mit. Im Vergleich zu ihrer Heimat erlebt Maryia den Alltag in Österreich als ruhiger und weniger hektisch, besonders bei der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen. Neben ihrer Arbeit schätzt sie vor allem die Natur und die vielen kleinen Erlebnisse des Alltags.

Für Maryia ist der Freiwilligendienst eine wertvolle Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und Teil einer Gemeinschaft zu werden. „Man kann sich in einem neuen Bereich ausprobieren, neue Menschen kennenlernen und gemeinsam etwas bewegen“, so die Freiwillige.

Verbindungen, die bleiben

Die Erfahrungen von Paola, Noel und Maryia zeigen, wie bereichernd europäischer Freiwilligendienst für alle Beteiligten sein kann. Neben der Unterstützung im Alltag entstehen Begegnungen, neue Perspektiven und oft auch Freundschaften.

Für die drei ist der Freiwilligendienst weit mehr als ein Einsatz im Ausland – er ist eine persönliche Reise mit vielen neuen Eindrücken und Momenten, die sie nachhaltig prägen.

Allgemeine Informationen zur Freiwilligenarbeit: Freiwilliges Engagement

Infos zum Europäischen Solidaritätskorps: ESK

Ihre Ansprechperson zu dieser News

Magdalena Haunschmidt
Kommunikation & PR, Besucherbetreuung