Vom Flüchtling zum Pflegeassistenten

  • Story
15. Juni 2026
Ich bin froh, in Sicherheit zu sein, und im Burgenland leben und arbeiten zu können. Ein Protokoll.

Ich heiße Ahmad Shokrin und bin 25 Jahre alt. Ich bin verheiratet und habe eine kleine Tochter mit 2 ½ Jahren. Ich komme ursprünglich aus Afghanistan und lebe seit ca. 10 Jahren in Österreich, genauer gesagt im Burgenland/Pinkafeld. Heute bin ich Pflegeassistent in einem Pflegeheim der Diakonie in Pinkafeld.  

2016 musste ich gemeinsam mit meiner Schwester in Österreich Schutz vor den Taliban suchen. Das war so: Mein Vater hat eines Tages zu meiner Schwester gesagt: „Nimm deine Familie und deinen kleinen Bruder, und geh fort von hier“. Ich habe eigentlich nie erfahren, was mein Vater wusste. Mit seiner Aufforderung zu fliehen, glaube ich, dass er uns das Leben gerettet hat. Ich bin sehr froh, dass wir in Österreich Flüchtlingsschutz bekommen haben.  

Heute bedeutet Österreich für mich Sicherheit, und ich konnte hier ein neues Leben beginnen. Für mich ist Österreich, und vor allem das Burgenland, mein neues Heimatland. Ich fühl mich hier sehr wohl, da mir Ruhe und das Leben im Burgenland sehr gefallen.  

Ich bin Pflegeassistent 

Nach meiner Ankunft in Österreich bzw. nach Erhalt meines Aufenthaltstitels habe ich begonnen mich beruflich zu orientieren. Ich habe zuerst die Handels-Schule in Stegersbach besucht und dann eine Ausbildung zum Restaurantfachmann begonnen. Aber schließlich - nach einem Schnuppertag im Pflegeheim - war für mich klar, dass ich diesen Weg gehen möchte. Und mit 22 Jahren habe ich mich schließlich für den Pflegebereich entschieden.

Der Umgang mit Menschen liegt mir sehr. Besonders mit älteren Personen, denen ich mit viel Respekt begegne.


Video von Ahmad >

Ahmad Shokrin

Ich habe die Ausbildung zur Pflegeassistenz in den Jahren 2022/2023 am BFI Oberwart abgeschlossen. Seit etwa einem Jahr arbeite ich nun bei der Diakonie in Pinkafeld als Pflegeassistent. Wir haben ein sehr gutes Arbeitsklima, das schätze ich sehr.

In Afghanistan lebt man in großen Familien zusammen. Das ist bei mir anders. Aber obwohl ich in Österreich nur meiner Schwester mit Familie, und meine Frau und mein Kind habe, fühle ich mich nicht allein. Als Pflegeassistent habe ich mehr als genug Omas und Opas, die mich mögen und ich die alle ebenfalls sehr gerne mag.