Wie eine Demenztrainerin im Seniorenheim mit Demenz-Betroffenen arbeitet

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23. September 2026
Stefanie Eicher arbeitet im Haus für Senioren in Henndorf als Demenztrainerin. Sie erzählt, wie sie die Ausbildung im Alltag einsetzt und was ihr neues Wissen bei den Bewohner:innen bewirkt.

Demenztraining – was ist das?

Demenztrainer:innen setzen verschiedene Methoden ein, damit Betroffene ihre vorhandenen Ressourcen länger erhalten können oder manches sogar auch wieder selbst machen können. Ziel ist, die Lebensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten. Als Demenz-Expert:innen unterstützen sie ganze Pflege-Teams, aber auch Angehörige.

Warum hast du dich entschieden, die Ausbildung zur Demenztrainerin zu machen?

Ich habe mich bewusst für die Ausbildung zur Demenztrainerin entschieden, weil ich Menschen mit Demenz wertschätzend begleiten und ihre Lebensqualität verbessern möchte. Die Liebe zu meinem Beruf, die Neugier der Demenz-Diagnose und der Wunsch einen Mehrwert für die Menschen zu schaffen waren dabei eine große Motivation. Mein Ziel ist es, vorhandene Ressourcen zu erhalten und neue Brücken zu bauen, um den Alltag der Betroffenen zu erleichtern. Für mich bedeutet Demenztraining weit mehr als Beschäftigung. Es bedeutet, Menschen mit Respekt, Würde und Herz zu begegnen und ihnen schöne Erfolgserlebnisse zu schenken.

Was war bisher der größte Aha-Effekt?

Mein größter Aha-Effekt war die Bedeutung von Zeit. Wir alle lernen, dass Menschen mit Demenz mehr Zeit brauchen, doch geben wir sie meist nicht. Es ist eine Herausforderung, dass wir unser Arbeitstempo in unserer sehr schnelllebigen Gesellschaft anpassen. Ich habe gelernt, Zeit bewusst zu geben, Zeit bewusst zu lassen und auch Stille auszuhalten. Ein einfaches „Guten Morgen“ kann bis zu 20 Sekunden benötigen, bis die Information angekommen ist und das Gehirn dies verarbeiten kann. Halten Sie 20 Sekunden Stille aus, ohne „Guten Morgen“ zu wiederholen?

Worin fühlst du dich mittlerweile sicherer?

Ich fühle mich sicherer im Zeit geben und Zeit lassen. Ich habe gelernt, dass nicht alles perfekt sein muss, um wertvoll für den Menschen mit Demenz zu sein. Ich habe gelernt genauer hinzuschauen und zuzuhören. Vor allem achte ich mehr auf den Menschen hinter der Demenz. So kommen die besten Verbindungen zu Stande, es schafft Vertrauen, Nähe und wertvolle Begegnungen.

Wie kannst du das bisher Gelernte im Alltag umsetzen?

Ich versuche das Gelernte täglich einfließen zu lassen, um den Verlauf der Demenz möglichst positiv zu beeinflussen. Wiedererkennung, vertraute Abläufe und Verbindungen stärken stehen dabei im Mittelpunkt. Mir ist es wichtig, kleine Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und Lebensqualität Tag für Tag in kleinen Schritten zu fördern.

Wie zeigt sich, dass die Bewohner:innen von deiner Ausbildung profitieren?

Zwei Beispiele: Durch gezielte Alltagstrainings bei Bewohnerin A. Sie kann sich nun ihr Frühstück vom Buffet wieder selbst herrichten, nur mit der Verbindung, wenn sie mich morgens sieht. Vorhandene Ressourcen erhalten bei Bewohnerin B. Sie hat wieder angefangen sich selbst anzuziehen nach genauer Anleitung.

Für ein gutes Leben mit Demenz: Infoportal für Betroffene, Angehörige & Interessierte:

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Ihre Ansprechperson zu dieser Story

Dr.in Roberta Rastl-Kircher
Pressesprecherin & Medienarbeit