An dieser Stelle bieten wir Ihnen Fürbitten für Gottesdienst, Andacht, Konfirmationsunterricht oder Ihren Hauskreis an.

Aktuelle Fürbitten

8. Mai 2022

Muttertag mit weltweitem Blick

Immer am zweiten Sonntag im Mai wird der Muttertag seit dem 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum, in den USA und vielen anderen Ländern gefeiert. Am 8.5.2022 will dieses Gebet den Blick auf alle Mütter weltweit lenken.

Zum Muttertag 2022 beten wir für alle Mütter weltweit,
die ihren Kindern das Leben schenken,
in Schwangerschaft und Geburt, in Stillzeit und den vielen Jahren des Aufwachsens,
bis ihre Kinder alt genug sind, ihre eigenen Wege zu gehen.
Wir bitten Dich, sei bei den Müttern,
die unter widrigen Umständen leben müssen,
die nicht genug Nahrung und Essen für sich und ihre Kinder haben
und jeden Tag um das Überleben kämpfen.
Wir bitten Dich für die Mütter in Gewalt und Krieg,
die ihre Kinder schützen und verstecken, um sie in Sicherheit zu bringen.
Wir bitten Dich für die Mütter, die selbst noch Kinder sind,
und so jung schon Verantwortung tragen und daraus das Beste machen wollen.
Sei bei all diesen Müttern weltweit!
Stärke ihren Lebensmut und ihre Kraft, jeden Tag neu!
Segne Projekte und Programme, die sich für die Rechte und die Würde von Müttern einsetzen.
Lass ihre Stimmen Gehör finden, wenn es um politische Entscheidungen geht.
Sende Deinen Geist der Liebe an alle Orte, wo Mütter sind.

Fürbitten Archiv

1. Mai 2022

Gefahr verschärfter Ernährungskrisen

Sprecher/in:
Infolge von Russlands Krieg gegen die Ukraine explodieren weltweit die Lebensmittel- und Energiepreise. In großer Sorge fragen sich Menschen in aller Welt, ob sie in Kürze vielleicht nicht mehr genug Lebensmittel haben. Damit Länder im Süden der Welt durch solche Krisen nicht so stark bedroht sind, sind Investitionen seitens reicherer Länder notwendig: in nachhaltige, regionale Landwirtschaft und Fischerei sowie in soziale Sicherungssysteme. Die Bundesregierung hat Kürzungen des Entwicklungshaushalts zurückgenommen, erhöht ihn aber auch nicht.

Liturg/in:
Gott, guter Hirte, Regierungen in Europa und Nordamerika gestalten stark die Regeln des weltweiten Handels und tragen damit Verantwortung für die Geschicke der Welt. Leite sie und lass sie gute Hirten sein, damit alle teilhaben an deiner Fülle und niemand verloren geht.

Gott, guter Hirte, stärke alle, die überall auf der Welt umweltverträgliche, krisenfeste und nachhaltige Landwirtschaft aufbauen und betreiben. Segne das Vertrauen und die Lebenskraft, die Menschen daraus schöpfen. Wehre du schlechten Hirten, politischen und religiösen, die für die ihnen anvertrauten nicht sorgen, ihre Lebensgrundlagen für sich ausbeuten oder sie gar mit Lügen in den Krieg führen.

Gott, guter Hirte, stärke und tröste alle, die nicht wissen, wie sie den morgigen Tag bestreiten, ja nicht einmal, wie sie den heutigen überstehen. Lass sie gute Hirten finden, die mit ihnen gemeinsam Wege dahin gehen, wo sie von deiner Fülle finden.

Gemeinde:
Meine Hoffnung und meine Freude (Taizé)

24. April 2022

Auf(er)stehen durch den Glauben aus der Kraft Gottes

Unser Gott,
wir sehnen uns nach dem Gefühl,
neu geboren zu werden
durch die Kraft, die dem Glauben an dich innewohnen kann.
Doch wir haben unsere Zweifel.
Aber du hast uns auch diese Zweifel zu eigen gemacht,
damit wir nicht aufhören zu suchen.
Lass uns dennoch nie aufhören,
den Glauben an deine Kraft zum Auferstehen
als Maßstab zu nehmen, mit dem wir um unsere Welt Sorge tragen.

Wir beten zu dir
für alle Menschen dieser Welt,
die Krieg und die Folgen von Krieg erleben.
Seit nun zwei Monaten legen wir dir unseren eigenen Kontinent ans Herz,
auf dem der Krieg weiter wächst.
Lass uns bei allem, worum wir ringen,
nicht vergessen,
dass Krieg gegen deinen Willen ist.

