Matura mit Asperger-Autismus? - eine Informationsveranstaltung

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29. März 2022
Am Samstag, den 02. April 2022 findet von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema Bildung auf Maturaniveau für Menschen im Autismus-Spektrum statt. Eine weiterführende Ausbildung nach der Pflichtschule erscheint oft unmöglich. Doch auch für Menschen im Autismus-Spektrum gilt: je höher der Bildungsgrad desto größer die Chancen auf Berufsausübung im Erwachsenenalter.

Meeresbiologin - Jetzt erst recht!

Athena S. ist 16 Jahre alt. Im Alter von 12 hat sie die Diagnose Asperger-Autismus erhalten. Nach dem Abschluss der Neuen Mittelschule wollte sie gerne die Ausbildung an der Oberstufe eines Gymnasiums absolvieren. „Wie willst Du denn Meeresbiologin werden, wenn Du noch nicht einmal schwimmen kannst?“, ist ein für Athena S. prägender Satz, den eine Pädagogin zu ihr während ihrer Volksschulzeit sagte.

Am Samstag, den 02. April 2022 findet von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr im Haus Bethanien des Diakoniewerkes Gallneukirchen, anlässlich des Welt-Autismus-Tages, eine Informationsveranstaltung zum Thema Bildung auf Maturaniveau für Menschen im Autismus-Spektrum statt. Die Veranstaltung stellt einen wertvollen Impuls zur Verwirklichung einer derartigen Bildungseinrichtung dar.

Wenn ein Mensch mit der Diagnose Asperger-Autismus eine weiterführende Ausbildung nach der Pflichtschule starten will, stellt dies Eltern und Begleitende oftmals vor große Herausforderungen. In Einzelfällen kann es gelingen, wenn sich Schule und Pädagog:innen aufgrund ausreichender Ressourcen im Bildungssystem Zeit nehmen können, auf die Bedürfnisse der Menschen individuell einzugehen. Viele Betroffene erhalten diese Unterstützung jedoch nicht und haben damit nicht die Möglichkeit Teil der Gesellschaft zu sein bzw. etwas beizutragen. Auch für Menschen im Autismus-Spektrum ermöglicht ein höherer Bildungsgrad größere Chancen auf Berufsausübung im Erwachsenenalter.

Vier Schüler:innen der Schule für Sozialbetreuungsberufe des Diakoniewerks haben sich diesem Thema angenommen und gemeinsam mit Betroffenen erarbeitet, wie die idealen Rahmenbedingungen zur Erreichung der staatlich anerkannten Reifeprüfung aussehen müssen. Ziel der Projektgruppe ist es, die Anforderungen für Bildungseinrichtungen aufzuzeigen, und einen Träger zu finden, der sich die Umsetzung vorstellen könnte.

Eine ähnliche Einrichtung gibt es derzeit in ganz Europa nicht, zeigen die Recherchen der Projektgruppe. Tatkräftig unterstützt werden die Schüler:innen dieses Diplomprojektes von der Fotokünstlerin Doris Reinthaler und der Autistenhilfe OÖ.

Bei diesem Projekt geht es um den Abbau von Barrieren, mit denen besonders Menschen, die nicht der Norm entsprechen, nach wie vor konfrontiert sind. Ein aktuelles und brisantes Projekt – da kann ich nur gratulieren!

Markus Kapsammer, Direktor der Schule für Sozialbetreuungsberufe, Behindertenarbeit & Behindertenbegleitung

Wir waren über die überwältigende Resonanz beeindruckt. Das Thema trifft so viele wissbegierige junge Menschen in ganz Österreich. Es gab sogar schon die ersten Anmeldeanfragen von Eltern, die selbst einen Umzug nach Oberösterreich dafür in Erwägung zogen. Wir sehen hier einen großen Handlungsbedarf!

Projektleiter Werner Straub
Ein Bub lächelt verschmitzt in die Kamera und zeigt mit dem Daumen nach oben.
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