Pflegeausbildung: Demenz verstehen lernen
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Zukunftsberufe: SOB und HLPS
Wenn ein Mensch vergisst, braucht es jemanden, der versteht. Genau darauf bereiten die Schule für Sozialbetreuungsberufe (SOB) und die Höhere Lehranstalt für Pflege- und Sozialbetreuung (HLPS) in Gallneukirchen ihre Schüler:innen vor, denn Demenz gehört für viele Absolvent:innen zum Berufsalltag. Im Unterricht lernen sie nicht nur das Krankheitsbild kennen, sondern auch, Menschen mit Demenz würdevoll, fachlich fundiert und mit viel Einfühlungsvermögen zu begleiten.
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ZukunftsberufeDemenz verstehen
Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es in Österreich immer mehr alte und hochaltrige Menschen mit und ohne Behinderung. „Da sowohl hohes Alter als auch eine geistige Behinderung eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Entwickeln einer Demenz darstellen, ist es ganz wichtig, die Schüler:innen auf die berufliche Praxis und deren Herausforderungen in der Alten- und Behindertenarbeit vorzubereiten“, erklärt Astrid Kleesadl, Leitung der Pflegeassistenzlehrgänge an der SOB und HLPS Gallneukirchen.
Im Unterricht vermittelt sie die Grundlagen des Krankheitsbildes, stellt Konzepte für die Alltagsbegleitung vor und zeigt anhand konkreter Beispiele aus ihrer 30-jährigen Berufserfahrung in der Behindertenhilfe, wie sich auch herausfordernde Situationen professionell bewältigen lassen.
Theorie als Fundament
„Viele Betreuungsteams fühlen sich im Umgang mit Demenz auf sich allein gestellt und handeln aus dem Bauch heraus. Genau hier setzt der Unterricht an, schließlich ist theoretisches Fachwissen wichtig“, betont Kleesadl. Es helfe, Situationen besser zu verstehen, Überforderung zu vermeiden und passende Lösungen zu entwickeln.
Das Thema Demenz wird unter anderem im Fach Gerontologie behandelt. Ergänzt wird der Unterricht durch Fachliteratur, ein von Astrid Kleesadl eigens entwickeltes Skript, Videosequenzen und Fallanalysen. Aktuelle Entwicklungen fließen laufend in den Unterricht ein.
Den Menschen hinter der Demenz sehen
Neben dem Fachwissen vermittelt Astrid Kleesadl vor allem eine Haltung: „Jedes Verhalten eines Menschen macht für die betroffene Person Sinn, auch wenn wir es in der Begleitung manchmal nicht erkennen“, sagt sie. Ebenso wichtig seien Menschenwürde, Wertschätzung und Empathie. Grundlage für diese Haltung bildet der ganzheitliche Begleitungsansatz.
Das Gelernte unmittelbar anwenden
Dass die Schüler:innen das Gelernte unmittelbar anwenden können, ist ein großer Vorteil der Ausbildung. Durch die Verbindung von Unterricht und Praktikum sammeln viele bereits während der Ausbildung erste Erfahrungen mit Menschen mit Demenz. Eigene Erlebnisse werden anschließend gemeinsam reflektiert und mit theoretischem Wissen verknüpft.
Fachwissen und Menschlichkeit
Für angehende Sozialbetreuer:innen sind neben fachlicher Kompetenz vor allem das Interesse am Menschen, aktives Zuhören und Humor gefragt. „Gemeinsam lachen zu können, ist ganz wichtig, aber niemals über betroffene Personen“, sagt Kleesadl. Ebenso entscheidend sei die Zeit, die man Menschen schenkt. Gerade in einem oft hektischen Berufsalltag könne sie den Unterschied machen.
Ihr Wunsch für die Schüler:innen ist deshalb klar: Sie sollen Menschen mit Demenz nicht nur verstehen, sondern ihnen mit Respekt, Sicherheit und Menschlichkeit begegnen.
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