Ein Tag im Bewohnerservice

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22. Mai 2026
Seit 2002 ist das Bewohnerservice (BWS) Aigen & Parsch Anlaufstelle für alle. Und für vieles. Im Auftrag der Stadt Salzburg kümmert sich das Team grundsätzlich um alles, was die Bewohner:innen des Stadtteils bewegt. Die drei Mitarbeiterinnen beraten in herausfordernden Situationen, schaffen Begegnungsräume und unterstützen bei der Umsetzung von Ideen aus dem Stadtteil.

Was macht das Bewohnerservice eigentlich den ganzen Tag? Die Aufgaben sind so vielfältig wie die Menschen im Stadtteil. Zwischen Beratungsgesprächen, Veranstaltungsorganisation, Netzwerkarbeit und spontanen Anliegen entsteht ein lebendiger Arbeitsalltag, der von Begegnungen, Ideen und Zusammenarbeit geprägt ist. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, was einen Tag im Bewohnerservice ausmacht.

8:30 Uhr - Kaffee gehört dazu
Eine kleine, aber zentrale Mitarbeiterin im Bewohnerservice ist die Kaffeemaschine. Nicht nur für das Team, sondern ebenso für alle Menschen, die durch die Türe kommen. Anders als beispielsweise in einer Behörde beginnt hier jeder Kontakt mit einem herzlichen Willkommen (und auf Wunsch einer Tasse Kaffee).
8:35 Uhr - kurzes Team-Update
Bevor es jedoch richtig losgeht, steht ein kurzes Online-Meeting in größerer Runde an, bei dem sich die unterschiedlichen BWS-Stellen austauschen. „Irgendjemand aus dem Team hat immer eine Idee, einen Tipp oder einen Kontakt, an den man sich wenden kann“, berichtet Barbara Wimmer-Stöllinger. Insgesamt arbeiten knapp 40 Kolleg:innen in der Stadtteil- und Quartiersarbeit der Diakonie in Salzburg.
9 Uhr - ein erstes Anliegen
Das Bewohnerservice öffnet seine Türen. Einen Termin braucht man nicht, zu den Öffnungszeiten ist jede:r willkommen. Für ausführlichere Beratungen können Termine vereinbart werden, auch außerhalb der Öffnungszeiten. Schon bald geht es los: Zwei junge Frauen holen sich kostenlos Gelbe Säcke ab – eins von vielen niederschwelligen Angeboten, die das Leben der Menschen im Stadtteil ein Stück einfacher machen
10:45 Uhr - kostenlose Angebot für Menschen im Stadtteil
Eine neue Stadtteilbewohner:in hat den Tipp ihrer Nachbarin beherzigt und schaut im Bewohnerservice vorbei, um sich über das Angebot zu informieren. Bei reiner Information bleibt es nicht, neben einer Einladung zum nächsten Willkommenstisch erhält sie gleich die Möglichkeit, einen Aushang zu platzieren. Zusätzlich nutzt sie die Gelegenheit, sich ein Lastenrad auszuborgen – ebenfalls völlig kostenlos.
11 Uhr - Vernetzung nebenbei
Zwei Frauen möchten ihre Kinder zum Ferienprogramm anmelden. Beim Plaudern zeigt sich: Beide haben gerade Betreuungsbedarf für ihre Kinder. Bald entsteht die Idee, sich zusammenzutun. Keine Seltenheit, weiß Barbara Wimmer-Stöllinger: „Immer wieder finden im Bewohnerservice Menschen aus dem Stadtteil zusammen, die dieselben Interessen oder Bedürfnisse haben. Es ist immer schön, wenn sich daraus neue Ideen und nachbarschaftliche Beziehungen entwickeln.“
12 Uhr - Stöbern, Tauschen, Entdecken
