Ukraine - 4 Jahre Krieg: Nothilfe im bisher härtesten Kriegswinter dringend notwendig

  • Pressemitteilung
17. Februar 2026
Diakonie hilft mit psychosozialer Unterstützung für Kinder bei Angstzuständen und Traumata

Dieser Winter ist der härteste Kriegswinter seit Ausbruch des Krieges. Im Angriffskrieg zerstört Russland gezielt die Energieinfrastruktur. Strom und Wärme fallen aus, die extreme Kälte setzt den zermürbten Menschen immer mehr zu. 

Die Belastungen für die Zivilbevölkerung und auch für die Mitarbeiter:innen von Hilfsorganisationen werden immer größer. Häuser und Infrastruktur sind zerstört. Fehlende Grundversorgung ist die Folge. Laut OCHA sind in der Ukraine bereits 10,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. 

Zerreißprobe psychische Belastungen 

Die Zivilbevölkerung ist wiederholten Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt.  Beinahe 3,7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, die meisten bereits seit mehr als zwei Jahren. Auch die Zahl der zivilen Opfer erhöhte sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr dramatisch.  

Schulen sind teilweise seit Jahren geschlossen. Riesige Bildungsdefizite sind die Folge. Das Fehlen von Alltagsstruktur und Sozialkontakten hat, zusätzlich zum Kriegsalltag, massive Auswirkungen auf die Psyche. Kinder leiden unter Angstzuständen, Schlafstörungen, Gereiztheit und Konzentrationsschwierigkeiten.   

Psychologische Unterstützung für Kinder und Angehörige  

„Je länger der Kriegszustand andauert, desto mehr Menschen erleiden Traumata. Täglich erreichen die Organisationen vor Ort Anfragen von Trauernden, die mit den Folgen ihres Verlustes zu kämpfen haben“, berichtet Katharina Lehner, Bereichsleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe. 

Die Diakonie Katastrophenhilfe stellt psychologische Unterstützung für Kinder und Angehörige von Gefallenen, Kriegsgefangenen und Vermissten zur Verfügung.  „Lehrkräfte und Psycholog:innen erhalten Schulungen im Umgang mit belasteten und traumatisierten Kindern. Auch Angehörige bekommen Unterstützung. So können die Menschen mit den Belastungen besser umgehen“, erklärt Katharina Lehner. 

Rodin (7) wächst im Krieg auf. Im September 2024 hat die Druckwelle einer Rakete alle Fenster zerschmettert. Seine Mutter und sein kriegsversehrter Vater konnten ihn und seinen Bruder in Sicherheit bringen, aber jeder neue Luftangriff reißt Rodin in einen Ausnahmezustand. Er hat panische Angst und kann sich nicht beruhigen. 

Seit er durch die Hilfe der Diakonie regelmäßig eine Logopädin und eine Psychologin besuchen kann, ist es besser. Er hat vorsichtig begonnen, über seine Ängste zu sprechen. Bis heute wird Rodin unruhig, wenn es wieder losgeht. Aber jetzt weiß seine Familie, was zu tun ist: Seine Mutter setzt ihm Kopfhörer mit Musik auf, nimmt ihn in die Arme und hält ihn fest. So wird er ruhiger. Auch, wenn die Angst immer noch da ist.

Die Diakonie Katastrophenhilfe braucht dringend Spenden, um weiterhin helfen zu können

Seit Beginn des Angriffskriegs hilft die Diakonie Katastrophenhilfe den Menschen in der Ukraine und in den Nachbarländern durch lokale Partnerorganisationen. Wir passen die Hilfsmaßnahmen laufend an die dringendsten Bedürfnisse an.

Ihre Ansprechperson zu dieser Pressemitteilung

Dr.in Roberta Rastl-Kircher
Pressesprecherin & Medienarbeit