Wir beten zu dir
für die Menschen auf den Philippinen und in Südafrika,
die tödliche Naturgewalten erfahren mussten.
Tröste alle, die ihre Lieben verloren haben,
ihr Haus, das Hab und Gut.
Sei bei denen, die helfen,
stärke und ermutige sie.

Wir beten zu dir
dafür, dass unserer Welt
immer wieder dein Ostern geschieht,
dass wir Dinge sehen können,
an die wir nicht mehr geglaubt haben.
Lass neues Leben wachsen und hilf uns,
unsere Liebe zu deinem Lebensgeschenk zu bewahren
und danach miteinander leben.

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17.-18. April 2022

Ostern

Richte unsere Füße auf den Weg der Frauen,
die vom leeren Grab in ihre Welt aufbrachen,
als Zeuginnen des Lebens auch heute,
in den Flüchtlingslagern und Unterkünften,
bei den Kindern und Jugendlichen, die sich an sie halten,
in ihren Familien und Partnerschaften mit Männern,
die alle Gewissheit und den Glauben verloren haben;

Schenke uns wie ihnen das Licht des Ostermorgens,
in dem wir Jesus neu begegnen,
lass das Glaubenszeugnis der Frauen
unter uns wirken und mache uns alle gewiss,
dass der Auferstandene gegenwärtig ist
und uns den Weg weist,
auf dem deine Welt erneuert wird,
in Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung deiner Schöpfung.

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10. April 2022

Palmsonntag - Beginn der Karwoche

Wochenspruch: "Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das
ewige Leben haben." (Johannes 3, 14b.15)

Evangelium: Johannes 12, 12-19: Jesus zieht als sanftmütiger König auf einem Esel
in Jerusalem ein.

Predigttext: Johannes 17, 1-8: Jesus betet für die Seinen, die in ihm das Wesen Gottes
erkannt haben und nun in der Welt den Glanz Gottes wiederspiegeln werden. Die biblischen
Texte des Palmsonntags zeichnen das Bild des Menschensohnes Jesus, der in Sanftmut und
liebevoller Hingabe an die Welt den Vater ehrt.

Dieses Bild steht in dieser Woche in einem krassen Gegensatz zu den Bildern von grausamen
Kriegsverbrechen mit entwürdigt getöteten Zivilistinnen und Zivilisten. Gerade die
Dominanz der hochkirchlich empfundenen johanneischen Sprache könnte an diesem
Sonntag zu dem Trugschluss führen, als folgten die Christ:innen in der Karwoche
einer Erzählung aus einer märchenhaften Parallelwelt, die mit der Realität aktueller
Kriegsbilder nichts gemein haben kann.

Das Gegenteil ist gemeint: Die Erhöhung des Bildes vom Menschensohn ist notwendig,
um die Schlangenbilder (4. Mose 21, 8-9, Joh 3, 14a) zu entmachten, durch die ein Gift
nur mit einem stärkeren Gift geheilt werden kann. Der Blick auf die menschgewordene
Hingabe Gottes soll ausstrahlen, damit Menschen nicht an den Bilden der
Unmenschlichkeit zerbrechen, sondern wieder leben können.

Bilder von Kriegsverbrechen

Du, Gott Israels und Vater Jesu Christi,
die Bilder von Zerstörung und menschlicher Grausamkeit,
die uns aus der Umgebung von Kiew gezeigt werden,
erfüllen uns mit Trauer und Zorn.
Sie erschüttern unser Vetrauen in eine gemeinsame Basis der Menschlichkeit,
die alle Völker verbindet.

Wir bitten Dich für die, die persönlich vom Leid der Kriegsverbrechen betroffen sind.
Lass sie Menschen finden, die mit ihnen über verlorene Angehörige trauern.
Fange sie auf, dass die Bilder sie nicht in Verzweiflung
und Rachegedanken untergehen lassen.
Umgib sie mit Vorbildern liebevoller Hingabe.

Wir bitten dich für die, die sich zu diesen Taten haben hinreißen lassen.
Heile sie von den Feindbildern, die ihnen gepredigt wurden.
Erschüttere sie in ihrem Selbstbild, nichts Schlechtes getan zu haben.
Überwinde ihren Hass durch das Bild deiner hingebungsvollen Liebe.