Eine Bewohnerin bringt gebrauchte Bücher vorbei und wird beim Stöbern im Büchertauschregal fündig. Tamara Strouhal bestückt die „Büchertankstelle“ vor dem BWS mit neuen Büchern. Neben Lesestoff finden auch Setzlinge über die BWS-Pflanzentauschbörse regelmäßig neue Besitzer:innen.
13 Uhr - unterwegs im Stadtteil
Während Barbara Wimmer-Stöllinger und Tamara Strouhal die nächsten Termine planen, macht sich ihre Kollegin Sylvia Neureiter mit Stehtisch, Kaffeekanne und Info-Material auf den Weg in ein benachbartes Wohnquartier. Bei einem sogenannten „Bleib-Steh-Café“ will sie mit Stadtteilbewohner:innen ins Gespräch kommen, erfahren, was die Menschen aktuell bewegt und mit konkreten Informationen zu hilfreichen Angeboten unterstützen.
14 Uhr - Literaturcafé im Gemeinschaftsraum
Nachmittags ist der Gemeinschaftsraum des Bewohnerservices meist gut besucht. Hier finden unterschiedlichste Veranstaltungen statt, oft auf Initiative der Stadtteilbewohner:innen. So wie das Literaturcafé, das Tamara Strouhal heute moderiert. Sie berichtet: „Die Arbeit im Bewohnerservice ist unglaublich vielseitig und wir nehmen jederzeit gerne Anregungen aus dem Stadtteil auf – gemeinsam mit den Interessenten bringen wir Ideen in die praktische Umsetzung.“
14 Uhr - Beratung in allen Lebenslagen
Währenddessen unterstützt Barbara Wimmer-Stöllinger nebenan eine Bewohner:in beim Ausfüllen eines Reha-Antrags. Für ältere Menschen oder Personen, die nicht gut Deutsch sprechen, sind Formulare häufig eine Hürde, die jedoch gemeinsam gut überwunden werden kann.
14 Uhr unterwegs
Wer in der Stadtteilarbeit einen Schrittzähler benutzt, kann an manchen Tagen auf die Joggingrunde verzichten. So wie Sylvia Neureiter, die sich im Anschluss an das Bleib-Steh-Café zu Stiegenhausgesprächen aufmacht. „Die aufsuchende Sozialarbeit ist eine wichtige Ergänzung zur Bewohnerservicestelle. Wir sprechen damit noch mehr Menschen an, erfahren, was sie beschäftigt, und können in vielen Fällen unsere Unterstützung anbieten“, erklärt sie.
15:30 Uhr - eine ruhige Minute
Tamara Strouhal nutzt eine ruhige Minute für ein Telefonat. Mit einer Netzwerk-Partnerin plant sie die nächste „Bewegte Plauderei“, einen gemeinsamen Spaziergang, bei dem der Stadtteil erkundet wird. Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Vereinen ist in der Stadtteilarbeit zentral.
16 Uhr
Kein Tag ohne Dokumentation: Nach Bleib-Steh-Café und Stiegenhausgesprächen notiert Sylvia Neureiter die heutigen Kontakte. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Bewohnerservice Aigen & Parsch rund 7.900 Begegnungen – und ist als Drehscheibe und Anlaufstelle längst nicht mehr wegzudenken. Langsam endet für das Team ein Arbeitstag, der in seiner Vielfältigkeit im Bewohnerservice ganz alltäglich war.

Immer wieder finden im Bewohnerservice Menschen aus dem Stadtteil zusammen, die dieselben Interessen oder Bedürfnisse haben. Es ist immer schön, wenn sich daraus neue Ideen und nachbarschaftliche Beziehungen entwickeln.

DSA Barbara Wimmer-Stöllinger MSc
Eine Gruppe von Stadtteilbewohner:innen vor einem Obststand
© Herbert Rohrer/wildbild

Bewohnerservice Aigen & Parsch

Unter dem Motto "Beratung, Begegnung, Beteiligung" arbeiten die Bewohnerservicestellen der Diakonie in Salzburg mitten in den Stadtteilen. 

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