Willkommen in der Galerie der Menschlichkeit
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Schon früh war klar, dass Kunst und Kultur Charlottes Leben prägen würden. Geboren in Berlin und aufgewachsen in einem lebendigen, kulturaffinen Umfeld, wurde ihr die Leidenschaft quasi in die Wiege gelegt: Der Vater Schauspieler, ein Onkel Pianist, der andere Musikwissenschaftler, die Tante begeisterte Tangotänzerin. Diese vielfältigen Einflüsse spiegeln sich bis heute in ihrem Zugang zur Kunst wider – offen, neugierig und zutiefst menschlich.
Nach ihrem Studium der Kultur- und Musikwissenschaft in Klagenfurt und einem Master in Kulturmanagement in Ludwigsburg führte sie ihr Weg zurück an den Wörthersee. Dort lebt sie heute mit ihrem Mann, drei Kindern und drei Hühnern. Seit 2024 leitet sie die Galerie de La Tour in Klagenfurt, wo sie Ausstellungen konzipiert und eng mit dem Atelier de La Tour zusammenarbeitet.
Menschlichkeit in der Galerie de La Tour
Im Gespräch betont Hribernig, worauf es ihr in ihrer Arbeit ankommt: „Unser größter Anspruch ist es, Menschlichkeit sichtbar zu machen.“ Die Galerie versteht sie als Plattform für zeitgenössische Kunst, die berührt – und zwar auf einer sehr unmittelbaren, menschlichen Ebene. Besonders wichtig ist dabei die langjährige Zusammenarbeit mit dem Atelier de La Tour, das Künstler:innen mit Beeinträchtigung fördert und ihnen Sichtbarkeit verschafft.
Ein eindrückliches Beispiel dafür ist die Ausstellung „Das bin ich“, von der Hribernig im Podcast erzählt. Inspiriert vom Projekt „re(ad)dress – Einstieg in den Umstieg“, einer Initiative der Diakonie de La Tour gemeinsam mit Checkpoint sexuelle Gesundheit (ehemals aidsHilfe Kärnten), entstand eine Ausstellung, die bewusst mit Erwartungen bricht. Ehemalige Sexarbeiterinnen wurden eingeladen, Einblicke in ihren Alltag zu geben – nicht durch inszenierte Porträts, sondern durch persönliche Fotografien.
Das Ergebnis: scheinbar banale Alltagsbilder, die sich kaum von denen anderer Menschen unterscheiden. Genau darin lag die künstlerische Kraft der Ausstellung. „Das war auch mein künstlerischer Anspruch, das Ganze zu enttabuisieren und die Sexarbeiterinnen als Teil unserer Gesellschaft als Menschen sichtbar zu machen und nicht als Projektionsflächen.“ erklärt Hribernig.
Schulklassen als Kunstkritiker:innen
Doch was macht eine Ausstellung eigentlich erfolgreich? Für Hribernig geht es dabei um weit mehr als ästhetische Qualität. Entscheidend sind Resonanz, Dialog und ehrliches Feedback. Besonders schätzt sie den Austausch mit jungen Besucher:innen – etwa Schulklassen, die ihre Meinung sehr ehrlich ausdrücken.
Am Ende bleibt ein Wunsch, der ihre Arbeit auf den Punkt bringt: Besucher:innen sollen nicht nur Kunst sehen, sondern Geschichten mitnehmen. Geschichten, die nachwirken und die vielleicht den Blick auf die Welt ein kleines Stück verändern.
Jetzt reinhören! Die neue Folge ist ab 05.08.2026 auf Spotify und allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.