Tag der Kranken: Ein solidarisches Gesundheitssystem sichert uns alle!

  • Pressemitteilung
10. Februar 2026
Eine Menschengruppe zum Sündenbock zu machen vergiftet uns alle und greift die Werte unseres Zusammenlebens an

„Es ist ein Dammbruch, die Gesundheitsversorgung für Geflüchtete einzuschränken und sie als Kranke schlechter zu behandeln. Wo wird das hinführen? Wer sind die nächsten, die nichts oder zu wenig eingezahlt haben und zu Balast erklärt werden?" fragt Maria Katharina Moser. Zum Tag der Kranken erinnert die Diakonie-Direktorin daran, dass Gesundheitsversorgung existenziell ist: "Jeder Mensch wird irgendwann krank und ist dann auf medizinische Hilfe angewiesen – oft unerwartet, manchmal lebensbedrohlich. Gesundheit ist ein Menschenrecht. Die Menschenrechte gelten für alle Menschen und für jeden einzelnen. Das sind die grundlegenden Werte unseres Zusammenlebens. Wenn auch nur ein Menschenrecht für eine Gruppe infrage gestellt oder ausgesetzt wird, stehen die Menschenrechte insgesamt infrage. Und damit die Würde des Menschen, der Wert menschlichen Lebens", so Moser.

„Nach christlichem Verständnis sind alle Menschen Ebenbilder Gottes und haben daher Würde, die Menschenwürde ist nicht von Eigenschaften, Status oder Leistungen abhängig. Die Würde des Menschen ist unantastbar und unverfügbar. Sie muss geachtet und geschützt werden, eben auch durch Gesundheitsversorgung."

Faktencheck: Asylwerber:innen sind nicht Grund für Probleme im Gesundheitssystems 

Die Diakonie kritisiert die aktuelle Debatte als Sündenbock-Politik. In Wien leben rund 3.000 Asylwerber:innen – das sind etwa 0,15% der Wiener Bevölkerung. Diese kleine Gruppe ist nicht der Grund für Wartezeiten in Ambulanzen oder Ordinationen. Studien zeigen, dass Migrant:innen seltener im Spital sind als Österreicher:innen. Sie nehmen Leistungen häufig viel später in Anspruch, oft erst dann, wenn ihre Beschwerden bereits weit fortgeschritten sind. Das bestätigt auch AmberMed, die Ambulanz für Menschen ohne Kranken-Versicherung von Diakonie und Rotem Kreuz: Viele Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung gehen erst spät zum Arzt - aus Scham oder falscher Bescheidenheit.

Ehrliche Debatte statt Sündenbock-Politik

„Es kann doch nicht sein, dass kranke Menschen, seien sie aus Niederösterreich oder seien sie Geflüchtete, zum Problem für das Gesundheitssystem erklärt werden", kommentiert die Diakonie-Direktorin und fordert von der Politik, die strukturellen föderalen und systemischen Probleme im Gesundheitswesen anzupacken.

 

Ihre Ansprechperson zu dieser Pressemitteilung

Dr.in Roberta Rastl-Kircher
Pressesprecherin & Medienarbeit