Engagement & Solidarität erfahren und verstehen
Werden Sie selbst aktiv! Kinder und Jugendliche stecken voller Ideen und wollen einen Beitrag leisten. Veranstalten Sie mit Ihrer Schulklasse oder Jugendgruppe ein Diakonie-Spendenparlament!
Was ist ein Spendenparlament?
Ein Spendenparlament ist ein Projekt, bei dem Kinder und Jugendliche aktiv mitmachen. Sie lernen drei Einrichtungen der Diakonie und deren soziale Arbeit kennen. Danach organisieren sie selbst eine Spendenaktion.
Am Ende entscheiden die Jugendlichen gemeinsam, wie das gesammelte Geld auf die drei Einrichtungen verteilt wird. Sie diskutieren darüber und stimmen demokratisch ab.
Wozu ein Spendenparlament?
Ein Spendenparlament verbindet soziales Lernen, politische Bildung und praktisches Handeln. Es macht Spaß, stärkt den Gruppenzusammenhalt und ermöglicht Jugendlichen, einen sichtbaren Beitrag zu leisten.
Ziele:
- Verständnis für soziale Ungleichheit, Lebensrealitäten benachteiligter Menschen und gesellschaftliche Verantwortung.
- Kennenlernen der Diakonie und ihrer Aufgaben in Österreich.
- Stärkung von Eigeninitiative und Projektkompetenz.
- Einblick in demokratische Entscheidungsprozesse.
Wie läuft ein Spendenparlament ab?
Wir stellen nachfolgend Materialien und Empfehlungen zur Verfügung und Sie führen das Spendenparlament gemeinsam mit Kindern bzw. Jugendlichen durch:
- Sie stellen den Kindern bzw. Jugendlichen das Spendenparlament vor und geben Ihnen eine kurze Einführung zur Diakonie.
- Sie wählen drei Einrichtungen oder Projekte der Diakonie aus – entweder vorab oder gemeinsam mit den Kindern bzw. Jugendlichen.
- Sie planen eine Spendensammelaktion und führen diese durch. Auch hier können Sie die Kinder bzw. Jugendlichen selbst kreativ werden lassen oder eigene Vorgaben machen – je nach Alter und Zeitressourcen.
- Sie zählen gemeinsam das gesammelte Geld und entscheiden in der Gruppe, wie die Spenden auf die gewählten Projekte aufgeteilt werden. Argumente werden ausgetauscht und eine Abstimmung durchgeführt.
Das Spendenparlament ist sehr flexibel in Länge und Komplexität. Sie können selbst entscheiden, wie sehr Sie die einzelnen Schritte ausbauen, diakonische Einrichtungen und deren Themen analysieren, wie aufwendig die Spendensammelaktion ist und wie viel Freiraum Sie den Kindern lassen. Wir stellen Materialien zur Verfügung, die genutzt werden können, aber nicht müssen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß!
Das Spendenparlament Schritt für Schritt in vier Modulen erklärt
In den folgenden vier Modulen erläutern wir Ihnen die Ziele des jeweiligen Moduls und den konkreten Ablauf bzw., welche Entscheidungen und Vorbereitungen Sie treffen müssen. Wir stellen Ihnen Materialien zur Verfügung, die Sie nutzen können und geben Ihnen Reflexionsfragen mit, die Sie mit Kindern und Jugendlichen gemeinsam besprechen können.
- Modul 1: Einführung in das Spendenparlament und die Diakonie
- Modul 2: Kennenlernen von drei Einrichtungen der Diakonie
- Modul 3: Planung und Durchführung einer Spendensammelaktion
- Modul 4: Auszählung, Debatte und demokratische Entscheidung über Spendenvergabe
Das Spendenparlament in vier Modulen Schritt für Schritt erklärt
Modul 1: Einführung in das Spendenparlament und die Diakonie
- Jugendliche lernen die Diakonie, ihren Auftrag und ihre Handlungsfelder kennen.
- Jugendliche wissen, was im Projekt „Spendenparlament“ von ihnen erwartet wird.
- Sie stellen den Kindern bzw. Jugendlichen das Spendenparlament und Ihren Zeitplan vor, klären Erwartungen und Fragen.
- Gemeinsam mit der Klasse/Gruppen lernen Sie die Diakonie besser kennen. Hierzu können Sie bei Bedarf auf Materialien der Diakonie Österreich zurückgreifen.
Reflexionsfragen können im Plenum, in Kleingruppen oder in Einzelarbeit behandelt werden. Es kann ein mündlicher Austausch sein oder es können Texte geschrieben, MindMaps oder Collagen erstellt werden. Sie dienen als Anregung.