Wir bitten dich für die, die in den Medien die Macht über Kriegsbilder und
Berichterstattung haben.
Lass sie verantwortlich und wahrhaftig mit den Bildern umgehen.
Lass sie interessengeleitete Manipulationenen erkennen und entlarven,
damit der Kreislauf von Hass und Gewalt nicht weitere Nahrung bekommt.

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3. April 2022

Passionszeit 2022: Erinnern an Menschen in Ostafrika in Klimakrisen und Hunger

In der Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostern erinnern sich Gläubige auf der ganzen Welt an den Leidensweg Jesu und seinen gewaltsamen Tod. Es ist auch die Zeit, den Blick auf die Menschen zu richten, die heute in Not sind, wie die Menschen in Ostafrika.

Wir beten für die Menschen in Ostafrika,
die in den zunehmenden Klimakrisen leiden,
wenn verehrender Starkregen fällt und dann wieder lange Dürre herrscht.
Du kennst die Verzweiflung der Bäuerinnen und Bauern,
denen die Ernten fortgespült werden.
Alle Arbeit und Hoffnung auf Nahrung wird immer wieder zerschlagen.
In dieser Not steigt die Gewalt und treibt die Menschen zur Flucht.
Wir erfahren vom millionenfachen Elend in Ostafrika.
Als Gekreuzigter bist Du gegenwärtig in all diesem Leiden.
Wir bitten Dich: Reiß uns mit im Strom Deiner Solidarität!
Mach uns zu Menschenbrüdern und Menschenschwester und vereine uns in Hilfsprogrammen,
damit den Armen in Ostafrika Hilfe widerfährt!
Ermutige uns die Klimakatastrophen unermüdlich anzuprangern,
auch wenn wir selbst Teil der Ursache sind.
Verändere uns mit Deinem Geist der Wahrheit,
dass wir umkehren und ablassen vom Bösen, von Ichbezogenheit und Gier.
Deine Botschaft von Auferstehung und Leben bleibe unser Licht im Dunkel dieser Welt:
Leuchte uns bei unseren Schritten zu den Armen und mit ihnen, dass alle leben.

20. März 2022

Krieg in der Ukraine

Unser Gott,
wir wagen kaum noch, die Augen zu öffnen
denn was wir sehen,
tut weh und macht uns Sorge.
So bitten wir dich um deinen Blick des Erbarmens
Für die Passionszeit dieser Welt.

Unser Gott,
hilf uns, hinzuschauen und hilf uns auch, noch zu wagen, nach vorne zu schauen.
Wir bitten dich für alle, die konkret helfen
an den Grenzen der Ukraine, bei uns zu Hause und weltweit.
Gib ihnen Kraft und Zuversicht und stärke unseren Willen, zusammenzuhalten.

Unser Gott,
hilf uns dazu, unseren Blick trotz des Krieges auf dem eigenen Kontinent
nicht von unserer Welt abzuwenden
die unsere Solidarität im Ganzen braucht
ohne Abstriche
weite unsere Sicht, hilf uns, dass sie nicht verengt wird.

Unser Gott,  
wir schauen auf die Passion dieser Welt in dieser Zeit
hin auf das Kreuz
wir wissen, dass du auch im tiefsten Leiden bei uns bleibst
durch deinen Sohn, unseren Bruder Jesus Christus.

Amen.

20. Februar 2022

Gipfeltreffen der Europäischen Union und der Afrikanischen Union in Brüssel

Sprecher/in:
Das Gipfeltreffen zwischen europäischen und afrikanischen Staaten am 17. und 18.2.2022 offenbart den Willen zur Zusammenarbeit der beiden Kontinente und Ansätze zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Jedoch bleiben gravierende ungelöste Probleme. In den meisten Ländern Afrikas ist nur ein sehr geringer Teil der Bevölkerung vollständig gegen COVID 19 geimpft. Bisher wurden keine Patente auf Impfstoffe ausgesetzt, damit diese in Afrika zügig und in großer Menge hätten produziert werden können. Die Menschen Afrikas tragen viel weniger zum Klimawandel bei als die Menschen Europas, sind aber viel mehr von seinen Folgen betroffen. Nach wie vor kommt es auf dem afrikanischen Kontinent zu Landraub durch europäische Investitionen. Afrikanische Ländern müssen billige Agrarüberschüsse aus Europa in ihre Länder lassen. Dadurch werden ihre Agrarmärkte zerstört. Migrationsrouten über das Mittelmeer sind hochgefährlich und müssen dringend sicherer werden.

