Kinder und Jugendliche als Expert:innen

Peerarbeit und Beteiligungsstrukturen im Feld der Kinder- & Jugendgesundheit Fachtag
Datum
20.10.2026 | 10:00 bis 16:30
Veranstaltungsort
Schwarzspanierstraße 13, 1090 Wien
Veranstalter
Diakonie Österreich
Kosten

Teilnahmegebühr: € 35,00 pro Person (ausgenommen Peers & Jugendliche)

Anmeldeformular zum Fachtag

Für Peers und Jugendliche ist der Fachtag kostenlos
Anmeldefrist 15. September 2026

Peerarbeit und Beteiligung schaffen Räume für Mitgestaltung, stärken junge Menschen und bringen neue Perspektiven in die Präventionsarbeit bei Kinder- & Jugendgesundheit. Doch wie kann das in der Praxis gut gelingen?
Wir laden Fachpersonen aus der Praxis und Verwaltung, Jugendliche und Peers zu einem gemeinsamen Fachtag ein.

Im Fokus stehen:

  • der Mehrwert von Peerarbeit
  • konkrete Beteiligungsformate
  • gelingende Praxisbeispiele und die Frage, wie diese Ansätze in den unterschiedlichen Handlungsfeldern umgesetzt und weiterentwickelt werden können

Mit Keynotes von FH-Prof. Dr.in Andrea Pilgerstorfer (University of Applied Sciences, St. Pölten) und der Gesundheit Österreich (GÖG) sowie Workshops gestaltet von Mitarbeitenden & Peers spannender Initiativen wie Venito aus Deutschland, Wellguides aus der Schweiz, den Care-Leavern aus Österreich und vielen mehr.

Neben Zeit für Austausch und Vernetzung soll der Tag Raum bieten für Inspiration, Diskussion und neue Kooperationen.

Programm:

9:30 Uhr

Ankommen

10:00 Uhr

Begrüßung

10:15 Uhr

Keynote Dr.in Andrea Pilgerstorfer: Peerarbeit in der Kinder & Jugendhilfe sowie dem Gesundheisbereich - Perspektiven, Potenziale, Grundlagen

10:50 Uhr

Podiumsdiskussion mit Jugendlichen und Peers

11:30 Uhr

Resonanz: Mag.a Sophie Sagerschnig (GÖG) gemeinsam mit Harald Steinwender (Dachverband IDEE Austria): Anliegen der Vernetzungsplattform der Expert:innen aus eigener Erfahrung für psychische Gesundheit

12:15 Uhr

Mittagspause

13:00 Uhr

Workshoprunde I

14:15 Uhr

Kaffeepause

14:45 Uhr

Workshoprunde II

16:00 Uhr

Abschluss und Blick auf Beteiligungselemente

16:30 Uhr

Aufbruch

Keynote 1

Peerarbeit in der Kinder- & Jugendhilfe und im Gesundheitsbereich – Grundlagen, Potenziale und Perspektiven

FH-Prof. DSA Mag. (FH) Dr. Andrea Pilgerstorfer, University of Applied Science St. Pölten

Andrea Pilgerstorfer forscht und lehrt zum Thema Peerarbeit. Sie leitete den neunerhaus Peercampus, arbeitete zur Beteiligung in der stationären Kinder- und Jugendhilfe in Niederösterreich und ist als Trainerin und Beraterin für Peer-Education-Programme im Bereich Psychsicher Gesundheit tätig. In ihrer Keynote nimmt sie das Publikum mit auf eine Reise durch Grundlagen, Wirkungsweisen und Herausforderungen der Peerarbeit im Bereich Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheit. Pilgerstorfer beleuchtet, wie Empowerment als Wirkungsziel der Sozialarbeit verstanden werden kann, und zeigt praxisnah, wie Jugendliche und die Soziale Arbeit die Zusammenarbeit gemeinsam gestalten können.

Keynote 2

Peerarbeit in Österreich – Zentrale Anliegen der  Vernetzungsplattform der Expert:innen aus eigener Erfahrung für psychische Gesundheit

Sophie Sagerschnig, Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) gemeinsam mit Harald Steinwender, Dachverband IDEE Austria.

Die GÖG hat mit ihrem Bericht zur Vernetzunsgplattform der Erfahrungsexpert:innen für psychische Gesundheit einen Überblick über die Herausforderungen in Österreich geliefert, aber auch Anliegen sichtbar gemacht, die Peer-Arbeit verbessern und stärken können. Der Dachverband IDEE Austria hat federführend daran mitgearbeitet.

Workshops am Nachmittag:

Carola Hahne, Geschäftsführung und ein Peer, Venito – Diakonische Gesellschaft für Kinder, Jugendliche und Familien (Hannover)

Venito begleitet junge Menschen und ihre Familien von Anfang an – von Kindergarten über Familienbegleitung bis hin zur vollen Erziehung. Partizipation ist dabei als Grundprinzip auf organisationaler Ebene und in den Einrichtungen verankert: Es gibt Kinderräte, Beschwerdemöglichkeiten und demokratische Alltagsentscheidungen. Übergreifende Themen werden jährlich beim Venito Jugendkongress von bis zu 150 Jugendlichen diskutiert. Wie erleben junge Menschen Vorschriften und wie können sie eigene Ideen aktiv in die Jugendhilfe einbringen? Gemeinsam mit den Teilnehmenden wird erarbeitet, welche Strukturen und Haltungen nötig sind, damit Beteiligung nicht beim Wort bleibt.