Zur Diakonie allgemein:
- Woran denkt ihr, wenn ihr Diakonie hört?
- Was macht die Diakonie? In welchen Bereichen arbeitet die Diakonie?
- Welche Einrichtungen der Diakonie kennt ihr?
- Hattet ihr schon einmal Kontakt zur Diakonie und mögt davon erzählen?
Zum Mission-Statement:
- Was bedeutet für euch ein „Leben in Fülle“?
- Was bedeutet für euch „Gaben wachsen lassen“?
- Was könnte mit Rahmenbedingungen gemeint sein?
Modul 2: Kennenlernen von drei Einrichtungen der Diakonie
- Jugendliche lernen drei Einrichtungen der Diakonie und ihren Alltag näher kennen.
- Jugendliche lernen andere Lebensrealitäten kennen und verstehen, welche Unterstützung Besucher:innen oder Bewohner:innen der Diakonie brauchen und wie die Diakonie Menschen begleitet.
- Jugendliche verstehen den sozialpolitischen Kontext, in dem die Diakonie arbeitet und der das Leben ihrer Bewohner:innen bzw. Besucher:innen prägt.
- Jugendliche gewinnen einen Einblick in die Rahmenbedingungen der Arbeit der Diakonie und verstehen, warum konkrete Einrichtungen oder Projekte auf Spenden angewiesen sind.
Sie wählen drei Einrichtungen der Diakonie aus – vorab oder gemeinsam mit den Jugendlichen. Dies sollten Einrichtungen sein, die Sie möglichst gut kennenlernen können, wie zum Beispiel:
- eine Einrichtung, die geografisch nah ist und Besucher:innen empfängt.
- eine Einrichtung, zu der es durch die Gruppe, Schule oder Pfarre einen persönlichen Bezug gibt.
- eine Einrichtung, zu der die Diakonie bereits Videomaterial für Jugendliche entwickelt hat, um einen Einblick zu bekommen.
Das trifft auf folgende Einrichtungen zu:
- Häferl in Wien: Das Häferl ist ein Wirtshaus für Alle. Alle, die Hunger haben, alle, die einsam sind und lieber in Gesellschaft essen und ebenso alle, die einen konsumfreien Raum zum Verweilen und Erholen suchen sind eingeladen. An fünf Tagen die Woche wird ein frisch gekochtes, 3-gängiges Menü an den Tisch serviert. Der größte Unterschied zu anderen Wirtshäusern ist, dass es am Ende keine Rechnung für die Gäste gibt.
Video zur Einrichtung - AmberMed in Wien: AmberMed bietet ambulant-medizinische Versorgung, soziale Beratung und Medikamentenhilfe für Menschen ohne Versicherungsschutz.
Video zur Einrichtung - Kinder- und Jugendhilfe Kärnten: Wohngemeinschaften, Krisenplätze und ambulante Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien in Notlagen.
- LifeTool: Beratung zur unterstützenden Kommunikation für Menschen mit eingeschränkter Lautsprache.
Weitere Videos zu Einrichtungen, Factsheets, Quiz, Leitfäden, Filmempfehlungen und Hinweise auf weiterführende Unterrichtsmaterialien zu unseren Themen finden Sie auf den jeweiligen Themenseiten.
Die Diakonie
Armut und soziale Krisen
Hilfe für Kinder und Jugendliche und Familien
Alter und Pflege
Behinderung und Inklusion
Flucht und Integration
Internationale Arbeit und Katastrophenhilfe
Diakonietag für Kinder und Jugendliche
Klicken Sie sich gerne durch
Reflektieren Sie mit den Jugendlichen über die Einrichtungen:
- Was hat euch an der Einrichtung gefallen? Was seht ihr kritisch?
- Wieso braucht es diese Einrichtung der Diakonie?
- Was bewirkt die Einrichtung im Leben der Zielgruppe (der Patient:innen, Besucher:innen, Bewohner:innen)? Was ändert sich durch die Diakonie in ihrem Leben?
- Wie wird in dieser Einrichtung das Mission Statement der Diakonie umgesetzt? Mission Statement: „Wir wollen allen Menschen ein Leben in Fülle ermöglichen, indem wir sie dabei begleiten, ihre Gaben wachsen zu lassen, und uns für Rahmenbedingungen stark machen, diese Gaben auch einsetzen zu können.“
- Was könnte die Politik tun, um die Menschen, die solch eine Einrichtung besuchen oder dort wohnen, noch besser zu unterstützen?
- Was könnt ihr selbst tun, um die Menschen, die solch eine Einrichtung besuchen oder dort wohnen, zu unterstützen?
- Warum ist es wichtig für die Einrichtung Spenden zu sammeln?
