"Wie gehe ich mit Burnout um?" - Künstler Tom Lohner zu Gast im Podcast

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23. April 2026
Von versteckten Geschichten, offenen Türen und KI in der Kunstszene: In der neuen Folge „Menschlichkeit zum Mitnehmen“, dem Podcast der Diakonie de La Tour, spricht Moderator Andreas Neubauer mit dem international anerkannten Künstler Tom Lohner über Achtsamkeit, Authentizität und die gesellschaftliche Verantwortung von Kunst.

Tom Lohner ist ein preisgekrönter, international anerkannter Künstler. Geboren in Bruck an der Mur, aufgewachsen in den USA und in Graz, absolvierte er seine künstlerische Ausbildung bei Judith Jay in Kalifornien und machte einen Abschluss in Grafik und Design an der Ortweinschule in Graz. 

Zu seinen Kund:innen zählen unter anderem MTV, Dior, Smirnoff, Almdudler, Sony Music und internationale Stars wie Ellie Goulding. Seine Arbeiten sind international präsent – von Hard Rock Cafés weltweit bis hin zu Ausstellungen im MuseumsQuartier in Wien oder in der Stoique Gallery in Tokio.

Versteckte Geschichten auf der Leinwand

Lohner betont, dass er mit seiner Kunst die Menschen um sich herum glücklich machen möchte. In seiner künstlerischen Laufbahn hat Tom schon viele Persönlichkeiten porträtiert, von Marcel Hirscher über das österreichische Fußballnationalteam bis hin zu Arnold Schwarzenegger. Er möchte die Energie der Person so in das Bild hineinbringen, wie sie in Realität ist, damit die Betrachter:innen diese genauso spüren. Je besser er sie kennenlernt, desto einfacher kann dies gelingen.

Besonders an seinen Werken sind die Augen, die als Portale in die Seele dienen sollen, und die Geschichten, die er bewusst in seinen Gemälden versteckt. Diese kleinen versteckten Objekte entdecken sogar Sammler:innen oft erst nach mehreren Wochen.

Auf die Frage nach einem Lieblingsprojekt hat Tom nicht sofort eine eindeutige Antwort, denn er findet jedes seiner Projekte habe seinen eigenen Reiz. Allerdings hebt er eines hervor: Das Malen backstage beim Nova Rock-Festival. „Ich bin selbst ein Fan von dem Genre, und man treibt dann automatisch dort hin, wo man sich zu Hause fühlt“, erzählt er. Außerdem entstehen backstage einfach spannende Dialoge und Interaktionen. So begegnete er sogar Keanu Reeves beim Spaghetti-Essen.

Achtsamkeit als neues Lebensprinzip

Seit seinem Burnout vor dreieinhalb Jahren lebt Tom bewusster im Moment und arbeitet daran, das Jetzt immer wieder zu genießen. Denn „das Burnout ist zu 50% sicher passiert, weil ich nie im Jetzt war.“ Mittlerweile hat er feste Routinen für sich entwickelt, um damit umzugehen. Dazu gehören unter anderem Meditationen und regelmäßige Pausen, in denen er reflektiert.

Podcast-Host Andreas Neubauer und Lohner einigen sich auf den Ausdruck „Der Weg ist das Ziel“. Sie sprechen darüber, wie schwierig es sein kann, in der Gegenwart zu leben und sie wirklich zu genießen, statt immer nur an die Zukunft und die Vergangenheit zu denken. „Ich möchte Empathie, Freude an der Welt, und Dankbarkeit weitergeben“, sagt Lohner.

Zwischen Charity, Verantwortung und Human Intelligence

Mit wachsendem Erfolg steigen auch die Anfragen für soziales Engagement – besonders im Herbst in der Vorweihnachtszeit. Obwohl er sich geschmeichelt fühlt, dass er und seine Kunst hier als Hilfe gesehen werden, kann er nicht alle Projekte annehmen. Also entscheidet er individuell welche Charity-Organisationen er unterstützen kann und wofür seine Kapazitäten leider nicht reichen.

An der Debatte rund um Künstliche Intelligenz kommt auch die Kunstszene nicht vorbei. Lohner nutzt die KI zwar für Unterstützung in logistischen Fragen bei Projekten, ist allerdings der Meinung, dass Artificial Intelligence die Human Intelligence nicht ersetzen kann. „Wir Menschen wollen doch etwas haben, das vom Menschen produziert ist.“ Und wenn alle Aufgaben und Arbeiten durch die KI übernommen werden, dann gibt es für den Menschen nichts mehr zu tun. „Wir brauchen eine Bedeutung, wir brauchen Sinn im Leben und wenn die KI und die Industrialisierung alles für uns machen – das ist ein Szenario, zu dem wir nicht hinwollen.“

Gerade bei Kunstwerken sieht man den Menschen dahinter, meint Tom. Man sieht den Pinselauftrag, die Technik, die jahrelange Arbeit, um auf dieses Niveau zu kommen. Man sieht ein Stück Mensch in jedem Werk. Das würde bei Gemälden, die von KI generiert werden, fehlen.

Jetzt reinhören! Die neue Podcastfolge ist auf Spotify, YouTube und allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.

Ihre Ansprechperson zu dieser News

Mag. Andreas Neubauer MBA
Stabstelle Kommunikation Steiermark