Obwohl die Diakonie Eine Welt das jüngste der vier großen diakonischen Werke ist, reichen ihre Wurzeln weit zurück bis ins 18. Jahrhundert. Erfahren Sie mehr über ihre Entstehung und die Geschichte ihrer Trägerorganisationen.

Die Diakonie Eine Welt entstand aus drei Arbeitsfeldern der Evangelischen Kirche:

  • Gründung Evangelischer Schulen ab 1794 in Wien durch Evangelische Pfarrgemeinden,
  • Not- und Wiederaufbauhilfe sowie der Gründung eines Kindergartens durch das Evangelische Hilfswerk in Österreich ab 1946 und
  • Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche A.u.H.B. in Österreich ab 1989.

Heute ist die Diakonie Eine Welt das drittgrößte diakonische Werk in Österreich.

Eine Reise durch die Jahrhunderte

1794

1946

1989

2000

2009

2019

2030

Evangelische Schule am Karlsplatz, Chromolithographie von Reiffenstein, 1862
1794: Die erste Evangelische Schule in Wien

Ermöglicht durch das Toleranzpatent Kaiser Josephs II. von 1781 und aufbauend auf die seit 1758 bestehende dänische Gesandtschaftsschule gründeten die Evangelischen Pfarrgemeinden A.B. und H.B. in Wien am 10. Juni 1794 eine zweiklassige Bürgerschule in der Dorotheergasse, die heute als Evangelische Volks- und Mittelschule am Karlsplatz fortbesteht. Zahlreiche Schulen folgten und aus dem Verband der schulerhaltenden Wiener Evangelischen Pfarrgemeinden ging 2003 das Evangelische Schulwerk A.B. Wien hervor.

Auf Wunsch des Oberkirchenrates übernahm 2006 das Evangelische Hilfswerk in Österreich die Geschäftsführung des Schulwerkes. Mit der Gründung der Diakonie Eine Welt 2009 wurde das Schulwerk eine der beiden Trägerorganisationen der Diakonie Eine Welt.

Eine der ersten Hilfsaktionen des Hilfswerkes begann nach dem Zyklon Bhola in Bangladesch 1970
1946: Gründung des Evangelischen Hilfswerkes

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm das Evangelische Hilfswerk auf Initiative des späteren Superintendenten Georg Traar seine Arbeit in Wien auf. Ökumenisch getragen, verteilten freiwillige Helfer:innen Lebensmittel- und Sachspenden und linderten damit die Not der österreichischen Bevölkerung und der geflüchteten Menschen.

Hauptverteilstelle war das ehemalige Waisenhaus in der Hamburgerstraße 3. Dort wurde 1946 auch ein Evangelischer Kindergarten gegründet, der heute noch besteht. Das Evangelische Hilfswerk brachte 2009 seine Tätigkeit in die Diakonie Eine Welt ein.

Beratung von Geflüchteten Anfang der 1990er Jahre in Traiskirchen
1989: Flüchtlingsberatung in Traiskirchen

Pfarrerin Christine Hubka öffnete 1988 die Kirchentüren in Traiskirchen, um obdachlosen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf zu geben. Mit 1. Mai 1989 begann die von der Evangelischen Kirche begründete Flüchtlingsberatungsstelle im Gemeindesaal der Evangelischen Pfarrgemeinde Traiskirchen unter der Leitung von Gertrude Hennefeld mit der Sozial- und Rechtsberatung für Asylsuchende und Flüchtlinge.

Aufbauend auf diese Tätigkeit wurde 1994 der Evangelische Flüchtlingsdienst im Evangelischen Hilfswerk in Österreich begründet, der heute in den vielfältigen Arbeitsbereichen des Diakonie Flüchtlingsdienstes weiterbesteht.

Eine der ersten Hilfsaktionen begann nach dem Zyklon Bhola in Bangladesch 1970
2000: Übernahme der Diakonie Auslands- und Katastrophenhilfe

Die 1969 begründete Auslands- und Katastrophenhilfe wurde auf Wunsch der Diakonie Österreich in den Jahren 2000-2022 vom Evangelischen Hilfswerk in Österreich bzw. der Diakonie Eine Welt geführt, professionalisiert und 2009 in der Diakonie Austria  (heute: Diakonie ACT Austria) angesiedelt.  Der Bereich Entwicklungszusammenarbeit wurde 2011 in Kooperation mit der Evangelischen Frauenarbeit in Österreich und Brot für die Welt Deutschland unter der Marke „Brot für die Welt Österreich“ weiterentwickelt.

Seit 2019 besteht weiters die Klimakollekte Österreich als ökumenisches Kooperationsprojekt. Ab 2023 wird die Geschäftsführung der Diakonie ACT Austria wieder von der Diakonie Österreich selbst wahrgenommen.

2009: Gründung der Diakonie Eine Welt

2009 wurden die Tätigkeiten vom Evangelischen Hilfswerk in Österreich und Evangelischen Schulwerk A.B. Wien in der neu gegründeten Diakonie Eine Welt gem.GmbH zusammengeführt. Die Schulen, Horte, Kindergärten und Bildungsprojekte werden seither in der Diakonie Bildung weiterentwickelt, die Flüchtlingsarbeit in ihren verschiedenen Fachbereichen im Diakonie Flüchtlingsdienst. 2016 wurde die Diakonie Eine Welt Akademie gegründet, 2018 die Diakonie Eine Welt Sozial.

2019 erfolgte die Reorganisation der Trägerstruktur

Durch die Übertragung des 50% Anteils des Evangelischen Hilfswerkes in Österreich an das ebenfalls 2019 gegründete Werk für Diakonie und Bildung endete die direkte Trägerschaft von Evangelischer Kirche und Diakonie Österreich. Heute ist die Diakonie Eine Welt Gruppe ein selbständiges Werk der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und drittgrößte Mitgliedsorganisation der Diakonie Österreich. Kuratoriumsvorsitzende ist Gisela Malekpour, Geschäftsführer sind Michael Bubik und Tim Lainer

2030: Vision

Ziel unseres Handelns ist ein menschenwürdiges Leben aller in einer Welt, die auch für kommende Generationen lebenswert ist. Wir sind überzeugt von der unantastbaren Würde aller Menschen, die in ihrer Einzigartigkeit den Reichtum und die Vielfalt unserer Gesellschaft ausmachen. Mit unserer Arbeit setzen wir uns für die Rechte aller Menschen ein und fördern ihre umfassende gesellschaftliche Teilhabe.