Modul 3: Planung und Durchführung einer Spendensammelaktion
- Jugendliche erhalten Einblicke ins Projektmanagement und lernen, selbst ein kleines Projekt durchzuführen.
- Jugendliche fühlen sich ermächtigt, weil sie selbst einen gesellschaftlichen Beitrag für andere leisten.
- Jugendliche entwickeln ein „Wir“-Gefühl, indem sie als Gemeinschaft etwas organisieren und bewegen.
Sie können die Jugendlichen selbst eine Aktion planen lassen oder selbst einen Vorschlag machen, je nach Alter der Kinder und den verfügbaren Zeitressourcen. Die Aktion kann eine Unterrichtseinheit dauern (z. B. Dekoration von Kerzen) oder mehrere Wochen Vorbereitung umfassen (z. B. Organisation eines Spendenflohmarkts). Überlegen Sie gemeinsam, ob es mögliche Kooperationspartner:innen gibt, um Spender:innen zu gewinnen (z. B. die Pfarre im Ort, freiwillige Feuerwehr, Musikvereine, Schulveranstaltungen, Elternverein).
Zum Einwerben der Spenden mag es sinnvoll sein, ein Plakat oder einen Flyer zu den Einrichtungen zu gestalten und Spender:innen zu erläutern, was ihre Spende bewirken könnte. Auch hier können die Kinder kreativ werden.
Wenn Sie Fotos von der Aktion machen möchten, denken Sie daran, sich eine entsprechende Einverständniserklärung von Eltern zu holen, wenn Sie Bilder auf einer Homepage, Social Media oder einem Newsletter veröffentlichen möchten.
Nachfolgend einige Ideen für mögliche Aktionen.
Verkaufsaktionen:
- Kuchenbasar / Waffelverkauf in der Pause oder bei Schulveranstaltungen
- Second-Hand-Flohmarkt (Kleidung, Bücher, Spielsachen)
- Verkauf selbstgemachter Produkte (Marmelade, Karten, Schmuck)
- Pflanzenverkauf (z. B. selbst gezogene Setzlinge)
- Kerzenverkauf (Kerzen mit Wachs dekorieren, Teelichter mit bemalten Papierstreifen umkleben)
- Adventkalender-Verkauf
- Verkauf eines selbstgebastelten Adventkranzes
Sportliche Aktionen:
- Sponsorenlauf (pro gelaufener Runde/Kilometer spendet ein Sponsor einen Betrag)
- Schwimm- oder Radmarathon
- Sportturnier mit Startgebühr, die gespendet wird
Veranstaltungen:
- Schulfest oder Sommerfest mit Ständen
- Konzert oder Talentshow der Schüler:innen
- Kinoabend / Filmvorführung in der Schule mit Eintritt
- Quizabend oder Spieleabend gegen Spende
Dienstleistungen anbieten:
- Autowaschaktion
- Gartenarbeit / Laub harken für Nachbarn gegen Spende
- Nachhilfe-Angebote, deren Erlös gespendet wird
- Babysitting-Service für einen guten Zweck
Sammelaktionen:
- Pfandflaschen-Sammlung
- Sammlung anderer Wertstoffe, für die lokale Wertstoffunternehmen Geld zahlen
Adventkranz zum selber basteln
Vorlage für ein Adventkranz-Windlicht zum selber ausdrucken und ausmalen:
- Adventkranz zum Ausmalen drucken
- Adventkranz ausmalen - entweder gleich alle Kerzen oder jeden Tag eine neue
- Adventkranz außen (!) an einem großen Einmachglas oder am Fenster anbringen
- kleines Teelicht ins Einmachglas stellen. Achtung: Kerze nicht zu lange brennen und nie unbeaufsichtigt lassen!
Reflektiert gemeinsam nach der Aktion:
- Was lief gut und was lief schlecht? Wie zufrieden seid ihr mit der Aktion?
- Wusste jede:r was seine:ihre Aufgabe ist? War jede:r gut eingebunden?
- Gibt es etwas, was Ihr beim nächsten Mal anders machen würdet?
Modul 4: Auszählung, Debatte und demokratische Entscheidung über Spendenvergabe
- Jugendliche lernen, Meinungen durch Argumente zu begründen.
- Jugendliche lernen Diskussionsregeln.
- Jugendliche lernen, zuzuhören und andere Meinungen stehen zu lassen.
- Jugendliche lernen, verschiedene Sichtweisen zu reflektieren und sich daraus eine eigene Meinung zu bilden.
- Sie zählen mit den Kindern bzw. Jugendlichen das Geld gemeinsam aus. Dies könnte man mit einem Schätzspiel verbinden: Was schätzt ihr, wie viel Geld zusammengekommen ist? Wer ist am nächsten dran?