Liturg/in:
Geist Gottes, alle, die verzagen und die sagen: mit einer Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Europa und Afrika wird das nie was, lass hören dein Wort von geduldiger Arbeit, die gute Frucht bringen wird. Lass den Europa-Afrika-Gipfel hierfür einen guten Impuls sein.

Geist Gottes, alle, die in Afrika nichts als einen Kontinent der Armut und der Katastrophen sehen, lass unvoreingenommen hören wie Lydia, die erste Christin Europas, die sich ganz auf die Menschen einließ, den Menschen öffnete, die zu ihr kamen.

Geist Gottes, uns allen, die wir im Denken noch immer geprägt sind von Vorstellungen der Unterlegenheit Afrikas unter Europa, lass uns hören dein Wort vom Reichtum des Lebens. Zeige uns täglich neu den Reichtum an Kultur, an Geschichte, an Schaffenskraft, an Ideen, an Erfindungsgeist und an klugen Menschen auf unserem Nachbarkontinent – und lass uns davon lernen.

Geist Gottes, alle, die die ungerechte Ressourcen- und Chancenverteilung zwischen Europa und Afrika verschleiern, verharmlosen oder schönreden, lass hören dein Wort, dass alles aufgedeckt werden wird und wir Rechenschaft ablegen müssen.

Geist Gottes, die Menschen, die sich unermüdlich einsetzen für gerechte Verteilung von Land, von Impfstoff, von Ressourcen, für Klimagerechtigkeit, lass sie hören dein Wort, dass deine guten Ordnungen unser Trost sind.

Gemeinde:
Laudate omnes gentes

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13. Februar 2022

Die Grenzen unserer Gerechtigkeit

Sieh auf uns, Gott,
Sieh, wie vergeblich viele unserer Bemühungen sind,
hier gut und friedlich zusammenzuleben.
Wir bringen vor dich die Kriegsgefahr in der Ukraine,
die so viele Menschen in vielen Ländern bedrückt und bedroht.
Hilf allen, die an einer Deeskalation arbeiten.
Hilf uns zum Frieden, unser Gott!
Denn unsere Gerechtigkeit braucht deine Barmherzigkeit.

Sieh auf uns Gott,
Sieh, wie  um die nächsten politischen Schritte gerungen wird,
dies Land auch auf einem erneuten Höhepunkt der Pandemie
gut zu regieren.
Sieh auf unsere Zerrissenheit und unsere Ratlosigkeit.
Steh allen bei, die in Beruf und Verantwortung zwischen allen Polen stehen
und dennoch gute Arbeit garantieren müssen.
Hilf uns zum Frieden, unser Gott!
Denn unsere Gerechtigkeit braucht deine Barmherzigkeit.

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6. Februar 2022

Schwere Überschwemmungen in Ecuadors Hauptstadt Quito

Bei den schwersten Überschwemmungen seit zwei Jahrzehnten sind in Ecuadors Hauptstadt Quito mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Viele werden noch vermisst. Seit Oktober haben schwere Regenfälle 22 der 24 Provinzen des südamerikanischen Landes heimgesucht. Dabei wurden bis Sonntag laut dem Katastrophenschutz mindestens 18 Menschen getötet und 24 weitere verletzt. Wissenschaftler warnen schon seit längerem, dass der Klimawandel das Risiko von Starkregen weltweit erhöht.

Wir beten für die Menschen in der Hauptstadt Ecuadors,
in den schwersten Überschwemmungen seit zwei Jahrzehnten.
Die Regenfälle im Klimawandel werden immer heftiger und
die Katastrophen durch Starkregen nehmen zu.
Über zwanzig Menschen wurden in Quito von den Wasser- und Schlammmassen mitgerissen
und verloren ihr Leben.
Manche hatten gerade noch zusammen auf dem Sportplatz gespielt,
als die Naturkatastrophe über sie hereinbrach.
Wir bitten Dich, steh den Opfern und ihren Familien bei!
Sei ihnen nahe im Entsetzen und im Schock über die Überschwemmungen.
Gib den Überlebenden Kraft, die zerstörten Häuser und Straßen wieder aufzubauen.
Sende Deinen Geist der Hoffnung und der gegenseitigen Hilfe nach Quito!
Wissenschaftler warnen immer weiter,
dass der Klimawandel diese Naturkatastrophen verstärkt.
Darum: Lass die Menschheit die Zusammenhänge noch besser verstehen,
damit viel mehr getan wird, gegen die Zerstörung der menschlichen Lebensbedingungen.
Vereine uns in Solidarität mit Ecuador,
denn im Erschrecken über die Wucht der Fluten sind wir alle gleich.