10 Jahre gemeinsam für das Diakonie Zentrum Spattstraße

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29. März 2022
Andrea Boxhofer und Heinz Wieser leiten das Diakonie Zentrum Spattstraße seit 10 Jahren gemeinsam. Erfahren Sie, wie es zum Führungsduo gekommen ist und was sich in den vergangenen zehn Jahren verändert hat.

Wie ist es dazu gekommen, dass an der Spitze des Diakonie Zentrums Spattstraße ein Führungsduo steht?

Andrea Boxhofer: Ich wurde damals gefragt, ob ich mich als Geschäftsführerin bewerben möchte und habe mich sehr gefreut darüber, dass man mir diese Aufgabe zugetraut wurde.

Heinz Wieser: Bei mir war es ähnlich. Ich war der Assistent des damaligen Direktors und habe mich ebenso beworben.

Andrea Boxhofer: Was wir beide nicht wussten war, dass die Geschäftsführung auf zwei Personen aufgeteilt werden sollte. Das war dann eine große Überraschung!

Heinz Wieser: Auch ich ging davon aus, dass nur ein Geschäftsführer gesucht wurde. Gefunden wurden dann wir beide. Es hat sich heraus gestellt, dass das eine wirklich gute Entscheidung war, dass die Verantwortung nicht nur eine Person trägt sondern zwei.

Andrea Boxhofer:  Am Anfang haben wir beide uns erst zusammen finden müssen. Wir sind sehr verschieden und das ist auch gut so. Wir haben viel voneinander gelernt, der Austausch war immer sehr gewinnbringend.

Rahmenbedingungen verbessern

Heinz Wieser: Eines war für uns immer klar. Unsere Arbeit und unsere Entscheidungen müssen für die Kinder und Jugendlichen sowie für unsere Mitarbeiter:innen wertvoll sein. Als Führungskräfte schaffen wir die Verbindung und legen dabei den Schwerpunkt auf die Entwicklung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen aller Spatti-Bereiche.

Andrea Boxhofer: Der Kontakt zwischen uns in der Geschäftsführung und den Mitarbeiter:innen an der Basis ist uns meiner Ansicht nach recht gut gelungen. Wir pflegen die Kultur der offenen Türen, unsere Mitarbeiter:innen sind jederzeit mit ihren Anliegen willkommen.

Boxhofer & Wieser: In den ersten zwei Jahren durften wir unsere Kanten schleifen. Wir haben Zuständigkeiten geklärt,  voneinander gelernt und gleichzeitig viel an uns selbst gearbeitet.

Heinz Wieser: Wir haben eine super Teamfähigkeit entwickelt, die uns besonders in Krisen geholfen hat. Dabei ist es uns stets gelungen eine gewisse Leichtigkeit zu bewahren.

Andrea Boxhofer: Dabei hat uns unsere Assistentin Eva Spiegl geholfen: Mit ihrem Humor und ihrer Art, zwei so unterschiedliche „Chefs“ von Anfang an so gut zu unterstützen und vor allem so gut auszuhalten!

Heinz Wieser: Gemeinsam freuten wir uns auch über die Spatti-Erfolge. Ein Meilenstein in der Spatti-Geschichte war der Besuch des damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer zur 50-Jahr-Feier.

Andrea Boxhofer: Wir haben zusammen viel erlebt und geschafft. Das Sonderkrankenhaus wurde nach dem Umbau eröffnet, eine Wohngruppe der KAYA räumlich zu uns in die Spatti geholt, der Kindergarten wurde saniert, und, und, und ...

Heinz Wieser: Obwohl die vergangenen Jahre nicht einfach waren, konnten wir auch neue Projekte ins Leben rufen und die Qualität unserer Angebote immer wieder steigern.

Andrea Boxhofer:  Zum Beispiel entstand unsere zweite Wohngruppe Kaya für junge Menschen mit Essstörungen, die auch Betroffenen aus ganz Österreich offen steht. Die Frühförderung ist gewachsen, die Frühen Hilfen sind neu dazu gekommen und mit der Schatzkiste haben wir eine neue Mutter-Kind-Gruppe.

Andrea Boxhofer und Heinz Wieser übernahmen 2012 die Geschäftsführung des Diakonie Zentrums Spattstraße. / © Hannelore Kleiß, Diakonie Zentrum Spattstraße

Das Diakonie Zentrum Spattstraße als verlässlicher Partner 

Heinz Wieser: Das Diakonie Zentrum Spattstraße ist bei Auftraggebern und Kooperationspartnern als verlässlicher Partner bekannt. Trotz – oder sagen wir wegen unseres hohen Qualitätsanspruchs bekommen wir immer wieder Anfragen von öffentlichen Stellen. So entstand auch die Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.  

Heinz Wieser: Als Führungskräfte mussten wir in den letzten zehn Jahren natürlich auch unpopoläre Entscheidungen treffen. Das ist nicht leicht. Wir denken dabei immer an das große Ganze, an unseren Gesamtauftrag!

Andrea Boxhofer: Wir merken, dass sich der Bedarf an Betreuungsangeboten in den letzten Jahren verändert hat. Die mobile Betreuung wird immer wichtiger. Ein Beispiel dafür ist das Mobile Familiencoaching, das im Innviertel als Pilotprojekt angelaufen ist.

Boxhofer & Wieser: Wir wünschen uns, dass die Spatti auch in Zukunft ein Leuchtturm der Sicherheit für Kinder, Jugendliche und Familien bleibt und dass wir bald 1.000 Mitarbeiter:innen beschäftigen! 

Ganz persönlich 

Heinz Wieser: Bei einer Weihnachtsfeier in der Burschenwohngruppe Strengberg „durften“ alle Jungs ein Gedicht aufsagen oder ein Lied vortragen. Das war für die Jungs gar nicht so einfach, eine ziemliche Challenge sogar! Als ich dann auf der Ziehharmonika „Stille Nacht“ spielte, hörte ich danach einen Burschen sagen: „Aha, der Chef von der Spatti kann auch was!“

Andrea Boxhofer: Eine Mitarbeiterin hatte die „Angewohnheit“, alle sieben Jahre den Job zu wechseln. Nach sieben Jahren in der Spatti kam sie zu mir und klagte mir ihr „Leid“. Sie könne und wolle nicht gehen ... und sie ist heute noch in der Spatti!
Was ich an Heinz Wieser mag?
Seine Spontanität, seinen Humor, dass er mich zum Nachdenken bringt, seine Gefühlswelt, die er auch zeigen kann.

Heinz Wieser: Was ich an Andrea mag? 
Andrea ist eine unglaublich treue Seele. Ich kann mich voll und ganz auf sie verlassen. Ihre Unterstützung von Anfang an - als ich damals neu in die Spatti kam! Unser freundschaftliches Verhältnis.

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