Ingrid Daringer, Prozesskoordinatorin Moverz und Peer-Educators, Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreich

Moverz ist der Beteiligungsprozess der Kinder- und Jugendhilfe Oberösterreichs. Kinder und Jugendliche gestalten dabei – gemeinsam mit Sozialpädagogen:innen, Sozialarbeiter:innen und anderen Erwachsenen – die Lebenswelt der sozialpädagogischen Wohngruppen. Peer-Educators, Jugendliche, die selbst Teil der Kinder- und Jugendhilfe sind oder es waren, bringen ihre praktischen Erfahrungen ein, beraten Jugendliche wie auch Teams und gestalten Workshops, Vorträge und Präsentationen mit. Im Workshop werden die Potenziale und Herausforderungen von Peer-Education gemeinsam beleuchtet.

Alexandra Weiss und Lea Puggl, Verein Care Leaver Österreich

Care Leaver Österreich ist ein wachsender Selbstvertretungsverein von Care Leaver:innen für Care Leaver:innen: Das Team besteht aus jungen Erwachsenen, die alle Erfahrungen mit der Kinder- und Jugendhilfe gemacht haben – ob in Wohngruppen, Pflegefamilien oder durch ambulante Hilfen. Der Verein bietet Peer-Beratung an, unterstützt bei Anträgen zu Beihilfen, Bildung, Wohnen und psychischer Gesundheit und setzt sich für eine gesetzlich verankerte Verlängerung der Jugendhilfe sowie echte Chancengleichheit ein. Der Workshop zeigt, wie Selbstvertretung und Peerarbeit zusammenwirken und fragt gemeinsam mit den Teilnehmenden: Was braucht es, damit die Stimme von Care-Leavern in Praxis und Politik wirklich gehört wird?

Alessia S., Patrick K. und Viktoria W. (Verein JoJo, Salzburg) und Annalena G. (HPE Österreich)

Jedes sechste Kind in Österreich wächst mit einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Der Verein JoJo in Salzburg und die HPE Österreich widmen sich diesem Thema mit eigenen Peerangeboten. In Salzburg bietet der Verein JoJo mit dem Projekt Peers4Teens eine Plattform für betroffene junge Menschen, um sich über eigene Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam als Peers aktiv zu werden und betroffenen Jugendlichen ein offenes Ohr und vertrauliche Gespräche anzubieten. Die HPE Österreich organisiert regelmäßig Selbsthilfegruppen für erwachsene Kinder psychisch erkrankter Eltern und beteiligt junge Angehörige in der Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Workshop geben Peers Einblicke in die Angebote und schaffen mit ihren Erfahrungen Sichtbarkeit für dieses Thema.

Dominique Truninger, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und ein Peer (angefragt)

Ziel ist des Projektes wellguides ist es, die psychische Gesundheitskompetenz unter unten Menschen zu stärken und Barrieren zu Unterstützungsangeboten abzubauen. Grundlage bilden multiprofessionelle Netzwerke in den Kantonen Bern und Zürich, die gemeinsam Angebotsübersichten und Schulungsmaterialien entwickelten. Darauf aufbauend werden Jugendliche und junge Erwachsene zu Well-Guides ausgebildet, die als Multiplikator:innen und Influencer:innen wiederum ihre Peers erreichen und zum Beispiel Workshops in Schulen anbieten. Im Workshop werden das Konzept, erste Erfahrungen aus der Praxis und Ergebnisse einer wissenschaftlichen Begleitevaluation durch die ZHAW vorgestellt. Gemeinsam wird diskutiert, wie multiprofessionelle Peer-to-Peer-Ansätze auch im österreichischen Kontext gedacht werden könnten.

Dr.in Irina Vana, Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)

Partizipation ist mehr als ein Schlagwort – sie braucht konkrete Methoden, geeignete Strukturen und die Bereitschaft von Verwaltung und Politik, Jugendliche wirklich mitgestalten zu lassen. Dieser Workshop zeigt anhand eines Beispiels, wie Jugendbeteiligung in der Gesundheitsförderung gelingt: Vorgestellt wird der Beteiligungsprozess "True Connection - gemeinsam statt einsam", der im Rahmen der Agenda Gesundheitsförderung durchgeführt wird. Im Workshop sind Teilnehmende eingeladen den Prozess und ausgewählte Methoden zur Beteiligung für den eigenen Arbeitskontext weiterzudenken.“

Mag.a Monika Hofmann und Peer-Mediator:innen, Private Pädagogische Hochschule (PPH) Burgenland

Monika Hofmann arbeitet am Zentrum für Gewalt- und Mobbingprävention und Persönlichkeitsbildung an der PPH Burgenland im  Bereich Peer-Learning und ist selbst an einer Schule in Peer-Programmen tätig. Im Workshop wird gemeinsam erkundet, welche Rolle Peers in der schulischen Mobbingprävention und Gesundheitsförderung spielen können: Sensibilisierung für Gewaltdynamiken, Förderung sozialen und emotionalen Lernens sowie Partizipation sind dabei zentrale Bausteine eines schulischen Präventionsansatzes. Anhand konkreter Beispiele und interaktiver Methoden werden Möglichkeiten erarbeitet, wie Peerperspektiven nachhaltig in schulische Strukturen eingebettet werden können.

Sollten Sie Fragen zum Fachtag haben, wenden Sie sich bitte an veranstaltungen@diakonie.at