Libanon: Gesundheit für Mutter und Kind ist alles

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11. Januar 2022
Zu wissen, was gut für das eigene Kind ist, schafft Zufriedenheit und Gesundheit. Eine Selbstverständlichkeit? Ja, wenn das nötige Wissen verfügbar ist – und: wenn mit alten Mythen aufgeräumt wurde.

Stillen ist gesund

Amira* besuchte bereits in der Schwangerschaft regelmäßig, gemeinsam mit anderen jungen Frauen, die sogenannten Mutter-Kind-Gesundheitstreffen. Geleitet wurden diese Zusammenkünfte von Leila, einer sogenannten „Lead mother“. Rund ein Jahr ist seit Amiras ersten Teilnahme vergangen, damals war sie schwanger.

Heute ist die 16-Jährige stolze Mutter einer kerngesunden Tochter. Kontakt mit Leila hat sie immer noch. Zweimal im Monat kommt sie auf Besuch und steht unterstützend und beratend zur Seite.  Heute ist es wieder so weit, die beiden unterhalten sich darüber, wie es mit ihrer mittlerweile sieben Monate alten Tochter läuft. Amira erzählt mit Freude, dass der Umstieg vom Stillen auf die Babynahrung gut gelingt. Reis, Karotten, Äpfel hat sie bereits versucht - ein Glück, dem Baby schmeckt alles!

Mit Mythen  brechen – Wissen ist keine Selbstverständlichkeit

Selbstverständlich ist Wissen um Kindergesundheit nicht – denn wo Informationen nicht zugänglich sind, ranken sich oftmals alte Mythen. Früher wurde Wissen einzig von Frauen, Generation zu Generation, überliefert. Mitunter waren dabei auch gesundheitsschädliche Ansichten, weiß Pressila Derjany, Programmkoordinatorin unserer Partnerorganisation IOCC. Stillen sei ungesund, Vitamine würden dick machen und Salzeinreibungen bei Babys unangenehme Geruchsausdünstungen im Erwachsenenalter verhindern, sind ein paar Beispiele solcher Falschinformationen.

Die (werdenden) Mütter wollen jedoch ihre Kinder mit fundiertem Wissen beim Heranwachsen begleiten. Auch jetzt beziehen sie ihr Wissen noch von Frauen aus ihrer Community. Die Lead Mothers wurden eigens ausgebildet, um gesundheitsfördernde Praktiken an die Mütter weiterzugeben. Das Team der Lead Mothers und die Teilnehmerinnen sind, genauso wie die Nachbarschaft, gemischt: Sowohl Frauen aus dem Libanon als auch geflüchtete Frauen aus Syrien sind mit dabei.

Beim regelmäßigen Treffen sitzen die Frauen im Kreis – coronabedingt mit viel Abstand und Gesichtsmasken. Die Weitergabe von Infos zu Schwangerschaft, Geburt, Säuglingspflege und – nahrung ist ebenso wichtig wie der offene Austausch innerhalb der Gruppe. Der geschützte Rahmen bietet die Möglichkeit über alles zu sprechen, auch über Themen wie Empfängnisverhütung oder die Pille danach.

Ich bin dankbar für die Zuwendung, die ich erhalte. Solange mein Baby gesund ist, bin ich glücklich!

Amiras Schwiegermutter war von Beginn an interessiert an dem Wissen, dass sie von den Treffen nach Hause brachte. Heute freut sie sich über die Gesundheit ihres Enkelkindes. Die Praxis weckt aber nicht nur Interesse unter den Frauen. Zunehmend beginnen sich auch ihre Männer für Gesundheitsthemen zu interessieren und begleiten zum Beispiel bei den ersten Impfungen zum Arzt.

„Ich bin dankbar für die Zuwendung, die ich erhalte. Solange mein Baby gesund ist, bin ich glücklich!“, sagt Amira lächelnd, nachdem sie ein neues Treffen mit Leila vereinbart hat und sich für heute von ihr verabschiedet.

*Name geändert
Dieses Projekt wird gefördert von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit.

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