- Sie führen eine Debatte darüber, welche Einrichtung wie viel Geld bekommen sollte. Die Kinder bzw. Jugendlichen bringen Argumente ein, warum eine bestimmte Einrichtung besonders viel Geld bekommen sollte oder warum zum Beispiel alle gleich viel Geld bekommen sollten. Wichtig ist, dass es eine wertschätzende Debatte sowohl unter den Kindern, als auch gegenüber den Einrichtungen und ihren Besucher:innen oder Bewohner:innen ist. Ein Leitfaden für eine gelungene Debatte finden Sie bei den Materialien. Es muss am Ende keine gemeinsame Entscheidung getroffen werden, sondern jede Person kann schließlich für sich entscheiden, wie er oder sie die eigene Stimme einsetzt. Die Debatte dient dem Austausch und Abwägen von Argumenten.
- Die Abstimmung:
Jede Person bekommt so viele Klebepunkte (alternativ: Striche), wie Projekte zur Auswahl stehen (z. B. bekommt bei drei Projekten jede Person drei Klebepunkte). Jede Person verteilt anschließend die Klebepunkte/Striche auf die Projekte. Je mehr Punkte ein Projekt bekommt, desto höher ist der Anteil an Spenden, der dieses Projekt bekommt. Das heißt, eine Person kann jedem Projekt einen Punkt geben oder auch nur einem Projekt alle Punkte geben – dies ist vollkommen offen.
Die Spenden werden anschließend entsprechend den anteilsmäßig erhaltenen Punkten auf die Projekte verteilt. Das heißt, jedes Projekt bekommt so viele Anteile der Spenden, wie es Anteile an Punkten erhalten hat.
Rechenbeispiel:
20 Jugendliche machen ein Spendenparlament mit drei Projekten zur Auswahl.
Jede:r Jugendliche bekommt 3 Punkte. Das heißt, es werden in Summe von allen Jugendlichen 20x3 = 60 Punkte verteilt. Die erworbenen Spendenmittel sind 500€.
Projekt 1 bekommt 20 Punkte > 20/60 = 33,3% > 33,3% x 500 = 166,70 €
Projekt 2 bekommt 17 Punkte > 17/60 = 28,3% > 28,3% x 500 = 141,70 €
Projekt 3 bekommt 23 Punkte > 23/60 = 38,3% > 38,3% x 500 = 191,70 €
- Übergabe der Spendenmittel:
Bitte schicken Sie für die korrekte Zuordnung der Spenden ein E-Mail an spenden(at)diakonie.at mit folgenden Informationen:
Die Gesamtsumme und die Info über ihre Aufteilung: Welcher Betrag soll welchen Spendenzwecken bzw. Einrichtungen zugeordnet werden
Den Namen der Schule und Klasse oder Jugendgruppe, die gesammelt hat
Wer die Überweisung durchführen wird
Ob Sie eine Urkunde oder einen Spendenscheck zum Aufhängen und/oder für ein Erinnerungsfoto erhalten möchten.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns kurz mitteilen, wie die Spenden gesammelt wurden!
Wir bitten um Überweisung der gesamten Spendensumme auf folgendes Konto:
Diakonie Austria gemeinnützige GmbH
IBAN: AT07 2011 1800 8048 8500
BIC: GIBAATWWXXX
Zweck: Spendenparlament „Schule XY, Klasse XY“ oder „Pfarre XY, Jugendgruppe XY“ und Ansprechperson
Bei Fragen können Sie sich jederzeit gerne an das Spenden-Service wenden! Die Kontaktdaten finden Sie weiter unten.
10 Regeln für eine gute Debatte
Hier finden Sie zehn kurze Regeln für eine respektvolle Debatte in Schulen oder Jugendgruppen.
Spendenscheck
Nach der Abstimmung und dem Aufteilen der Spendenmittel auf die Einrichtungen/Projekte könnten Sie bei Interesse für jede Einrichtung einen Spendenscheck oder eine Spendenurkunde erhalten und ein Foto als Erinnerung mit diesem Dokument machen. Mehr dazu Modul 4 - Ablauf - Punkt 4 "Übergabe der Spendenmittel"
Diskutieren Sie in der Gruppe gemeinsam:
- Wie könnten wir mit unseren Spenden einen möglichst guten Beitrag leisten?
- Wie sollten die Spenden verteilt werden? Bitte begründet eure Meinung.
- In welchem Projekt können die Spenden eine besonders große oder wichtige Wirkung erzielen?
- Wen bzw. welchen Bereich möchten wir als Klasse/Jugendgruppe besonders unterstützen? Was passt zu uns?