Libanon: Menschen brauchen dringend humanitäre Hilfe. Es wird jedoch immer schwieriger, diese Hilfe zu leisten.
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Die humanitäre Lage im Libanon ist äußerst angespannt. Unsere Partnerorganisation IOCC verteilt Essen an Menschen in Not in Notunterkünften und informellen Siedlungen. Dabei wird die Sicherheitslage von den Helfer:innen vor Ort als sehr unsicher eingestuft: „Man weiß von einer Minute auf die andere nicht, was passiert. Alles kann sich ständig ändern“, erzählt eine MItarbeiterin.
Unsicherheit und neue Vertreibung
Die Angriffe aus Israel konzentrieren sich weiterhin auf den Süden, Baalbek und die West-Bekaa-Ebene. Täglich werden Menschen vertrieben, Drohnen kreisen über dem gesamten Land. IOCC arbeitet trotz der Gefahren uneingeschränkt weiter, außer im Süden, wo humanitäre Arbeit derzeit kaum möglich ist. “Wir versuchen die ganze Zeit, in Koordination mit den Behörden, Genehmigungen und Konvois für die Verteilung von Sachgütern zu erhalten”, so die Kollegin.
Hilfe wird teurer, Mittel werden knapper
Auch die steigenden Transport- und Treibstoffkosten erschweren die Arbeit der Hilfsorganisationen. Gleichzeitig gehen internationale Fördermittel stark zurück, und das trotz wachsender Not. „Die Aussichten sind wirklich düster. Es fällt schwer, optimistisch zu bleiben,“ beschreiben die Kolleg:innen vor Ort die Lage. Viele Familien hätten alles verloren. Der Arbeitsmarkt biete kaum Perspektiven. Die Lebenshaltungskosten seien inzwischen unerschwinglich geworden. Und auch die Inflation ist zurück und droht wegen der geschlossenen Meerenge im Iran weiter zu steigen.
Alltag im Ausnahmezustand
Wenn man fragt, wie betroffene Familien auf die wirtschaftliche Not reagieren, hört man: “Sie essen zum Beispiel seltener und kleinere Portionen”.
Viele Schulen dienen jetzt als Notunterkünfte. Regulärer Unterricht findet kaum statt; Fernunterricht scheitert häufig an schlechter Internetverbindung oder fehlenden Geräten. Besonders schwierig ist die Situation für schwangere Frauen, Menschen mit Behinderungen und andere besonders gefährdete Gruppen.
Deutlich ist jedenfalls: Humanitäre Hilfe im Libanon wird von Tag zu Tag schwieriger - doch sie ist dringend notwendig.