Diakonie vereint Gesundheitsversorgung und soziale Unterstützung in Primärversorgungszentren in drei Bundesländern
- Pressemitteilung
Die Zufriedenheit mit dem Gesundheitssystem sinkt, nur mehr jeder zweite gibt in einer aktuellen Umfrage an, mit der Gesundheitsversorgung zufrieden zu sein. Lange Wartezeiten belasten und immer mehr Menschen weichen zu Wahlärzten aus.
„Gesundheit darf nicht davon abhängen, ob jemand die richtigen Kontakte hat, sich im Versorgungssystem auskennt oder mehrere Wege auf sich nehmen kann. Unser Anspruch ist, dass Menschen dort Unterstützung finden, wo sie leben – und zwar medizinisch, therapeutisch und psychosozial“, sagt Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich.
In sechs Primärversorgungszentren in Tirol, der Steiermark und Kärnten bietet die Diakonie wohnortnahe Ordinationen, in denen medizinische mit therapeutischen Angeboten und sozialer Unterstützung verbunden wird: Kassenärzt:innen, Pflegeberatung, Sozialberatung, Diätologie, Ergo- und Physiotherapie, Klinische Psychologie, Psychotherapie arbeiten unter einem Dach, alle Angebote sind mit der E-Card zugänglich.
Verlässliche regionale Gesundheitsverorgung
Das Besondere ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Berufsgruppen und die wohnortnahe Versorgung. Medizinische Fachkräfte, Therapeut:innen, Pflegekräfte sowie Mitarbeitende aus psychosozialen und sozialen Arbeitsfeldern können Bedarfe gemeinsam in den Blick nehmen. So werden gesundheitliche Beschwerden nicht isoliert betrachtet: Auch psychische Belastungen, schwierige Lebensumstände oder Fragen der sozialen Teilhabe finden Platz.
Für Patient:innen bedeutet das eine besser abgestimmte Unterstützung und weniger Hürden. „Eine Erkrankung kommt selten allein. Wer etwa unter anhaltenden Beschwerden leidet und zugleich von Einsamkeit, finanziellen Sorgen oder psychischer Belastung betroffen ist, braucht Angebote, die ineinandergreifen. Wir verbinden Gesundheitsversorgung mit sozialer Verantwortung“, betont Moser.
Mit ihren Primärversorgungszentren engagiert sich die Diakonie für eine verlässliche regionale Versorgung. „Unsere Angebote sollen Menschen frühzeitig erreichen und dazu beitragen, dass Unterstützung nicht erst dann gesucht wird, wenn sich gesundheitliche oder soziale Probleme verschärfen“, betont Moser.
Soziales Rezept: Gesundheit und Soziales zusammendenken
„Wir sind es gewohnt, zwischen Cure und Care, Medizin und Sozialem zu unterscheiden. Wir müssen das aber zusammendenken: Einsamkeit, Geldsorgen, Troubles mit den Kindern, Gewalt in der Beziehung, Überforderung in der Pflege von Angehörigen – all das macht krank. Hier hilft Social Prescribing", so Moser.
Wenn soziale Fragen anstehen, vermitteln Ärzt:innen weiter. So bekommen Patient:innen Zugang zu Unterstützung und sozialen Angeboten in ihrer Nähe.
„Soziale Verschreibung“
Das Konzept zu Social Prescribing stammt ursprünglich aus Großbritannien und wird mittlerweile in vielen Ländern umgesetzt. Ihm liegt das so genannte „bio-psycho-soziale Gesundheitsmodell“ zugrunde, das anerkennt, dass Gesundheit nicht nur von biologischen, sondern auch von psychischen und sozialen Faktoren bestimmt wird. So ist aus einer britischen Studie bekannt, dass etwa jede fünfte Konsultation in der Primärversorgung aufgrund von gesundheitsrelevanten psychosozialen und emotionalen Anliegen, wie Einsamkeit und Armut, erfolgt.
Social Prescribing wird in Österreich seit 2021 im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung pilotiert. Bisherige Umsetzungserfahrungen zeigen, dass 85 Prozent der Patientinnen und Patienten an regionale Angebote weitervermittelt werden konnten. Ebenfalls 85 Prozent berichten über subjektive Verbesserungen, und 86 Prozent würden Social Prescribing weiterempfehlen.
Aufseiten der Ärztinnen und Ärzte berichten 73 Prozent, dass sie seit der Umsetzung von Social Prescribing mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben, und 47 Prozent berichten, dass sie mehr Patientinnen und Patienten behandeln können. Die Diakonie hat seit 2021 Erfahrungen mit der Sozialen Verschreibung bei AmberMed (in Wien) und in Salzburg gemacht.
Gesundheit ist mehr als Medizin
Zwei Storys wie die Diakonie Menschen im Alltag stärkt.
Eine junge Frau erwartet ihr erstes Kind. Ein älterer Mann pflegt seine kranke Ehefrau. Beide stehen vor großen Herausforderungen. Und beide finden Unterstützung in einem Gesundheitszentrum der Diakonie. Denn wer gesund bleiben will, braucht manchmal mehr als medizinische Hilfe.
Autor:innen
Dr.in Roberta Rastl-Kircher
KommunikationPressesprecherin & Medienarbeit