Food Trends – wie gesund sind High Protein, Low Carb & Co wirklich?
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Bei der Ernährung ist Ausgewogenheit entscheidend. Je nach Lebensphase, Alter und Bewegungsausmaß hat dein Körper unterschiedliche Bedürfnisse und braucht unterschiedliche Nährstoffe. Unsere Diätologinnen – Iris Hager, Martina Schmölzer und Renate Schauer, aus dem Krankenhaus Waiern verraten: „Gesunde Ernährung kann ganz einfach sein – regionale und saisonale Lebensmittel bieten uns alles, was der Körper braucht.“
Die Gefahr zusätzlicher Produkte wie Proteinriegel bestehe darin, dass der Körper oft gar nicht so viele Proteine benötigt. Zudem enthalten viele dieser Produkte Zusatzstoffe, die nicht unbedingt förderlich für die Gesundheit sind. Eine einseitige Ernährung kann schleichend in eine Mangelernährung übergehen. Dadurch fehlen wichtige Nährstoffe wie zum Beispiel Ballaststoffe oder Kohlenhydrate. "Ballaststoffe werden vom Darmmikrobiom benötigt, welches eine zentrale Rolle bei der Serotoninproduktion spielt, welches wiederum maßgeblich an der Regulation von Stimmung und Wohlbefinden beteiligt ist. Ebenso wichtig sind die Kohlenhydrate. 45 – 50 % der Ernährung sollte auf Basis von Kohlenhydraten sein, denn diese sind wichtige Energielieferanten für alle Zellen im Körper – auch für das Gehirn zum Beispiel.", sagt Iris Hager.
„Nahrung ist die erste Medizin.“, Iris Hager, Martina Schmölzer und Renate Schauer - Diätologinnen aus dem Krankenhaus Waiern
Beim Thema Mangelernährung landet man unweigerlich beim Thema Nahrungsergänzungsmittel. Hier ist die Empfehlung unserer Expertinnen folgende: „Nahrungsergänzungsmittel machen nur Sinn, wenn es einen ärztlichen Befund gibt und ein Bluttest gemacht wurde. Die Gefahr besteht, dass man zu viele oder falsche Nahrungsergänzungsmittel nimmt und dann die Wirkung aufgehoben wird, oder man unerwartete Nebenwirkungen hat, wie zum Beispiel Durchfall.“
Ernährung & Essstörungen – warum frühe Aufklärung so wichtig ist
Im Krankenhaus Waiern werden Patient:innen mit Essstörungen begleitet. „Es ist wirklich schön, unsere stationären Patient:innen über einen längeren Zeitraum begleiten zu dürfen, man sieht die Fortschritte und hat täglich kleinere Erfolgserlebnisse. Wir würden es wichtig finden, wenn Aufklärung zur Ernährung schon früher bei den kleinesten Kindern ansetzt. Leider gibt es so viele Mythen rund um das Thema Ernährung, die nicht immer wahr sind. Das erleben wir in unserer Arbeit tagtäglich.“ Ein solcher Mythos ist zum Beispiel, dass man exotische Superfoods zu sich nehmen sollte, die oftmals sehr teuer sind. Doch….
…hast du gewusst? Superfoods gibt es auch in Österreich:
| Heimisches Superfood | Exotisches Superfood |
|---|---|
Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren, Ribisel, | Goji Beeren, Granatapfel, Acai Beere |
Knoblauch | Kokosnuss |
Leinsamen | Chia Samen |
Kürbiskerne, Walnüsse | Amaranth |
Buchweizen, rote Rüben | Quinoa (auch in Österreichs bereits |
Kohl, Brokkoli | Diverse Algen |
Zum Schluss noch die wichtigste Frage – darf man Schokolade noch essen? „Natürlich hat man mal einen Gusto auf etwas, das ist völlig in Ordnung. Der Mix und die Ausgewogenheit machen es aus.“, sagen unsere Expertinnen
Der Begriff „Diaetologie“ setzt sich aus dem griechischen diaita für (gesunde) Lebensweise und der Nachsilbe -logie zusammen, die die Wissenschaft eines bestimmten (Fach-)Gebietes bezeichnet. Die Diaetologie ist also die Wissenschaft von der gesunden Lebensweise – mit besonderem Augenmerk auf die Ernährung. Diaetolog*innen übersetzen dieses Wissen in angewandte Ernährungsmedizin und -therapie. (Quelle: Was ist Diaetologie? - Diaetologie Austria – Verband der Diaetolog*innen Österreichs)
„Das Beste an unserem Beruf? Unser Team, die Zusammenarbeit ist wirklich einzigartig und auch der Spaß kommt nicht kurz. Zusätzlich können wir unser berufliches Wissen auch im privaten Bereich einsetzen, das ist wirklich ein großer Vorteil.“, Iris, Renate & Martina.