„Jeder kleine Schritt bedeutet die Welt für uns.“

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16. Februar 2026
Chema Zárate Moreno ist ein aufgeweckter Achtjähriger. Die Diagnose frühkindlicher Autismus prägt jedoch das gesamte Familienleben. Seine Eltern sind sehr bemüht, dass Chema bestmöglich gefördert wird. Und das wirkt.

Erste Anzeichen und Diagnose

Als Baby entwickelte sich Chema zunächst altersgerecht: Er lernte krabbeln, sitzen und erste Laute bilden. Doch im Alltag zeigten sich Besonderheiten. Wenn man Chema rief, wirkte er etwas verloren, als hätte er es nicht gehört. Es folgten Arztbesuche, bei HNO-Spezialistinnen und Neurologen. Als Chema sieben Jahre alt war, stand die Diagnose fest: frühkindlicher Autismus. Für Chemas Eltern war klar, dass sie ihren Sohn so gut wie möglich stärken wollen. „Uns ist wichtig, dass Chema unabhängiger und selbstständiger wird. Wir werden dabei von vielen Seiten sehr unterstützt“, erklärt Chemas Vater Chema Zárate dankbar.

Schulalltag mit besonderem Unterstützungsbedarf

Autismus erschwert Chema die Interaktion mit anderen Kindern. Bereits im Kindergarten zog er sich häufig zurück und spielte allein. Seit Herbst 2024 besucht er die Sonderschule in Zell am See. Vom Besuch einer regulären Klasse wurde Chemas Eltern abgeraten, weil er nicht die nötige Unterstützung bekommen hätte. „Wir mögen die Art, wie sie in Zell am See arbeiten“, erzählt Chemas Vater. Chema konnte bei der Einschulung nur schwer Bedürfnisse und Vorlieben ausdrücken und kommunizierte wenig verbal. Mitarbeit am Tisch fiel ihm ebenfalls schwer und er suchte ruhigere Bereiche in der Klasse, zog sich zurück, um sich zu regulieren. Wenn er etwas nicht mochte, drückte er das mit Verweigerung aus, weinte oder zwickte.

Zuhause, Schule und Therapie wirken zusammen

Auf Empfehlung der Lehrerin wandte sich die Familie an das Diakoniewerk. Im Therapiezentrum in Bruck an der Glocknerstraße begann Chema mit Ergotherapie. Ergotherapie unterstützt Kinder dabei, Alltagsfähigkeiten zu entwickeln, Wahrnehmung zu fördern und Handlungsabläufe einzuüben. Von Beginn an setzten die Eltern die Therapieimpulse auch zuhause um. Zusätzlich bekommt die Familie Unterstützung durch eine private Trainerin. 

Bereits nach kurzer Zeit zeigten sich Fortschritte:

  • Chema konnte sich besser auf fremdbestimmte Aktivitäten einlassen.
  • Er beteiligte sich zunehmend an kurzen Aufgaben am Tisch.
  • Alltagsroutinen wie Schuhe an- und ausziehen wurden eingeübt.
  • Er begann, einfache Gebärden wie „noch einmal“, „bitte“, „fertig“ oder „ja“ nachzumachen.
  • Wutausbrüche traten seltener auf.

Ein gemeinsames Gespräch zwischen Eltern, Lehrerin, Ergotherapeutin und Autismus-Trainerin half, den Alltag in der Klasse, zuhause und der Therapie weiter zu erleichtern.

Chema konnte man nur schwer von uns Eltern trennen. Er ging nicht mit anderen Erwachsenen mit. Jetzt geht das gut. Inzwischen verstehen wir ihn auch, was er möchte, wenn er etwas sagt wie "Ich Supermarkt". Diese kleinen Dinge sind große Sachen für uns!

Herr Zárate, Chemas Vater

Mehr Selbständigkeit im Alltag

Inzwischen geht Chema problemlos einmal pro Woche mit zur Ergotherapie. Auch das war für ihn nicht selbstverständlich. Nach rund einem Jahr begann er außerdem, einzelne Worte nachzusprechen. Es sind noch keine vollständigen Sätze, doch kurze Aussagen wie „Ich Supermarkt“ ermöglichen es seiner Familie, seine Wünsche besser zu verstehen.

Für Chemas Eltern sind diese Entwicklungen von großer Bedeutung. Jeder Fortschritt – so klein er auch erscheinen mag – bedeutet für sie einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Teilhabe.

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Ihre Ansprechperson zu dieser News

Mag.a Elisabeth Braunsdorfer
Kommunikation & PR Diakoniewerk, Salzburg und Tirol