„Ich kann mir was für die Zukunft abschauen.“

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24. März 2026
Der Zivildienst ist mehr als 9 Monate Zeit absitzen. Man lernt Wertvolles für das gesamte Leben, bekommt neue Einblicke und wächst in seiner Persönlichkeit.

„Lustig, abwechslungsreich, spannend, kreativ und bei uns im Kulinarium natürlich lecker“, beschreibt Luca Aman seinen Zivildienst in fünf Worten. Sebastian Müller und er sind als Zivildiener in der Cateringküche des Diakoniewerks in Salzburg im Einsatz. Sie begleiten hier Menschen mit Behinderungen bzw. Lernschwächen im Arbeitsalltag.

Luca Aman ist für den Salat zuständig. Gemeinsam mit den begleiteten Mitarbeiter:innen bereitet er ihn für die Auslieferung der Mittagstische vor. Das Gemüse wird täglich frisch geschnippelt, gewaschen und verpackt. „Das Abwiegen und die Zahlen sind für die Klient:innen etwas schwierig. Da unterstütze ich sie“, sagt Luca Aman. Wenn alles in den Behältern für die Auslieferung verstaut ist, sucht er sich neue Aufgaben. „Ich darf den Köchen und Konditorinnen helfen. Das bringt eine coole Abwechslung rein. Ich schaue mir zudem was für die Zukunft ab, weil ich auch daheim gerne koche“, ergänzt Luca Aman.

Zivildienst schafft Verständnis

Während Luca Aman sich in der Großküche neuen Aufgaben widmet, startet Sebastian Müller das Lieferauto. Zusammen mit einem begleiteten Mitarbeiter geht’s raus zu den Kund:innen. Zwei Touren fahren sie jeden Tag, dabei liefern sie rund 200 Mittagessen an verschiedene Firmen und Organisationen aus. Zurück im Kulinarium wartet schon das Mittagessen auf sie. Natürlich selbst und täglich frisch gekocht. „Wir können essen, soviel wir wollen“, schmunzelt Sebastian Müller. Als Sportler mit großem Appetit findet er das besonders gut am Zivildienst.

Neben dem Essen taugt Sebastian Müller vor allem der Umgang mit den Menschen mit Behinderungen. Im privaten Umfeld hatte er vorher kaum Berührungspunkte. „Es war meinen Eltern und auch mir wichtig, dass ich diese Erfahrung mache“, erzählt er. Das Miteinander fördert das Verständnis dafür, wie Lebensentwürfe von Menschen mit Behinderungen aussehen. Durch das gemeinsame Arbeiten, Essen oder auch Spielen in den Ruhephasen am Nachmittag lernt man sich ganz anders kennen. Und dann rennt auch schnell der Schmäh. „Wir verstehen uns gut, haben eine gute Zeit zusammen und es gibt viel zum Lachen“, resümiert Luca Aman.

Echte Teilhabe ermöglichen

Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit – auch Menschen mit Behinderungen. Doch gerade sie haben es am Arbeitsmarkt oft schwer. Sie benötigen Assistenz, Zeit und Zuwendung, damit ihre Fähigkeiten entdeckt und gefördert werden können. Die Arbeit im Kulinarium des Diakoniewerks zeigt, dass echte Teilhabe möglich ist. Für viele begleitete Mitarbeiter:innen bedeutet die Beschäftigung im Kulinarium einen wichtigen Schritt zu mehr Selbstständigkeit, Selbstbewusstsein und sozialer Teilhabe. Unterstützt wird das inklusive Gastronomiekonzept auch von langjährigen Partner:innen wie Land Salzburg, Sozialministeriumservice, Licht ins Dunkel, Salzburg AG, SalzburgMilch, Salzburger Sparkasse, UNIQA und Wenatex.

Zivildiener Luca mit einem begleiteten Mitarbeiter im Kulinarium Salzburg
© Diakoniewerk

Zivildienst in der Diakonie

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